Nach 55 Jahren steigt Wilhelm Beck aus dem roten VW-Bus aus

Wilhelm Beck und sein stadtbekannter roter VW-Bus haben sich mit den beiden Umzügen am Wochenende vom Volksfest verabschiedet.

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„Er tut sich noch schwer“: Moderator Dirk Böttger (rechts) und Tilman Beck nehmen Urgestein Wilhelm Beck in die Mitte.  Foto: 

Zwar war Wilhelm Beck natürlich auch in diesem Jahr bei beiden Umzügen dabei, doch in seinem roten VW-Bus saß das Volksfest-Urgestein nur noch am Samstag. Wie gewohnt führte er den Umzug an. Die Erinnerungen, die das bei Moderator Dirk Böttger wachrief, konnten viele Zuschauer teilen: „Als Kind hat man immer geschaut, wann der Umzug anfängt, und wenn der rote VW Bus kam, dann wusste man: Jetzt geht’s los.“ 55 Jahre lang schaffte Wilhelm Beck alljährlich diese Erinnerung bei allen Kindern, die mit den Umzügen groß wurden.

Jetzt hat die Familie beschlossen, dass das 175. Jubiläum ein wunderbares Datum ist, um aufzuhören. Immerhin wird Beck in diesem Jahr 80 Jahre alt und Sohn Tilman erklärte: „Er soll aufhören, wenn er es selbst noch entscheiden kann und nicht aus irgendwelchen Gründen, die er nicht in der Hand hat. Er geht, wenn’s am schönsten ist, wie es sein sollte.“

Damit die Entscheidung dem Senior nicht schwerfällt oder er gar auf die Idee kommt, seinen Rücktritt noch einmal zu überdenken, haben sich Sohn Tilman und Dirk Böttger und natürlich die Turnerabteilung des TSV Crailsheim diverse Aktionen einfallen lassen, um den Abschied denkwürdig zu gestalten. „Aus der Nummer kommt er nicht mehr raus“, sagt der Sohn. Am Samstag tauschte Böttger kurzerhand sein Mikrofon gegen eine Mitfahrgelegenheit in dem roten VW-Bus mit Sohn Tilmann und unterhielt Wilhelm Beck auf der Strecke von der Polizei bis zum Schlossplatz. Dort war dann ein kleiner Zwischenstopp, wo Wilhelm Beck unter dem Jubel der Zuschauer Geschenke überreicht bekam. Am Sonntag durfte Beck auf einem Wagen mit Sofa Platz nehmen, der flankiert wurde von der Turnabteilung. Der rote VW-Bus fuhr auf einem Anhänger hinterher.

Einen Platz auf der Seniorentribüne auf dem Schlossplatz können sich die Becks für ihr Familienoberhaupt im nächsten Jahr dennoch nicht vorstellen, auch wenn es dort in diesem Jahr recht lustig zuging. Seit Jahren stellt die Stadtverwaltung dem Sanitätshaus Siegel eine Tribüne für Rollstuhlfahrer und Senioren zur Verfügung, die nicht mehr so lange stehen können. In diesem Jahr gab es außerdem das erste Mal eine Rampe mit einem festen Geländer zum Festhalten anstatt der vorher üblichen Schnur. „Wer nicht lange stehen kann, darf drauf, die Jungen schmeißen wir runter“, so fasste das Armin Augner vom Sanitätshaus zusammen. Die Senioren vom Haus Sonnenhügel hatte sich in diesem Jahr sogar ein Weißwurstfrühstück mit auf die Tribüne gebracht, die Stimmung war bestens.

Seinen Abschied muss Wilhelm Beck laut Sohn Tilman erst einmal sacken lassen: „Er tut sich noch schwer“, so Beck junior. Ein Nachfolger für ihn steht noch nicht fest. Man darf also gespannt sein, worauf die Kinder künftig warten, wenn es heißt: „Wann geht’s endlich los?“

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