Mutmach-Rezept für Kuchenfreunde

Marianne Schüttler aus Rot am See empfiehlt den „schnellen Bienenstich“, der mit ungleich weniger Aufwand richtig gut ankommt.

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Marianne Schüttler, 76 Jahre alt, war nie eine, die mit Begeisterung kocht und backt. Umso mehr schätzt sie ein Kuchenrezept, das immer wieder nachgefragt wird und gar nicht viel Arbeit macht. Ruckzuck fertig, in verschiedene Arbeitsschritte aufzuteilen, unkompliziert, wie’s nur geht. Nie war das so wichtig wie in diesen Tagen, in denen sie so wenig Kraft hat.

Die Frau, die so gern in Rot am See wohnt, hat einst in der Textilfabrik Sorg gearbeitet, anschließend im Pflegeheim in Kirchberg und hat dann – bereits im Ruhestand – noch Post für die Bank ausgefahren. Sie war bei den Landfrauen engagiert und im Kirchenchor, hat lange Jahre ihren Mann gepflegt und war von Anfang an ehrenamtlich im Pflegeheim in Rot am See tätig.

Dann die Handarbeiten: Sie hat unter anderem für den Martinimarkt und für den Pflegeheim-Basar gestrickt und genäht und immer wieder  auch den Muswiesen-­Stand des Frauentreffs bestückt. Im vergangenen Jahr hat sie 52 Taschen genäht, allein in diesem Jahr bereits über 30 Paar Socken gestrickt.

Diagnose Krebs

Sie war nie eine, die gejammert hat oder der etwas zu viel wurde. Schwierigkeiten wurden angepackt und beseitigt. Bis sie dann ein Problem hatte, das sich nicht so einfach beseitigen ließ. Wenn das Leben den Menschen nur aufpackt, was sie tragen können, hat Marianne Schüttler ein Kreuz aus Eisen. Die Diagnose Lungenkrebs kam unvermittelt und war ein Schock. Chemotherapie vor der Operation, nach der Operation, dem Ganzen folgten dann Bestrahlungen und nun eine Langzeit-Chemo – viel mehr kann man einem Körper nicht zumuten. Wie stark sie wirklich ist an Seele und Geist, zeigte und zeigt sich in diesen Stunden, Tagen, Wochen, in denen ihr der Körper den Dienst versagt, in denen sie Appetit und Haare verliert und ihr so elend ist, dass jede Bewegung zu viel ist. Selbst in diesen Phasen spricht sie nicht vom Tod.

„Sie ist ein Stehaufmännchen“, sagt ihre Familie, die von „unbändigem Lebenswillen“ spricht und davon, wie „unglaublich tapfer“ die Mama und Oma ist. Sie selbst sagt, dass sie mit dem Leben noch nicht abgeschlossen hat.  Sie freut, dass sie sich noch freuen kann; sie ist dankbar für jeden Tag, an dem sie etwas essen mag. Etwa den schnellen Bienenstich, den sie nach wie vor selbst macht.

Zutaten: Vier Eier; 200 Gramm Zucker; 1 Päckchen Vanillezucker; 125 Gramm Mehl; ein halber Teelöffel Backpulver;  100 Gramm abgezogene Mandelplättchen; zwei Esslöffel Zucker, zwei Esslöffel Butter, zwei Esslöffel Milch, zwei Becher Sahne, eine Packung Paradiescreme Vanillegeschmack

Zubereitung: Für den Teig Eier einige Minuten schaumig schlagen. Zucker und Vanillezucker unterrühren. Back­ofen auf 170 Grad vorheizen. Mehl und Backpulver mischen und unter die Ei-Masse heben.  Eine Backform (Durchmesser 26 Zentimeter) einfetten. Teig einfüllen. Etwa  20 Minuten backen. Während der Backzeit: je zwei Esslöffel Butter, Milch und Zucker erhitzen und 100 g Mandelblättchen hinzugeben – gut rühren, sonst brennt die Masse an – ausdämpfen lassen. Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und die Mandelmasse darauf gleichmäßig verteilen. Auf der oberen Schiene des Backofens weitere circa 20 Minuten schön braun fertig backen. He-
rausnehmen, stürzen und abkühlen lassen. Der Länge nach in der Mitte durchschneiden. Sahne schaumig schlagen und Paradies­creme einrühren, bis eine feste Vanillecreme entsteht. Kuchen mit der Creme füllen.

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