Mit zwei stellvertretenden Stadtbrandmeistern läutet die Feuerwehr die Zukunft ein

Die Freiwillige Feuerwehr Crailsheim hat auf ihrer Hauptversammlung der Gesamtwehr Marcus Swonke und Herbert Wagenländer zu stellvertretenden Stadtbrandmeistern gewählt. Es gibt viel zu tun.

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  • Stadtbrandmeister Ansgar Knott (links) und Oberbürgermeister Rudolf Michl (rechts) nehmen die Stellvertreter Marcus Swonke (Zweiter von links) und Herbert Wagenländer in die Mitte. Fotos: Jens Sitarek 1/2
    Stadtbrandmeister Ansgar Knott (links) und Oberbürgermeister Rudolf Michl (rechts) nehmen die Stellvertreter Marcus Swonke (Zweiter von links) und Herbert Wagenländer in die Mitte. Fotos: Jens Sitarek
  • Große Aufmerksamkeit erntet dieser Kollege - wegen der Schutzkleidung. 2/2
    Große Aufmerksamkeit erntet dieser Kollege - wegen der Schutzkleidung.
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Seit dem 5. März ist die neue Feuerwehrsatzung offiziell in Kraft, und die sah auf der Hauptversammlung der Gesamtwehr in der Turnhalle in Tiefenbach am Freitagabend gleich eine wichtige Neuerung vor: die Wahl von zwei stellvertretenden Stadtbrandmeistern. Bisher stand dem hauptamtlichen Stadtbrandmeister Ansgar Knott mit Herbert Wagenländer lediglich ein Stellvertreter zur Verfügung. Dass aus einem zwei werden, wertet Knott als einen weiteren wichtigen und großen Schritt nach vorne. Er erhofft sich "gleichzeitig eine Entlastung", um "die Fülle der Aufgaben" besser zu bewältigen. Zukünftig könnten Projekte effizienter gesteuert und bearbeitet werden.

Allerdings sei es nicht so einfach, geeignete Kandidaten für dieses Amt zu finden, so Knott. Insofern kann sich die Feuerwehr Crailsheim glücklich schätzen, gleich drei zu präsentieren. Bei der anschließenden Wahl setzten sich Marcus Swonke aus der Abteilung Goldbach und Herbert Wagenländer (Tiefenbach) gegen Steffen Reinmuth (Kernstadt) durch.

Stadtbrandmeister Knott ist seit Anfang des vergangenen Jahres im Amt, er ist der erste hauptamtliche Stadtbrandmeister in 150 Jahren. "Der Wechsel geht nicht spurlos an der Feuerwehr vorüber", sagt Knott in seiner Rede. Und er zieht Bilanz: Mit der Zusammenarbeit sei er zufrieden. "Es bleibt allerdings nicht aus, dass ich als Neuer in Fettnäpfchen trete. Dies ist im letzten Jahr passiert. Wir werden unser Miteinander und den Umgangston verbessern." Das Tempo, das Knott in seinem ersten Jahr vorlegte, sorgte nicht nur für Begeisterung in der Wehr. Seinen Kritikern entgegnet er: "Es wird zwar zukünftig Veränderungen geben, allerdings wird es deutlich weniger Veränderungen geben und vor allem nehme ich die Geschwindigkeit bei der Umsetzung neuer Projekte etwas heraus."

Neben der neuen Schutzkleidung (siehe Artikel links) ist der Bedarfs- und Entwicklungsplan ein großes Thema. Den arbeitet die Feuerwehr Crailsheim zwar weitgehend selber aus und spart dadurch Kosten. Knott weiß aber auch: "Es wird ohne größere Investitionen in Gebäude und Fahrzeugtechnik nicht möglich sein, eine leistungsfähige Feuerwehr aufrechtzuerhalten und zu betreiben." Für 2015 plant Crailsheim die Anschaffung von einer Teleskopmastbühne 42, einem dritten Wechsellader- und einem Löschfahrzeug.

Und dann ist da noch die Alarm- und Ausrückordnung. Das Innenministerium gibt die Eintreffzeit der Feuerwehr mit zehn Minuten an. "Durch die zeitgleiche Alarmierung von Außen- und Hauptabteilung kommen wir diesem Ziel immer näher", findet Knott, und: "Das größte Problem im Kampf gegen die Uhr ist der Berufsverkehr." Zudem fordert der Stadtbrandmeister von den Abteilungen einen Übungsplan mit der Mindeststundenanzahl von 40, die jährlich laut Feuerwehr-Dienstvorschrift gefordert wird. "Dies führte in einigen Abteilungen zu Verwunderung", so sagt es Knott. Man warf ihm vor, "den Ausbildungsstand einer Berufsfeuerwehr" einführen zu wollen. Dem Bürger sei es völlig egal, betont Knott, welche Art von Feuerwehr ihn rettet. Die 40 Stunden habe er sich nicht ausgedacht. Dass dies zu leisten sei, zeigten auch Beispiele innerhalb der Feuerwehr Crailsheim.

Für den Ernstfall war übrigens auch am Freitag vorgesorgt. Während der Versammlung und der Wahl stellte die Feuerwehr Schwäbisch Hall den Grundschutz für die Stadt Crailsheim sicher. Mit einer Drehleiter und einem Hilfeleistungslöschfahrzeug besetzte sie die Wache 1 in der Gartenstraße.

Zahlen, Abschiede, Auszeichnungen und Ehrungen

Zahlen 226-mal ist die Freiwillige Feuerwehr Crailsheim im Jahr 2014 ausgerückt, acht Menschen wurden bei Bränden gerettet, bei technischen Hilfeleistungen waren es 48. Ende des Jahres zählte die Feuerwehr 328 aktive Mitglieder und 53 in der Jugendfeuerwehr.

Abschied In den Ruhestand gingen Heinz Bohn (Abteilung Roßfeld), Manfred Hutzenlaub (Goldbach), Michael Merz (Jagstheim), Michael Voigtländer und Steffen Baumann (beide Crailsheim).

Ehrungen Neben Bettina Sonntag (Abteilung Crailsheim) wurden sieben Feuerwehrmänner für 25-jährigen Dienst mit dem Ehrenzeichen in Silber geehrt: Alfred Ackermann, Matthias Hahn, Siegfried Meller (alle Westgartshausen), Dieter Bögelein (Roßfeld), Thomas Boger, Jörg Kreft (beide Crailsheim) sowie Jochen Kellermann (Tiefenbach).

Zu sogenannten Ehrenkommandanten wurden Volker Präg (Jagstheim) und Friedrich Rüeck (Tiefenbach) ernannt.

JS

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