Volksfest-Countdown: Mit Sicherheit ein schönes Fest

Dass um die 400.000 Besucherinnen und Besucher unbeschwert feiern können, ist nicht selbstverständlich. Grundlage ist ein umfassendes Sicherheitskonzept.

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  • An den Einfallstraßen von Crailsheim sind städtische Fahrzeuge, die quer zur Straße geparkt werden, eine wirksame Schutzmaßnahme. 1/2
    An den Einfallstraßen von Crailsheim sind städtische Fahrzeuge, die quer zur Straße geparkt werden, eine wirksame Schutzmaßnahme. Foto: 
  • Mit Hinweis- und Verbotsschildern ist es nicht getan: In dreistelliger Zahl sind Sicherheits- und Ordnungskräfte unterwegs. 2/2
    Mit Hinweis- und Verbotsschildern ist es nicht getan: In dreistelliger Zahl sind Sicherheits- und Ordnungskräfte unterwegs. Foto: 
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Clever, richtig clever ist es, die Straßensperre gegen Lkw-fahrende Terroristen an der Haller Straße mit einem Kehrwagen der Stadt zu bestücken. Mit dem Ende des Umzugs wird diese Sperre nämlich aufgelöst, und die Kehrmaschine räumt hinter den letzten Wagen den Dreck weg. Das hat der Leiter des Baubetriebshofs, Johannes Köder, ausgetüftelt. Auch die städtische Volksfest-Organisatorin Susanne Kröper-Vogt sah in einigen Auflagen zur Sicherheit die Chancen für Stadt und Volksfest. Gemeinsam mit der Crailsheimer Polizei, der angeforderten Bereitschaftspolizei, dem Baubetriebshof, dem Sicherheitsdienst SDS und vor allem mit der Ortspolizeibehörde – das Ordnungsamt um Christoph Jung – hat sie schrittweise ein im Jahr 2011 in Auftrag gegebenes Sicherheitskonzept umgesetzt.

Keine Hinweise auf Gefährdung

Hinweise auf eine konkrete Gefährdung des Fränkischen Volksfests gibt es keine, aber alle Beteiligten sind sich im Bemühen einig, zum einen den Besuchern das Gefühl zu geben, sicher zu sein, zum anderen alles ihnen Mögliche zu tun, tatsächlich für Sicherheit zu sorgen.

Während „Nizza-Sperren“ an den Einfallstraßen mittlerweile selbstverständlich sind – in Crailsheim haben sich die quer zur Straße abgestellten Fahrzeuge der Stadt bewährt – lässt sich der Volksfestplatz aber nicht ohne Weiteres abschirmen; die Bebauung ragt zum Teil auf den Platz, was eine vollständige Umzäunung unmöglich macht.

Auch in diesem Jahr wird es zudem keine systematischen Taschenkontrollen geben, dafür gibt es einfach zu viele Zu- und Abgänge, aber mit Kontrollen muss gerechnet werden; große Taschen sind ohnehin verboten.

„Sicherheit ist längst eine eigene Wissenschaft“, sagt Kröper-Vogt, die unter anderem auf Pläne fürs „Entfluchten“ und für die Rettungswege verweist. Heute gehe es maximal um eine Stolperfalle hier und da; die großen Probleme seien durch die Etablierung des „kleinen Festplatzes“ und Dank kooperativer Festwirte gelöst. Gab es früher hässliche Szenen, etwa wenn aufgebrachte Festbesucher kurz davor standen, das völlig überfüllte Engel-Zelt zu stürmen, wird nunmehr akzeptiert, dass nur eine Chance hat, wer eine Reservierung vorlegen kann – die ersten Volksfestfreunde sichern sich mittlerweile bereits im Frühjahr einen Tisch.

Scherben machen Ärger

Auch ohne große Ernst- und Schreckensfälle gibt es mehr als genug zu tun, wie die zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Baubetriebshofs wissen, die am Abend rund um den Festplatz unzählige Flaschen einsammeln, die unter anderem an der Mauer zum Ehrenfriedhof gestapelt werden. Seit es in einem Jahr ungewöhnlich viele Schnittverletzungen gegeben hatte, bewährt sich dieses Flaschenmanagement immer wieder aufs Neue.

Thomas Heiner, Leiter des Polizeireviers in Crailsheim, spricht von der in etwa gleichbleibenden Zahl von 50 bis 60 Straftaten beim Fränkischen Volksfest. Körperverletzungen sind darunter, vor allem aber Diebstähle und Sachbeschädigungen. Heiner macht auch deutlich: Bei insgesamt rund 400.000 Besuchern sei eine zweistellige Zahl an Anzeigen überschaubar. Das Volksfest in Crailsheim sei vergleichsweise ruhig und friedlich.

Nichtsdestotrotz warnt der Chef des Polizeireviers unter anderem die Festzeltbesucher, Wertsachen nicht unbeaufsichtigt zu lassen. Insbesondere junge Damen neigten dazu, so wurde in den vergangenen Jahren beobachtet, beim Gang auf die Toilette das Handy auf dem Tisch liegen zu lassen – und sich dann zu wundern, wenn es nicht mehr da ist

Verstärkte Straßenkontrollen

Jedes Jahr das gleiche Thema ist der Alkohol im Straßenverkehr: „Die Leute sind ja nicht nur im Bus oder zu Fuß unterwegs“, sagt der Polizeichef; rund ums Volksfest werde  wieder verstärkt kontrolliert, aber aus seiner Sicht würden die Leute vernünftiger.

Grundsätzlich wurden die Sicherheitskräfte deutlich verstärkt, sagt Heiner, insbesondere seit der Anschlag in Ansbach den Terror in unmittelbare Nähe gerückt habe.  Hier wird in enger Absprache mit der Stadt geplant.

Sitz der Sicherheit ist die Karlsberghalle. Hier laufen alle Fäden zusammen, hier sitzt auch der Sanitätswachdienst des DRK.

Feuerwehr, Garten-
straße 14, Telefon: 0 79 51 / 4 03 30 00
Notruf Feuerwehr,
Telefon 1 12

Polizei, Parkstraße 7,
Telefon 0 79 51 / 48 00
Notruf Polizei,
Telefon 1 10

Deutsches Rotes Kreuz (Bereitschaftsdienst in der Karlsberghalle), Telefon 0 79 51 / 95 95 85 19

Platzmeister: Telefon 01 62 / 4 08 06 09

Festorganisation Susanne Kröper-Vogt: Telefon 01 62 / 4 08 06 46

Klinikum Crailsheim, Gartenstraße 21,
Telefon 0 79 51 / 49 00

Zentrale Rufnummer für den ärztlichen Notdienst:
Telefon 11 61 17

Zentrale Rufnummer für den zahnärztlichen
Notdienst: Telefon 07 11 / 7 87 77 99.

Marktbüro 95 95 85 15

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