Mehr Kohle für Vereine

Seit Jahresbeginn hat es der Gesetzgeber den Vereinen leichter gemacht, Mittel zu beschaffen. Es müssen allerdings bestimmte Kriterien erfüllt sein. Darauf weist jetzt die Steuerberaterkammer Stuttgart hin.

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Immer wieder gern gezeigt: der Riesenscheck, überreicht an einen gemeinnützigen Verein. Vereine können künftig mit Einnahmen leichter umgehen. Privatfoto

Mehr als 580 000 Vereine wurden zuletzt in Deutschland gezählt - Tendenz steigend. Und alle wollen irgendwie ein Stück vom "großen Kuchen", sprich unterstützt und gefördert werden.

Künftig soll die Mittelbeschaffung einfacher sein. Durften bisher wirtschaftliche Betätigungen den Verein nicht prägen, so ist jetzt das Verhältnis zwischen Aktivitäten im steuerbegünstigten Bereich und wirtschaftlichen Tätigkeiten nicht mehr maßgebend.

Weil Vereine sogenannte Körperschaften sind, unterliegen sie mit ihren Einkünften und Umsätzen grundsätzlich der Körperschafts-, Gewerbe- und Umsatzsteuer. Der Fiskus sieht von der Besteuerung nur ab, wenn der Verein ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verfolgt. Dann dürfen entsprechend anerkannte Vereine sogar Spendenquittungen ausstellen. Mit deren Hilfe wiederum können die Spender ihre Zuwendungen als Sonderausgaben absetzen. Dazu sind indes einige Bedingungen zu erfüllen. So ist etwa nachzuweisen, dass die Vereinstätigkeit allein darauf gerichtet ist, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern.

Dazu muss ein Verein grundsätzlich allen Interessenten offen stehen. Erhebt er besonders hohe Aufnahmegebühren oder Mitgliedsbeiträge, entfällt die Förderberechtigung. Bei einem Sportverein wird Gemeinnützigkeit anerkannt, wenn Beiträge und Umlagen pro Jahr nicht höher als 1023 Euro sind und die Aufnahmegebühren 1534 Euro nicht übersteigen. Zudem dürfen keine "eigenwirtschaftlichen Zwecke" verfolgt werden. Alle finanziellen Mittel dürfen ausschließlich für definierte Satzungszwecke verwendet werden.

Doch sogar Wirtschaftsbetriebe dürfen Vereine künftig unterhalten, ohne die Gemeinnützigkeit zu gefährden - wenn es sich um sogenannte Zweckbetriebe handelt, die allein dazu dienen, den satzungsmäßigen Vereinszweck zu erfüllen. Hierunter können Alten-, Wohn- und Pflegeheime, Behindertenwerkstätten, Volkshochschulen, kulturelle und sportliche Einrichtungen fallen.

Vor allem Fördervereinen bringen die Neuregelungen weitere Gestaltungsmöglichkeiten. Denn: Statt bisher maximal 50 Prozent dürfen künftig auch bis zu 100 Prozent der Mittel aus steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben erzielt werden. Allerdings besteht erhöhter Beratungsbedarf, teilt die Kammer mit, die sich und ihre Mitglieder hier natürlich gern ins Spiel bringt.

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