Luftrettung in Bayern und Württemberg nimmt mit Rettungsstationsbau Gestalt an

Knapp ein Jahr noch, dann wird ein weißer Fleck auf der Karte des deutschen Luftrettungswesens verschwinden. Gestern wurde in Dinkelsbühl-Sinbronn offiziell mit dem Bau der Luftrettungsstation begonnen.

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Gestern war symbolischer erster Spatenstich zum Bau der Luftrettungsstation in Dinkelsbühl-Sinbronn.  Foto: 

Was ist nicht alles hin und her überlegt und angeschoben worden, um die Lücke im nordwürttembergischen Luftrettungswesen zu schließen. Schier endlose Machbarkeitsstudien und Standortdiskussionen, Debatten ums Geld und um Zuständigkeiten: Jahrelang tat sich nicht viel. Rettungshubschrauber mussten den Landkreis Schwäbisch Hall aus Ochsenfurt, Stuttgart, Ulm oder Nürnberg anfliegen, wenn es um Leben oder Tod ging. Voraussichtlich in einem Jahr hat dieser Zustand ein Ende. Im Dinkelsbühler Ortsteil Sinbronn entsteht der Standort für Christoph 81.

Bayern zahlt auf Freiwilligkeitsbasis 1,3 Millionen Euro

Zum symbolischen Spatenstich direkt neben dem Landeplatz in Sinbronn begrüßte Ansbachs Landrat Dr. Jürgen Ludwig gestern die Hautevolee aus Politik, Medizin, Planungsbüros und Wirtschaft - allen voran Bayerns Innenminister Joachim Hermann (CSU), der schon seit Jahren in die Pläne eingebunden ist. So verwies Hermann sichtlich stolz auf die Freiwilligkeitsleistung von 1,3 Millionen Euro, die der Freistaat zur Finanzierung des dann 15. Hubschrauberstandorts im Lande beisteuert. Das ist ungefähr ein Drittel der Gesamtkosten von knapp vier Millionen Euro, laut Hermann "ein finanzieller, aber wichtiger Kraftakt zur Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger, nicht nur im Kreis Ansbach". Der Baubeginn, so Landrat Ludwig, sei "ein guter Tag für die Region".

Der planerische Vorlauf noch von Ludwigs Amtsvorgänger Rudolf Schwemmbauer reicht zurück bis 2009, nachdem die Ärzteschaft die Notarztversorgung aus der Luft als "dringend nötig" eingestuft hatte. Zunächst noch im Wettbewerb mit anderen Standorten, setzten sich schließlich die Dinkelsbühler Antragsteller mit "ihrem" Sinbronn durch. Bauherr ist der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung, dem die Landkreise Ansbach, Neustadt an der Aisch/Bad Windsheim und Stadt Ansbach angehören. Die Einsätze koordiniert künftig die Integrierte Leitstelle in Ansbach mit Sitz in Feuchtwangen. Der Betreiber der Luftrettung wird noch gesucht, die Ausschreibung ist dieser Tage veröffentlicht worden. "Es gibt schon die ersten Anfragen", erläuterte gestern Landrat Ludwig.

Geflogen wird künftig mit einem Eurocopter 145 - Rotorbreite elf Meter. "Selbst damit", frohlockte Ludwig, "bleiben wir gewissermaßen in der Region, denn die Helikopter werden in Donauwörth gefertigt". Für den Hubschrauber entsteht in Sinbronn ein Hangar mit Wartungsanlagen. Dazu gesellen sich Rettungswache, Einsatzbüros, Aufenthalts- und Sanitärräume, Garagen und - natürlich - der eigentliche Landeplatz.

Einen 60-Kilometer-Radius beschrieb Minister Hermann gestern als Einsatzgebiet des Rettungshelikopters. Damit sind auch weite Teile des Landkreises Schwäbisch Hall und des Ostalbkreises abgedeckt. "Das nenne ich grenzüberschreitende Solidarität", meinte der Minister. Selbst wenn, wie er sagte, bislang aus Baden-Württemberg keine Signale zu vernehmen gewesen wären, sich an den Kosten zu beteiligen.

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