Langsam wird Brennholz knapp

"Brennholz für Heizungen wird knapp" meldet die Arbeitsgemeinschaft der Rohholzverbraucher aus Berlin. Das klingt zwar wie Panikmache, trifft aber (fast) den Kern. Die Konsequenz: (Brenn-)Holz wird teuer.

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Gemütlich und wärmend, wenn im Kamin das Brennholz flackert und knistert. Die Preise allerdings sind in letzter Zeit deutlich gestiegen. Privatfoto

Der Nachschub für Holzheizungen in deutschen Privatwohnungen geht langsam zur Neige, warnen die Lobbyisten von der AG Rohholzverbraucher. Zwar werde derzeit noch weniger Holz entnommen, als im Wald nachwachse, die Ansprüche der Gesellschaft nähmen aber zu. Geerntet werden pro Jahr in deutschen Wäldern zwischen 75 und 85 Millionen Kubikmeter. Dem steht ein Zuwachs von jährlich 120 Millionen Kubikmetern gegenüber. Vor allem in städtischen Forsten werde Holz knapp, ergab eine Umfrage der AG. Der stark gestiegene Bedarf sei kaum noch zu decken. Eine Folge seien steigende Holzpreise.

"Der Trend ist zwar nicht wegzudiskutieren", bestätigt der stellvertretende Forstamtsleiter Michael Braunger vom Haller Landratsamt. "Doch man muss wissen, dass die Arbeitsgemeinschaft die Interessen der stofflichen Holznutzbranche vertritt, also der Holz-, Möbel- und Papierindustrie. Der Preisanstieg wirkt sich mittelbar natürlich auch bei den stofflichen Holzverwertern aus", erklärt Braunger. "Sagen wir es so", meint er: "Volkswirtschaftlich wird der Rohstoff etwas knapper, aber die Nachhaltigkeit der deutschen Forstwirtschaft ist absolut nicht gefährdet."

Preis für Brennholz deutlich gestiegen

Widerspruch kommt da natürlich von den Energie-Holznutzern. Die Preise für Brennholz, aber auch für Pellets und andere verfeuerbare Holzprodukte, seien deutlich gestiegen. Auch dazu hat Michael Braunger eine Meinung: "Das stimmt zwar, aber im Vergleich zu fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas kommt der Nutzer einer Holzheizung nach wie vor deutlich günstiger weg." Zudem besitze Brennholz in der Regel eine niedrigere Qualität als stofflich genutztes Holz. Der Experte Braunger rät, künftig stärker den Kreislauf aus zunächst stofflicher Holznutzung und erst später der Brennholzverwertung zu beachten. Sprich: Erst 50 Jahre oder länger Nutzung als Möbel und dann erst ab in den Ofen!

Die Förster im Landkreis Schwäbisch Hall verkaufen jährlich rund 20.000 Festmeter Holz. Vor ein paar Jahren, so erinnert sich Braunger, waren es noch 15.000. "Die Dunkelziffer bei Verkäufen aus Privatwald ist allerdings hoch", gibt er zu. Privatwald wird im Amt nicht erfasst. "So mancher Ofenheizer dürfte sich tatsächlich hier eindecken", vermutet der Forstbeamte.

Zu beziehen ist Brennholz zum Beispiel über die Forstamtsdienststellen. Übrigens wird über 90 Prozent des Umsatzes eines Forstbetriebs durch den Verkauf des erzeugten Holzes erzielt. Die Preise staffeln sich nach der Holzqualität (Ahorn, Hainbuche und Esche zählen zum Spitzensortiment; Nadelbäume, Linde, Erle und Pappel sind weit günstiger zu bekommen) und nach der Art des Verkaufs - als Schüttmeter in Boxen, als Schichtholz oder als "Brennholz lang". Die Preise für den Festmeter (also 1 mal 1 mal 1 Meter) variieren im Forstamt Hall derzeit zwischen 61 und 45 Euro. Sie sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen.

In Baden-Württemberg - nach Bayern das Bundesland mit dem zweitgrößten Waldaufkommen - gibt es laut jüngster Bundeswaldinventur rund 1,36 Millionen Hektar Wald. Deutschlandweit sind es mit 11,07 Millionen Hektar rund 31 Prozent der Staatsfläche - etwas weniger als die Fläche, die weltweit Jahr für Jahr abgeholzt wird.

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