Kleine Genossenschaftsbank trotz schwierigem Umfeld

„Derzeit alles im grünen Bereich.“ So beschrieb Siegfried Gröner das abgeschlossene Geschäftsjahr 2015 der Raiffeisenbank Schrozberg-Rot am See.

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Langjährige Mitglieder der Raiffeisenbank Schrozberg-Rot am See sind am Freitag während der Generalversammlung im Forum von Rot am See geehrt worden.  Foto: 

„Unter schwierigen Rahmenbedingungen hat unsere Raiba ein gutes Ergebnis erzielt“, resümierte der Schulz von Rot am See am Freitag im „Forum“ bei der Generalversammlung der Bank.

Selbst im Reigen der Genossenschaftsbanken spielt sie eine eher kleine Rolle. Das aber mit viel Einsatz und Engagement, wie der errungene Sieg beim Wettbewerb „Bank des Jahres 2015“ in der Kategorie „erfolgreiche Kundenbeziehung“ auf Landesebene eindrucksvoll unterstreicht. Am Erfolg beteiligt waren letztlich 42 Beschäftigte und drei Auszubildende, wie Vorstand Lothar Kaletta in seinem Geschäftsbericht ausführte.

Die Rahmenbedingungen: Auch darauf ging Kaletta ein. Nach wie vor bestimmt die Europäische Zentralbank mit ihrer Niedrigzinspolitik, wo es lang geht. Und das ist „absolut nicht erfreulich“, wie Rot am Sees Bürgermeister Gröner in seinem Grußwort anmerkte, „gerade für kleine Banken“.

Und Gröners Schrozberger Kollege, der am Freitag als Chef des Raiba-Aufsichtsrats verabschiedete Klemens Izsak, betonte, hier seien auf Dauer keine positiven Aussichten auszumachen. Den großen Privat- und Geschäftsbanken schob er den „schwarzen Peter“ zu für das schlechte Image der Branche. Gott sei Dank genössen dagegen die Volks- und Raiffeisenbanken dank ihres Kerngeschäfts in der Region nach wie vor einen hervorragenden Ruf.

Dass die Raiba vergleichsweise so gut abschneidet, liegt auch an der Vermittlung außerbilanzieller Kundengelder an Finanzpartner der Geno-Gruppe. 144,7 Millionen Euro betreute das Haus laut Lothar Kaletta in diesem Segment, ein überdurchschnittlicher Zuwachs von 8,2 Prozent.

Die eigenen Kundeneinlagen erhöhten sich im Geschäftsjahr um rund 17 Millionen auf 200,3 Millionen Euro. „Mit einem Plus von 9,2 Prozent insgesamt entwickelten sich unsere Kundeneinlagen im Vergleich zum Verbandsgebiet weit über dem Durchschnitt mit 4,2 Prozent“, führte der Vorstand aus. Dabei falle auf, dass der Trend zu kurzfristigen Anlagen ungebrochen ist. Die Summe aller Kundengelder, das „betreute Kundenvolumen“, lag 2015 bei 459,2 Millionen Euro, eine Steigerung von 6,5 Prozent, so Kaletta.

Die Bilanzsumme in Aktiva und Passiva wuchs im vergangenen Jahr um 8,1 Prozent (Vorjahr: 3,6) auf 265,6 Millionen Euro (245,7). Auch damit wurde der Verbandsdurchschnitt weit  übertroffen. Die Summe der Erträge belief sich auf 6,5 Millionen Euro (7,3), der Bilanzgewinn machte letztlich – nach der Einstellung von 100 000 Euro in die Ergebnisrücklagen – 242 921 Euro aus. Den 5215 Mitgliedern (mit 10419 Geschäftsanteilen) kann so eine 5-prozentige Dividende ausgezahlt werden – ebenfalls deutlich mehr, als derzeit auf dem Kapitalmarkt an Zinsen zu holen ist.

Das Eigenkapital wurde 2015 mit knapp 28,8 Millionen Euro bilanziert, davon 21,1 Millionen in den Rücklagen. Die jederzeit gegebene Liquidität und eine „gute Ertragslage“ bestätigte den Bankern aus Schrozberg und Rot am See Verbandsprüfer Jens Podolsky, der der Versammlung noch verriet, dass die Raiba einen hohen Anteil ihrer Kredite an die heimische Land- und Forstwirtschaft vergibt. Podolsky attestierte der Bank ein „insgesamt gutes Prüfergebnis“. Zuvor hatte ja schon Klemens Izsak in seinem letzten Aufsichtsratsbericht von einem „grundsoliden Fundament“ gesprochen.

Personalien/Ehrungen

In der Summe 34 langjährige Mitglieder hat die Raiffeisenbank heuer geehrt – wenn auch nur relativ wenige von ihnen zur Generalversammlung erschienen waren.

60 Jahre Mitglied bei ihrer Genossenschaftsbank sind Conrad Ley, Wilhelm Schaffert und Karl Wagner.

Für 50-jährige Mitgliedschaft ehrten Vorstand und Aufsichtsrat Gerhard Albrecht, Günther Bach, Karl Barth, Robert Baumann, Willi Ehnes, Gerhard Hahn, Hans Helei, Wilhelm Humpfer, Werner Jäger, Alfred Kern, Stefan Knotz, Roland Ludwig, Otto Metzger, Erwin Mönikheim, Alfred Pfänder, Friedrich Popp, Edda Roll, Manfred Rübel, Friedrich Schmidt, Georg Schmidt, Otto Schmidt, Friedrich Schumm, Willy Schüttler, Arnold Stamm, Georg Strohmeier, Eberhard Vogt, Wolfgang Weilhammer, Richard Wittmann und Elfriede Zaiser sowie die Wasserverbände Brettach und Herbertshausen.

Ausgeschieden aus dem Aufsichtsrat der Bank sind Klemens Izsak und Eugen Burkhardt (das HT berichtete am Montag). Für sie rückten nach einstimmiger Wahl Brigitte Thomas und Rainer Wiedmann ins Gremium  nach. Bestätigt auf weitere drei Jahre wurde Hermann Rohn. 

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