Kinder setzen mit Bildern Farbtupfer in den Herbst

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  • Das Interesse an den Arbeiten der Schülerinnen und Schüler war bei der Eröffnung der Ausstellung groß. 1/2
    Das Interesse an den Arbeiten der Schülerinnen und Schüler war bei der Eröffnung der Ausstellung groß. Foto: 
  • „Wilde Kerle“ ist diese Maske benannt, die in der Ausstellung zu sehen ist. 2/2
    „Wilde Kerle“ ist diese Maske benannt, die in der Ausstellung zu sehen ist. Foto: 
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Ein Jahr lang haben die Schülerinnen und Schüler der Fröbelschule Ellrichshausen gezeichnet, gemalt, Collagen gebastelt und Skulpturen gefertigt. Jetzt sind die Kunstwerke in einer Ausstellung zu sehen, die „mit viel Herzblut“ zusammengestellt wurde, sagte Schulleiterin Hildegard Saur bei der Eröffnung.

Zu sehen sind ganz unterschiedliche Kunstwerke, gefertigt in ganz unterschiedlichen Techniken. Da gibt es furchterregende Monster, aber auch zarte Buschwindröschen und jede Menge Tierbilder. „Dieser Wolf ist entstanden, als wir Tiere im Unterricht behandelt haben und im Tierpark in Bad Mergentheim die Wölfe gesehen haben“, erklärt Lioba Schwär, die mit ihrer Kollegin Brigitte Klubb die Ausstellung zusammengestellt hat. Sie deutet auf ein Gemälde – zu sehen ist ein vielfarbiges Wolfsgesicht – die stechenden Augen erfüllen das halbe Blatt.

Berührend ist auch ein Bild mit dem Titel „Die Kontaktanzeige eines einsamen Eisbären“. „Hier haben wir ein Gedicht illustriert“, erläutert Brigitte Klubb. „Die Schüler üben dabei gleichzeitig lesen und verstehen.“ Und so sind gleich mehrere herzzerreißende Eisbären entstanden, die auf ihrer weißen Scholle sitzen und rufen: „Hilfe, bitte finde mich“ oder: „Sitz’ auf einem Floß aus Eis. Kaum erkennbar, bin ja weiß.“

Bei dieser Ausstellung dürfe man eben durchaus auch schmunzeln, sagte Pfarrer Florian Lampadius bei seiner Einführung, dem auch der „Schnupfengeist“ gut gefallen habe. Lampadius unterrichtet seit fünf Jahren an der Fröbelschule und weiß um die besonderen Umstände, unter denen die Kunst entstanden ist. Er freue sich, am Schulleben teilhaben zu dürfen. „Wir teilen die Kunst, das Essen und die Pause“, sagte er. Die Begegnung mit den Schülern sei für ihn ein Farbtupfer im Leben, sagte er sinngemäß, wie die Ausstellung – und das wörtlich – ein „Farbtupfer im Herbst“ sei.

„Oft genug erfahre ich in der Schule, dass ich als ein Lehrender zu den Schülern gegangen bin, aber am Ende selbst der Lernende war“, sagte Lampadius. Und so gehe es ihm auch in dieser Ausstellung: „Diese Kunst geschieht von Herzen, soll zu Herzen gehen und weitet unsere Herzen – wie Sie erkennen können“, sagte er zu den rund 60 Besuchern der Vernissage, die, so hoffte Lampadius, in den Bildern andere Sichtweisen und neue Gedanken erkennen könnten. Und vielleicht animiere diese besondere Kunst die Besucher ja auch zu eigenen Kunstwerken. „Da bin ich auf eine mögliche Folgeausstellung gespannt.“

Die Fröbelschule nennt sich heute „SBBZ – sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum – Förderschwerpunkt geistige Entwicklung“ und feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Die Kunstausstellung ist der Auftakt zu den Jubiläumsfeierlichkeiten, die am 15. Oktober in ein großes Schulfest münden.

Info Die Ausstellung „50 Jahre Fröbelschule – Schüler stellen ihre Arbeiten aus“ im Forum in den Arkaden ist zu bis 11. Oktober geöffnet zu den Geschäftszeiten des Stadtarchivs.

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