Keine Lebensgefahr mehr für Schäfer und Herde

Neue Unterführung und entschärfte Kurve machen die Landesstraße  2218 bei Westgartshausen sicherer.

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Eine klassische Szene (von links): Oberbürgermeister Rudolf Michl, Jürgen Elßer (Chef der Haller Bauleitung des Regierungspräsidiums) und Ortsvorsteher Hermann Wagner durchschnippeln ein Absperrband an der neuen Unterführung.  Foto: 

Am meisten dürfte sich der Schäfer Walter Fenn über den Umbau der Landesstraße 2218 bei Westgartshausen freuen: Ihm bleibt jetzt auf dem obligatorischen Weg vom Schafhof nahe der Wacholderheide zur alternativen Weide auf dem Crailsheimer Kreckelberg der lebensgefährliche Stress erspart, mit bis zu 1000 Schafen diesen viel befahrenen Zubringer zur Autobahn 7 zu überqueren.

Um ein Haar, so erzählte der Herden-Hüter, sei er selbst einmal unter die Räder gekommen bei einem Schafstrieb.

Möglich macht die schaffreundliche Entkoppelung vom Straßenverkehr eine neue Unterführung, auf die freilich nicht nur der Schäfer lange hat warten müssen: Die Pläne für einen Umbau der Landesstraße liegen immerhin schon seit dem Jahre 1995 in den Schubladen der einschlägigen Amtsstuben, wie der Crailsheimer Oberbürgermeister Rudolf Michl bei der Einweihung vorrechnete.

Erst durch die im Jahr 2013 gestartete Flurbereinigung in Westgartshausen kam wieder Schwung in die Angelegenheit, denn die Unterführung sollte auch in das neue Wegenetz für den landwirtschaftlichen Verkehr eingebunden werden.

Jetzt aber schaltete auf einmal das Stuttgarter Verkehrsministerium in den Modus „Stur“ um – und wollte vorerst kein Geld mehr herausrücken. Und in Teilen der Bürgerschaft und bei ­Naturschützern regte sich Widerstand gegen das Projekt, dessen Sinn und Zweck angezweifelt wurde.

Politiker ziehen an einem Strang

Die damaligen Landtagsabgeordneten Helmut W. Rüeck (CDU), Nik Sakellariou (SPD) und Dr. Friedrich Bullinger (FDP) waren jedenfalls von der Notwendigkeit des Vorhabens überzeugt und antichambrierten heftigst im Ministerium.

Und dann fand sich plötzlich im Regierungspräsidium doch noch eine Schatulle, aus der das Projekt zum Kostenpunkt von rund 1,1 Millionen Euro finanziert wurde. Die Teilnehmergemeinschaft der örtlichen Flurbereinigung steuerte 120.000 Euro bei und der Landschaftserhaltungsverband für den Kreis Schwäbisch Hall überwies 3000 Euro.

Sicherer wurde die Strecke bei Westgartshausen, auf der tagtäglich rund 6900 Fahrzeuge unterwegs sind (darunter Laster mit einem Anteil von knapp 5,5 Prozent), nicht nur „für Vierbeiner, sondern auch für Zweibeiner“, wie das Stadtoberhaupt sagte. Denn auf einer Länge von rund 550 Metern verpasste die Baufirma Thannhauser auch einer ruppigen und unfallträchtigen S-Kurve einen sanfteren Verlauf.

Nach dem jahrelangen Hickhack hatte Ortsvorsteher Hermann Wagner aus Westgartshausen bei der Einweihungsfeier am Sonntag einen „guten Rat“ für das Verkehrsministerium parat: „Wenn man etwas plant, sollte es dann auch in einem Stück gebaut und nicht auf Jahrzehnte verteilt werden.“

Und jetzt müssen nur noch die Eltern ihren (Schul)-Kindern einschärfen, von der Bushaltestelle nicht direkt über die Straße zu springen, sondern einen (noch zu bauenden) Fußweg an die Unterführung zu benutzen.

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