Keine Küken in Crailsheim und Jagstheim

In Crailsheim und Jagstheim gibt es heuer keine jungen Störche. Nur in Wildenstein gibt es noch Hoffnung. Die Expertin Ute Reinhardt ist enttäuscht.

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Noch brüten die Crailsheimer Störche auf ihren Eiern. Schlüpfen wird hier aber nichts mehr. Die Eltern werden in den nächsten Wochen das Nest immer häufiger verlassen.  Foto: 

Die für Donenrstagabend angekündigte Beringung des Jagstheimer Storchenkükens „fällt aus wegen ist nicht“, teilte die Baden-Württemberger Storchenkoordinatorin Ute Reinhardt gestern mit. Und ist ziemlich frustriert, denn der Grund ist tragisch: Das Jagstheimer Storchenküken lebt nicht mehr. „Vielleicht ist es schon in der ersten Kältewelle am 20. oder 22. Juni gestorben“, meint sie und vermutet, dass das Küken schon zu groß war, um regelmäßig gehudert, also von den Eltern gewärmt zu werden. Aber noch zu klein, um sich selbst ausreichend zu wärmen. „Und dann ist es halt gestorben.“ Vielleicht sei es auch nicht gut genug ernährt gewesen. „Man weiß es nicht“, sagt Ute Reinhardt.

Der Frust ist der Storchenexpertin anzumerken, nicht nur über den Ausfall der Brut in Jagstheim. Auch in Crailsheim gibt es keine Chance mehr, dass aus den Eiern, die von den Störchen nach wie vor brav bebrütet werden, überhaupt noch Junge schlüpfen.

80 Prozent der Jungstörche sind gestorben

Crailsheim und Jagstheim passen ins aktuelle Storchenjahr, das „katastrophal“ war, sagt Ute Reinhardt, und das ist vor allem der Grund, warum sie derzeit so frustriert ist. „Rund 80 Prozent der Jungstörche sind gestorben“, in manchen Gegenden wie etwa im Breisgau noch mehr. Besser sah es nur in Konstanz aus. Dort waren es aber auch noch rund 70 Prozent.

Crailsheim und Jagstheim sind also keine Ausnahmeerscheinungen im Storchenjahr 2013. Ute Reinhardt ist in den letzten Tagen im ganzen Land herumgefahren, um „zu bergen“. „Wenn die toten Küken kleiner sind als zum Beispiel in Jagstheim, dann können die Eltern sie aus dem Nest befördern.“ Wenn sie aber schon zu groß waren, dann schaffen die Störche das nicht mehr. Der Nestgesundheit zuliebe wird hier dann eingegriffen. „Aber das ist ein blödes Geschäft“, sagt Ute Reinhardt, die mit der Feuerwehrleiter viel lieber zum Beringen zu den Nestern hochfahren würde. Nach Jagstheim wird sie heuer aber nicht kommen. „Das Küken war ja erst drei Wochen alt. Das haben die Eltern sicher noch geschafft.“

In Wildenstein hingegen ist noch alles offen. Da kann es sein, dass seit etwa einer Woche Junge im Nest sind. Christlinde Kronenwetter wohnt direkt gegenüber vom Nest und hat „schon das Gefühl, dass da was lebt“. Die Storcheneltern seien sehr vorsichtig, es könne auch sein, dass gefüttert werde. „Aber man sieht in den Horst nicht hinein“, sagt sie, „man bräuchte dafür schon die Feuerwehr.“ Und so ist es halt – auch bei Storchens: Die Hoffnung stirbt zuletzt, und vielleicht kommt Storchenbeauftragte Ute Reinhardt ja doch noch zum Beringen in die Gegend, nämlich nach Wildenstein, zum Nest gegenüber von Christlinde Kronenwetter.

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