Jiskra: "In der Musik spricht Seele zu Seele"

20 Jahre lang hat Josef Jiskra die Stadtkapelle Crailsheim geleitet - und geprägt. Er war auch Dirigent des Kreisverbandsorchesters Hohenlohe. Heute, Dienstag, feiert Jiskra seinen 80. Geburtstag.

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"Als kleiner Junge träumte ich davon, ein großer Dirigent zu werden. Geworden bin ich ein kleiner Dirigent und Komponist - aber ich bin zufrieden", sagte Josef Jiskra einst. Diese Zufriedenheit strahlt er auch mit 80 Jahren aus. Wie es ihm geht? "Entsprechend dem Alter sehr gut", meint er humorvoll. Klar, dass es hie und da mal zwickt. Jiskra nimmt's gelassen.

Geboren wurde er am 4. August 1935 im Haus Nummer 73 im Dorf Benátky, nicht weit von Litomyschl in Ostböhmen entfernt, wo die Wiege des Komponisten Bedrich Smetana stand. Schon früher ermöglichte Jiskras Vater den fünf Kindern eine musikalische Grundausbildung. "Die Posaune ist mein Schicksal geworden", erzählte Jisrka. Als 16-jähriger Gymnasiast spielte er erstmals im Symphonieorchester Litomyschl, als 18-Jähriger studierte er in Prag. Nach dem Militärdienst wurde er erster Posaunist im Karlsbader Symphonieorchester, Musikdozent und Wertungsrichter. Seine Liebe zur Volksmusik bescherte ihm bereits damals Preise bei Kompositionswettbewerben.

1979 kam er nach Deutschland. In Crailsheim sprang buchstäblich der Funke über (Jiskra bedeutet Funke): Von 1980 an leitete er die Stadtkapelle. Sein besonderes Augenmerk galt dem Nachwuchs - Jiskra förderte und forderte. Stadtkapelle und Jugendkapelle errangen Preise, und die Musiker verdanken ihm etliche Auslandsreisen.

Zur Jahrtausendwende übergab er den Taktstock an Franz Matysiak. Im aktiven Ruhestand war Jiskra weiter Dirigent des Kreisverbandsorchesters Hohenlohe, des Seniorenorchesters sowie bis 2005 Posaunist im Landesblasorchester. Er komponiert leidenschaftlich gerne. Für seine Verdienste verlieh ihm der Blasmusikverband Baden-Württemberg 2007 die Ehrenmedaille in Gold.

Seine Beliebtheit scheint ungebrochen: Im Nu war das Sommerbenefizkonzert am Samstag in der Turn- und Festhalle Roßfeld anlässlich seines runden Geburtstags ausverkauft. Neben der Blaskapelle Gloria und der Blaskapelle Horaffia tritt auch die "70er Band Crailsheim" auf - eine Formation, die sich ursprünglich nur zu Jiskras 70. Geburtstag gegründet hatte. Offenbar hatten aber alle soviel Spaß dabei, dass sie einfach weiter gemeinsam spielen. Demnach haben sie Josef Jiskras Lebensmotto verinnerlicht: "Musik allein ist die Weltsprache und braucht nicht übersetzt zu werden, da spricht Seele zu Seele."

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