Jetzt ist das Ministerium am Zug

Sozialausschauss des Kreistags befasst sich mit den Erweiterungsplänen für das Kreisklinikum. Landrat lädt Minister Lucha zu Besuch nach Crailsheim ein.

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Der Campus des Kreisklinikums in Crailsheim.  Foto: 

Das Gelände des Crailsheimer Krankenhauses ist seit Jahren eine Baustelle – und das wird auch so bleiben. Diese Nachricht ist in einem positiven Sinne zu verstehen, denn mit Ertüchtigungen von bestehenden Gebäuden und Neubauten soll die Zukunft der Klinik gesichert werden. Vor anderthalb Jahren ist die neue Klinik eingeweiht worden, vor wenigen Tagen hat ein Reha-Zentrum  in einem Teil des Altbaus seinen Betrieb aufgenommen. In Bau ist derzeit die Eingangshalle des Krankenhauses, die Einweihung soll im Juni kommenden Jahres erfolgen. Für 2018 ist zudem der Bau eines Parkhauses geplant.

Großbaustelle

Noch einmal zur Großbaustelle wird der Campus des Kreisklinikums ab 2019. Dann soll das Krankenhaus durch einen Anbau vergrößert werden. In dem Anbau, mit dem sich vorgestern der Sozialausschuss des Kreistages beschäftigte, soll die Frauenklinik und die Geriatrie untergebracht werden. Die Kosten für diesen Anbau an den Neubau belaufen sich auf rund 26 Millionen Euro, rechnete Architekt Maximilian Ludes den Ausschussmitgliedern am Dienstag vor. Gebaut wird allerdings nur, wenn das Land einen erheblichen Zuschuss gibt. Eine Förderung aus dem Krankenhausbauprogramm hat das Sozialministerium bereits in Aussicht gestellt. Jetzt geht’s um die Höhe des Zuschusses. Deshalb bekommt Sozialminister Manfred Lucha in den nächsten Tagen eine Einladung von Landrat Gerhard Bauer zur Besichtigung des neuen Krankenhauses in Crailsheim. Damit soll auch nachgeholt werden, was 2016 bei der Einweihung des Klinikums nicht möglich war, weil sich die neue Landesregierung noch nicht konstituiert hatte: der Besuch des Ministers.

Dass die Hoffnungen auf einen hohen Zuschuss aus Stuttgart groß sind, verdeutlichten vorgestern mehrere Kreisräte. Helga Hartleitner (SPD) sieht das Land in der Pflicht, dem Landkreis bei der aus ihrer Sicht dringend benötigten Erweiterung des Neubaus unter die Arme zu greifen. Für Wilfried Kraft (Grüne) macht ein weiterer Bauabschnitt Sinn, weil vor allem der Bereich Geriatrie ständig wachsen werde. Jens Zielosko (CDU) hofft auf einen positiven Verlauf der Gespräche mit dem Sozialministerium. Landrat Bauer rechnet damit, dass das Ministerium bis Frühjahr `18 eine Aussage zur Förderfähigkeit des Anbaus macht. Erst wenn feststeht, in welcher Höhe das Land den Neubau fördert, legt Landrat Bauer dem Kreistag den Baubeschluss vor. Um das Projekt finanzieren zu können, muss das Land bereit sein, etwa die Hälfte der Baukosten zu übernehmen –  wie beim 2016 eingeweihten Neubau, der rund 56 Millionen Euro gekostet hat.

Schallmauer

Wenn man zu den Kosten des dreigeschossigen Erweiterungsbaus (26 Millionen Euro) die für Maßnahmen im Altbau erforderlichen Ausgaben hinzurechnet, ergibt sich eine Summe von mehr als 29 Millionen Euro. Und ist damit, so Siegfried Trittner (Freie) schon sehr dicht an der 30-Millionen-Grenze dran. Eine Schallmauer, die er ungern durchbrechen möchte. Der Fraktionsvorsitzende der Freien im Kreistag bat die Kreisverwaltung darum, die im Altbau leer gewordenen Zimmer jetzt nicht alle mit neuen Funktionen zu belegen, um räumliche Optionen zu haben, wenn es mit dem Anbau nichts werden sollte.

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