Jagst-Rettung: Minister sagt Millionen zu

14 Millionen Euro soll die Umsetzung des Aktionsprogramms Jagst in den nächsten Jahren kosten. Bei dessen Vorstellung am Mittwochabend in Bieringen wurde ansonsten wenig Neues berichtet.

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Die meisten Eckpunkte, die bei der Vorstellung des Aktionsprogramms Jagst in Bieringen vorgetragen wurden, waren bereits bekannt – etwa, dass die Kleinlebewesen wie der Bachflohkrebs bei der ökologischen Katastrophe ungeschoren davongekommen sind. Auch dass das mit Düngemitteln verunreinigte Löschwasser von der Lobenhäuser Mühle bis Bächlingen beinahe zu einem Totalverlust aller Fischarten geführt hat, ist nicht neu.

Ob seither wieder Fische in den Flussabschnitt eingewandert sind, steht noch nicht fest. Dazu müsse man die Frühjahrsbefischung abwarten, berichtete Alexander Brinker von der Fischereiforschungsstelle in Langenargen. Diese werde zudem zeigen, ob die in Folge der Katastrophe aufgetretene Schwarzfleckenkrankheit und die Kiemenschädigungen zu einer großen Wintersterblichkeit unter den überlebenden Fischen geführt haben.

"Im Zweifel geht es noch viel schneller"

Die große Neuigkeit des Abends verkündete Umweltminister Franz Untersteller persönlich: 14 Millionen Euro soll die Umsetzung des Aktionsprogramms kosten. Das sei jedoch eine vorläufige, grobe Schätzung, betonte er. Ansonsten gab sich der Minister sehr zuversichtlich und rief den Besuchern ein entschlossenes „Wir schaffen das“ entgegen.

Die Frage nach den „Wir“ beschäftigte indes Dieter Hanselmann vom Hohenloher Fischereiverein in Öhringen: Was denn geschehe, wenn Baden-Württemberg nach den Landtagswahlen eine neue Regierung bekommt? „Diese Frage ist vor allem an Sie gerichtet, Herr von Eyb“, forderte Hanselmann den CDU-Abgeordneten aus dem Hohenlohekreis zu einer Stellungsnahme auf. „Da brauchen Sie sich keine Sorgen machen. Im Zweifel geht es noch viel schneller“, konterte der.

Fest steht, dass die Umsetzung des Aktionsprogramms Jahre in Anspruch nehmen wird. Das liegt auch daran, dass dieses nicht nur die Fische zurück in den Fluss bringen soll. Zum Rettungsplan gehört auch eine Verbesserung der Gewässerökologie. Das soll vor allem durch eine bessere Durchgängigkeit erzielt werden. Dafür sollen Wehre mit Fischtreppen versehen oder abgerissen werden. Zudem sollen Uferbereiche renaturiert und Altarme entschlammt werden.

Es sind eben diese Maßnahmen, die jüngst in der Stadt Langenburg für Ärger sorgten. So bemängelte der Bächlinger Ortsvorsteher Hans-Dieter Kastner, dass bei Renaturierungsmaßnahmen zwischen Unter- und Oberregenbach Hochwasserschutz-Einrichtungen abgebaggert wurden. Das sei nicht verabredet gewesen.

"Wir haben den Biber im Blick"

Kastner sprach noch ein weiteres Problem an: „Wenn Sie von Durchgängigkeit sprechen, sollten Sie sich auch Gedanken über den Biber machen“, schmetterte er Vertretern des Regierungspräsidiums Stuttgart entgegen. Das Tier würde für jede Menge Totholz sorgen. Außerdem sei die Wiederbelebung der Jagst durch die Kormorane gefährdet. „Die holen die Fische schneller, als Sie sie einsetzen können.“

„Wir haben den Biber im Blick“, versicherte Regierungspräsident Johannes Schmalzl. Auch im Kormoran-Management gehe es voran. Wie die Maßnahmen genau aussehen, sagte er allerdings nicht. Offen zeigten sich die Vertreter des Regierungspräsidiums für die Vorschläge der Vereine und Verbände an der Jagst: „Das Aktionsprogramm kann nur erfolgreich sein, wenn man mit den Menschen vor Ort zusammenarbeitet“, betonte Schmalzl.

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