Internationaler Meisterkurs der Kammermusik im Kirchberger Schloss

Täglich können die Kirchberger derzeit klassische Klänge aus dem Schloss hören. Unter der Leitung der Pianistin und Professorin Kyoko Hashimoto findet der inzwischen zwölfte internationale Meisterkurs statt.

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Pianistin Elean Motovilova, Violinspielerin Mao Itoh, Bratschist Ching Han Lin und Cellist Unai Ruiz de Gordejuela musizieren vor Professor Rafael Rosenfeld, einem der Dozenten des Meisterkurses.  Foto: 

Der langsame Satz aus Antonín Dvoráks Klavierquartett in Es-Dur steht an. Sehr empfunden und feinsinnig wird er von der Pianistin Elean Motovilova, Violinspielerin Mao Itoh, Bratschist Ching Han Lin und Cellist Unai Ruiz de Gordejuela angegangen. Dozent Professor Rafael Rosenfeld, Cellist, hört sich den Anfang in Ruhe an.

Dann aber hakt er nach. Die Violine bringe hier vom Ton nicht genügend Leben ins Spiel, wie etwa der Luftzug durchs offen stehende Fenster im Rittersaal, versucht er zu verdeutlichen. Vom Bratschisten wünscht er sich, dass er seinen Ton mehr an dem des Klaviers orientieren möge, weil er ein Begleitmotiv im ständigen Wechsel mit dem Klavier zu spielen hat.

Überhaupt müsse er innerhalb des Ensembles mehr klangliche Präsenz zeigen. Dafür lobt Rosenfeld die vier Musikstudierenden, wie sie den Phrasierungsbogen hinbekommen haben. Beim Übergang vom einleitenden Ges-Dur zum cis-Moll des Überleitungsteils hält er das Quartett dazu an, sich gegenseitig bei der Steigerung Impulse zu geben. Die anderen beiden Dozenten, der Violinspieler Alexander Janiczek und die Pianistin Kyoko Hashimoto, arbeiten in anderen Räumen des Schlosses mit Studierenden. Insgesamt 17 aus elf Nationen - etwa aus Südkorea, China, Kanada oder aus der Schweiz - haben sich heuer angemeldet. Zwei Wochen wird intensiv am Zusammenspiel und an Meisterwerken von Klassik bis zur Moderne gearbeitet.

Die Suche nach der Ausdruckstiefe in der deutschen klassischen Musik stehe dieses Jahr etwas im Mittelpunkt des Meisterkurses, bemerkt die japanische Klavierprofessorin. Alle drei Dozenten seien durch den fast schon legendären Sándor Végh beeinflusst, dessen Stil durch die österreichisch-ungarische Musiktradition geprägt sei. Der ungarische Violinvirtuose war ein Schüler von Jenö Hubay, mit dem Komponisten Béla Bartók befreundet und war Gründer des Végh-Quartetts.

Hashimoto ist vom Ort des Meisterkurses sehr angetan. Es herrsche eine familiäre Atmosphäre. Die Umgebung sei inspirierend. Mithilfe von Erika Zander aus Crailsheim habe sie diesen Ort gefunden. Zuvor fand der Meisterkurs auch schon in Portugal und Tschechien, und auf Schloss Weikersheim sowie auf der Kapfenburg bei Aalen statt. Dort sei man aber oft zu abgelenkt gewesen, weil alles kommerzialisiert war oder einfach zu viel Touristen störten. In Kirchberg könne man sich dagegen wunderbar auf die Arbeit konzentrieren. Die Menschen seien hier nett und kooperativ, freut sich Hashimoto. Im Jahr 2006 habe es im Schloss erstmals einen Meisterkurs gegeben. Und seit 2012 gibt es ihn jedes Jahr nur noch hier. Und dass die Anwesenheit der jungen Musiker auch die Kirchberger interessiert, hat das Konzert vom letzten Sonntag gezeigt, bei dem etwa 100 Konzertbesucher im Rittersaal Kammermusikwerke Mozarts, Schuberts und Brahms', interpretiert durch die Musikstudierenden und ihre Dozenten, begeistert aufnahmen. Info Weitere Möglichkeiten zu Konzertbesuchen gibt es heute um 19.30 Uhr. Es werden Franz Schuberts Klaviertrio in B-Dur D 898, Antonín Dvoráks Dumky-Trio op. 90 und Robert Schumanns Klavierquartett in Es-Dur op. 47 zu hören sein. Das Programm für das Konzert am Samstag, 8. August, um 19.30 Uhr wird noch bekannt gegeben.

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