Geo-Caching: Fairer Kampf um das beste Versteck

Mit Geocaching, der elektronischen Schatzsuche mit einem GPS -Empfänger, hat die moderne Schatzsuche aus dem Weg das Ziel gemacht. Weltweit verstecken Fans kleine Schätze, veröffentlichen ihren Standort anhand geographischer Daten im Internet, und jeder, der ein GPS-Gerät besitzt, kann sich auf die Suche machen.

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Otto Wieland trägt sich gerade in das Logbuch eines Caches ein: »Wo, darf ich ja nicht sagen...«  Foto: 

Was gefunden wird, bleibt an Ort und Stelle, doch der Finder darf sich in einem Logbuch verewigen und seinen Erfolg im Internet dokumentieren. So hat auch der nächste Cacher noch Spaß an der Suche.

Otto Wieland aus Crailsheim ist seit 2007 mit dem Geocaching-Virus infiziert. Durch Zufall stieß er auf ein Buch des Komikers Bernhard Hoecker, einem der prominentesten Vertreter der deutschen Geocaching-Szene. Der Familienvater war so fasziniert, dass er kurz danach sein erstes GPS-Gerät auf Ebay ersteigerte, um auf Schatzsuche zu gehen. „Die Geräte waren damals noch nicht so genau, eine Abweichung von 16 Metern war ganz normal, heute sind es nur noch etwa drei Meter“, erklärt der Cacher. Angefangen zu suchen hat er in der Gegend um Crailsheim.

40 Cacher treffen sich zum Stammtisch

Er erinnert sich: „Das war damals noch etwas komplizierter als heute. Man musste sich die Koordinaten vom Computer abschreiben und eine Karte ausdrucken.“ Trotz der mühsamen Umstände wuchs die Begeisterung Otto Wielands stetig. Er begann Stammtische für Geocacher zu organisieren, um auch die Leute hinter den Nicknames kennenzulernen, mit denen er sich im Netz austauschte. „Das war interessant, und die Leute kamen teilweise sogar aus Stuttgart hierher. Zeitweise waren es fast 40 Cacher, die kamen“, berichtet Wieland.

2011 entstand dann die Idee „Mehr Caches für Crailsheim“, eine Reihe von Caches, die Wieland – angelegt als Adventskalender – in der ganzen Stadt versteckte. Noch heute muss er über die Reaktionen darauf schmunzeln. „Es war witzig zu sehen, wie die Cacher sich fast prügelten, um TFT („the first to“) zu sein“, lacht er. Mit der Aktion wollte er auch den Crailsheimern eine Möglichkeit bieten, ihre Heimat wieder einmal aus einem anderen Blickwinkel zu sehen, denn genau dieser Aspekt des Geocachings macht für ihn den Reiz aus. „Es ist wie Briefmarkensammeln. Die Caches liegen an Plätzen, die schön oder besonders sind. Man lernt etwas über die Gegend“, erklärt der gelernte Koch.

Fundort nicht verändern

Was ihn jedoch stört, ist, wenn Cacher bei der Suche Rücksicht auf die Natur und auf die nach ihnen Kommenden vergessen. Er betont: „Es gibt so etwas wie einen Kodex, alles wieder so zu verlassen, wie es war. Doch trotzdem machen manche beim Suchen die Natur um den Cache kaputt oder meinen, sie könnten ihn noch besser verstecken und verändern den Fundort – das ist sehr schade.“ Denn gerade die mit Mühe ausgesuchten Fundorte sind es, die den Suchenden immer wieder vor neue Herausforderungen stellen.

Ein Cache kann so winzig sein, dass man ihn mit bloßem Auge gar nicht auf den ersten Blick erkennt, versteckt in einer Schraube etwa, oder an einem Nylonfaden baumelnd in der Luft. Genau deshalb ist Otto Wieland auch immer gut gerüstet, wenn er auf Tour geht. Vorbereitete Caches hat er immer im Auto, falls er den perfekten Platz zufällig findet. Er hat immer Werkzeug dabei wie Taschenlampe und einen Greifer, damit ihm kein Cache entgeht. Außerdem fertig vorbereitete neue Caches – man weiß ja nie, wann einem zufällig das perfekte Versteck begegnet.

INTERVIEW: Beim Lösen der Rätsel sind oft kreative Ansätze gefragt


Geocaching goes urban. . .

 

Mittlerweile bieten immer mehr Städte Geocaching-Touren als Alternative zu Führungen an. In Bad Mergentheim etwa gibt es verschiedene Touren für Erwachsene und Kinder. Die GPS-Geräte können direkt bei der Tourismusinformation ausgeliehen werden. Die Nutzung ist kostenlos, lediglich ein Personalausweis muss hinterlegt werden. Informationen dazu finden sich unter tourismus@bad-mergentheim.de, telefonische Auskunft gibt es zudem unter 0 79 31 / 57 48 15.

Auch in Schwäbisch Hall gibt es eine GPS-Schnitzeljagd durch die Altstadt auf den Spuren der Hexe Katharina. Es müssen Caches gesucht und Rätsel gelöst werden. Die Tour ist für GPS-Geräte und Handys ausgelegt.

Info Caches und Informationen gibt es zum Beispiel unter: www.opencaching.de oder unterwww.geocaching.com. Hier gibt es auch den Link zur Geocaching App fürs Smartphone.

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