Gemeinderat befasst sich mal wieder mit dem Bahnhof - und ist ernüchtert

Ein neuer Bahnhof in Crailsheim? Das bleibt weiterhin eine Vision, wie sich in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates herausstellte. Die Barrierefreiheit soll jetzt wenigstens angestrebt werden.

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  • Dieses Luftbild verdeutlicht, wie groß die Bahnanlagen in Crailsheim bis heute sind und wie sehr sie die Stadt in eine Ost- und eine Westhälfte teilen. Die Verlängerung der Unterführung soll für eine bessere Verbindung sorgen. Archivfoto: Peer Hahn 1/5
    Dieses Luftbild verdeutlicht, wie groß die Bahnanlagen in Crailsheim bis heute sind und wie sehr sie die Stadt in eine Ost- und eine Westhälfte teilen. Die Verlängerung der Unterführung soll für eine bessere Verbindung sorgen. Archivfoto: Peer Hahn
  • Welch großes Hindernis die Treppen am Bahnhof sind, erlebte auch DB-Konzernbevollmächtigter Fricke. Foto: Harthan 2/5
    Welch großes Hindernis die Treppen am Bahnhof sind, erlebte auch DB-Konzernbevollmächtigter Fricke. Foto: Harthan
  • Die Stadt will die Unterführung zum Alten Postweg verlängern – und muss das wohl alleine bezahlen. Archivfoto: Zigan 3/5
    Die Stadt will die Unterführung zum Alten Postweg verlängern – und muss das wohl alleine bezahlen. Archivfoto: Zigan
  • Um 1900 war die Stadt noch ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt: Das Foto zeigt den württembergisch-bayerischen Bahnhof in Crailsheim. Foto: Stadtarchiv 4/5
    Um 1900 war die Stadt noch ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt: Das Foto zeigt den württembergisch-bayerischen Bahnhof in Crailsheim. Foto: Stadtarchiv
  • So sieht es heute in der ehemaligen Eisenbahnstadt Crailsheim aus: Der Bahnhof ist ein barackenähnlicher Bau mit dem Charme eines Provisoriums. Foto: Harthan 5/5
    So sieht es heute in der ehemaligen Eisenbahnstadt Crailsheim aus: Der Bahnhof ist ein barackenähnlicher Bau mit dem Charme eines Provisoriums. Foto: Harthan
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Auf Drängen der Grünen-Fraktion befasste sich das Stadtparlament in seiner jüngsten Sitzung mit dem Bahnhof. Wie auch CDU-Stadtrat Uwe Berger, unterstellen die Grünen Oberbürgermeister Rudolf Michl, sich nicht genügend für das Thema einzusetzen. Auf Antrag der Grünen hat die Stadtverwaltung ihre Aktivitäten seit 2012 - damals verabschiedete der Gemeinderat eine Resolution in Sachen Bahnhof - dokumentiert. Das Credo: Die Bahn kann sich durchaus einen neuen Bahnhof vorstellen, will sich finanziell aber nicht beteiligen. Das Gleiche gilt für die Verlängerung der Unterführung bis zum Alten Postweg. Lediglich bei der Barrierefreiheit sieht sich die Bahn mit im Boot, wird aber laut Verwaltung auch bei diesem Projekt hinsichtlich der Finanzierung nicht konkret.

Die Sitzungsvorlage aus dem Rathaus bezeichnete Uwe Berger (CDU) als "ernüchternd". Alles in allem sei man so weit wie 2012. Letztendlich gebe es keine konkreten Zusagen der Bahn, "alles ist offen". Grünen-Fraktionsvorsitzender Wilfried Kraft fehlt der richtige Ansatz bei den bisherigen Gesprächen. Um der Bahn Verbesserungen in Crailsheim schmackhaft zu machen, müsse ein Entwicklungskonzept für das gesamte Bahngelände erstellt werden. Die Bahn müsse in die Lage versetzt werden, Flächen, die sie nicht mehr braucht, verkaufen zu können. Diesbezüglich müsse sich die Stadt viel mehr Gedanken machen als bisher. Vor Wochen hatten Kraft und der Grünen-Bundestagsabgeordnete Harald Ebner gefordert, die Stadt müsse "Himmel und Hölle in Bewegung setzen", damit die Bahn in Crailsheim was tut (das HT berichtete).

Zwei Aufzüge kosten zwei Millionen Euro

Einen ganz anderen Ansatz hat Helga Hartleitner (SPD). Ihr geht es um konkrete, zeitnahe Verbesserungen. Insbesondere die Barrierefreiheit ist der Stadträtin ein Anliegen. Auch für die Bahn steht, ergibt sich aus der Sitzungsvorlage für die Stadträte, dieses Thema im Vordergrund. Dort heißt es wörtlich: "Die DB sieht sich bei der Finanzierung der Aufzüge in ihrer Pflicht, aber derzeit nicht in der Lage, eine Zustimmung zur Finanzierung zu geben." Nach HT-Informationen kostet der Bau von zwei Aufzügen rund zwei Millionen Euro. Die Aufzüge könnten wohl frühestens 2016 ihren Betrieb aufnehmen. In der Sitzungsvorlage heißt es weiter: "Die Finanzierung der Maßnahmen zur Herstellung der Barrierfreiheit wird von der DB geprüft." Derzeit können nur die Gleise 1 und 2 barrierefrei erreicht werden - aber nur vom Empfangsgebäude aus. Wer von der Innenstadt kommt und die Unterführung benutzt, muss Treppen steigen, egal zu welchem Gleis er will.

Letztendlich stimmte der Gemeinderat dem Beschlussantrag der Verwaltung zu, wonach "der Gemeinderat zustimmt, die Entwicklung des Bahnhofareals voranzutreiben". Konkret heißt das, dass wohl zuerst die Aufzüge zu den Bahnsteigen gebaut werden. Dann könnte der Durchstich der Unterführung zum Alten Postweg kommen. Der ist im Stadtentwicklungsplan (STEP) allerdings erst für die Jahre nach 2025 vorgesehen. Auch deshalb, weil sich die Bahn bislang weigert, diese Maßnahme zu bezuschussen.

Lesen Sie zum Thema Bahn auch das große HT-Interview mit Verkehrsminister Winfried Hermann

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