Gaby Rühlings neue Bilder hinterlassen Fragen

Sie stelle mit ihren Bildern sehr viele Fragen, resümierte Bürgermeister Siegfried Gröner vor über 150 Vernissagegästen der Adventsausstellung von Gaby Rühling im Rathaus in Rot am See.

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Gaby Rühling vor ihrem Bild »Feuerschein I«. Foto: Ralf Snurawa

Die drängendste und zugleich rätselhafteste Frage findet sich in ihren Bildern mit der nach der Menschengruppe. Sie erscheint zumeist schattenhaft und gesichtslos, fast eher als Teil einer Landschaft, wie etwa in ihren beiden zwischen konkreter und abstrakter Darstellung changierenden "Grünen Landschaften".

Sie tauchen auch völlig überraschend in dem gelblich-grünen Bildpaar "Licht" zwischen abstrakten Linien auf, wie auf dem rötlichen "Aufstrebend" die nach oben gerichteten Hände. Oder sie erscheinen als "Gesellschaft" zwischen Säulen, die ein wenig auf Venedig zu verweisen scheinen. Die maskenhaften Gesichter auf anderen Bildern scheinen auch auf die für ihren Karneval berühmte Stadt zu verweisen.

Die Lagunenstadt ist einer der farblich schillernden und passenderweise aquarellierten Schwerpunkte der inzwischen 22. Adventsausstellung, die die Gerabronner Künstlerin nun schon gestaltet hat. Wie immer zeigt sie dabei im Ausstellungsjahr entstandene Werke. Dazu gehören etwa viele vorwiegend in Aquarelltechnik gefertigte Stillleben mit Blumen wie Hortensien, Rosen oder Anemonen. Letztere erscheinen genauso wie der orangene oder rote Mohn in einer Wiese.

Andere Blumenbilder zeigen leicht plastisches Heraustreten aus dem Bild. Hier spielten Collagieren oder Acryl eine Rolle. Zu den eher zarten und hellen Farben der aquarellierten Bilder wirken diese Blumenbilder kraftvoll dunkel getönt - und erinnern doch wieder an die ocker-roten Landschaftsimpressionen aus der Toskana.

Kräftigere Aquarelltöne bestimmen im Gegensatz zu den venezianischen Palazzi, Brücken und Gondeln auch Skylines. "Beliebt sind bei Gaby Rühling auch interessante und beeindruckende Stadtmotive und Impressionen, beispielsweise aus New York, London, Shanghai, Dubai, Sydney oder Rotterdam." Bürgermeister Gröner fügte augenzwinkernd hinzu, dass er dort auch gerne Maler wäre.

Wie Landschaften erscheinen diese Skylines, vor allem mit dem Blick auf andere aquarellierte Landschaftsdarstellungen aus Garten, von Waldweg, Allee oder Feldern - oder auch wie die nebeneinander gestellten "Gefäße". Die "goldenen Gefäße" dagegen haben wieder etwas von der Plastizität der dunkleren Blumenbilder, genauso wie der "Vulkan", dem man sein unbändiges Wesen geradezu ansieht.

Info Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Rathauses noch bis zum 2. Januar 2015 zu sehen. Zusätzlich ist sie sonntags am 30. November sowie am 14. und 21. Dezember jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

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