Fünf-Jahres-Garantie als Köder

Toyota ist der größte Auto-Hersteller vor der Skandal-Marke VW. Auf Rang fünf liegt Hyundai dank forscher Modell-Politik.

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Der aufgefrischte Renault Grand Scenic – die Ähnlichkeiten zum Espace sind nicht zu leugnen.  Foto: 

Reine Stückzahlen gemessen an real verkauften Fahrzeugen – die sind auf dem Automobil-Markt nach wie vor der Gradmesser schlechthin. Hyundai hatte mit dem Kompakt-SUV ix35 hierzulande in den vergangenen Jahren einen guten Start: Rund 90 000 Erstzulassungen waren in Deutschland zu verzeichnen gewesen. Da lag es auf der Hand, dass die Südkoreaner diese Linie kontinuierlich verfolgen würden: Mit dem Tucson legten sie einen vielversprechenden Nachfolger auf.

Er trägt zwar einen doch eher zäh einprägsamen und umständlichen Namen, weil dieses Modell seit der Einführung 2005 in Nordamerika dort schon immer so hieß und nun übernommen wurde, aber insgesamt wirkt der ix35-Nachfolger deutlich frischer. Technisch teilt sich der Tucson die Plattform mit dem Kia Sportage. Hausintern jedoch ist das Kompakt-SUV der Trendsetter. So orientierte sich sogar der große Bruder Santa Fe (bei dessen jüngster dritter Auflage) im Gesamt-Auftritt beim Tucson.

Insgesamt ist das Platzangebot für Passagiere und Gepäck gewachsen. So steht nun ein Kofferraumangebot von 513 Liter bereit, das sind 48 Liter mehr als zuvor. Wird die teilbare Rückbank umgelegt, stehen gar 1503 Liter zur Verfügung.

Der Kunde hat beim Tucson gleich die Wahl zwischen acht Modell-Varianten. Der Testwagen war bestückt mit dem 1.6-Turbo-Herzen, das kräftige 177 PS (130 kW) leistet. Als Allrad-Vertreter rutscht er allerdings in einen vergleichsweisen negativen CO2-Bereich von 175 g/km.

Da hat Hyundai durchaus umweltfreundlichere Alternativen wie den 1.7 CRDi Blue mit 116 PS (85 kW) im Angebot, der deutlich verbauchsärmer ist und einen CO2-Wert von 119 g/km aufweist. Wer sich für den Tucson entscheidet, der hat die Option, sich gegenüber der manuellen Sechsgang-Schaltung für einen Aufpreis von 1900 Euro ein sechsstufiges Automatikgetriebe oder je nach Motorisierung ein Sieben-Gang-DSG zu leisten. An dieser Stelle ein Rat: Eine Probefahrt wäre jedem zu empfehlen, ob er diese finanzielle Mehrleistung bringen möchte.

Erfreulicherweise hat Hyundai nicht gespart, was die Assistenzsysteme anbelangt. Ob toter Winkel oder autonome Bremsunterstützung, da sind die Asiaten auf Augenhöhe mit der Konkurrenz.

Hyundai sieht sich in Deutschland insgesamt auf einem guten Weg. Im vergangenen Jahr wurden hier über 108 000 Fahrzeuge dieser Marke verkauft, damit rangieren die Südkoreaner sogar auf Platz drei der Importeurs-Liste.

Mit dem Tucson haben die Asiaten einen weiteren Trumpf ausgespielt – inklusive einer strammen Fünf-Jahres-Garantie ohne Kilometerbegrenzung. Da müssten direkte Konkurrenten wie der Ford Kuga, Skoda Yeti, VW Tiguan (je zwei Jahre) sowie Mazda CX5 und Nissan Qashqai (je drei Jahre) ordentlich ins Grübeln kommen.

Gut abgewägt werden sollte freilich, ob es zwingend nötig ist, sich auf eine Allrad-Variante einzulassen. Denn hier spielt auch der dementsprechende Geldbeutel eine entscheidende Rolle. Der Einstieg in die Tucson-Welt beginnt bei 22 700 Euro für das 1.6-Benziner-Modell. Gleich stramme 7150 Euro mehr sind dann für den günstigsten Allrad-Vertreter zu stemmen.

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