Fröbelschule Ellrichshausen hat Außenklasse an Realschule Karlsberg

Seit Schuljahresbeginn gibt es an der Realschule am Karlsberg eine Außenklasse der Fröbelschule Ellrichshausen. Behinderte und nicht behinderte Kinder lernen miteinander und voneinander.

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Fünftklässler der Realschule am Karlsberg und sieben Schüler der Außenklasse der Fröbelschule Ellrichshausen bereiten ihren gemeinsamen Ausflug nach Bad Mergentheim vor.  Foto: 

Ob Lieder singen, tanzen und trommeln oder in Arbeitsgruppen die Bahnhaltestellen zwischen Crailsheim und Bad Mergentheim herausfinden – zwischen den Schülern der Klasse 5b der Realschule am Karlsberg (RAK) und der Außenklasse der Fröbelschule Ellrichshausen gibt es keine Berührungsängste. Davon konnte sich am Montag eine Delegation mit Landrat Gerhard Bauer, Oberbürgermeister Rudolf Michl und Kreisrat Jens Zielosko bei einem Schulbesuch an der RAK überzeugen.

Seit Schuljahresbeginn haben die sieben Förderschüler ein eigenes Klassenzimmer an der RKK. Hier lernen sie mit Sonderschullehrerin Brigitte Klupp den vom Bildungsplan vorgegebenen Unterrichtsstoff und den Umgang mit Gleichaltrigen, die keine Behinderung haben.

In der Praxis sieht das so aus: In manchen Unterrichtsstunden besuchen die Schüler eine der Realschulklassen, es gibt gemeinsame Bastelaktionen und Ausflüge – so wie die Klassenfahrt mit Übernachtung in den Wildpark Bad Mergentheim, die die Außenklasse zusammen mit ihrer Partnerklasse 5b plant. Manche Angebote nehmen nur einzelne Schüler wahr: So besucht ein Junge die Englischstunden der Klasse 5, ein  Mädchen nimmt an den Proben des Schulchors teil. Einige Fröbelschüler engagieren sich in der Schülermitverantwortung (SMV).

„Das Wesentliche findet in den Pausen statt“, berichtet Ulrich Kern. „Wir beobachten einen ganz selbstverständlichen Umgang unter den Schülern beider Schularten. Dazu gehört auch das beliebte Armdrücken mit den Zehntklässlern.“ Für den Schulleiter der Realschule am Karlsberg ist das gemeinsame Lernen und Leben unter einem Dach für alle Beteiligten eine Bereicherung und Chance: „Unsere Schüler lernen tolerant, hilfsbereit und rücksichtsvoll mit Menschen mit Behinderung umzugehen. Behinderte erfahren in unserer Schule Vorbilder und einfach ein Stück Normalität.“

Wichtig, neue Konzepte zu entwickeln

Dabei sei es wichtig Konzepte zu entwickeln, die weder die Kinder mit Förderbedarf, noch die Realschüler und auch nicht die Lehrer überfordern. Deshalb hätten sich RAK und Fröbelschule in mehreren Sondierungsgesprächen nicht für das Modell der inklusiven Beschulung einzelner Förderschüler, sondern bewusst für das Modell der Außenklasse entschieden, erklärt Kern. Es ist übrigens das erste Mal, dass eine Realschule in der Region eine Außenklasse aufnimmt.

Das Modell macht auch aus Sicht des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums Geistige Entwicklung, wie die Fröbelschule in Ellrichshausen inzwischen heißt, Sinn. Schulleiterin Hildegard Saur betont: „Für unsere Schüler ist – im Gegensatz zur Inklusion – die kooperative Schulform wichtig, denn sie haben dort eine permanente sonderpädagogische Begleitung. Außerdem haben sie weiterhin den Kontakt zu ihrer Peergroup, den sie dringend brauchen.“ Die Schüler der Außenklasse besuchen an zwei Nachmittagen weiterhin die Fröbelschule, um an einer Neigungsgruppe und am Werkunterricht teilzunehmen.

Saur erinnert jedoch daran, dass nicht für jedes behinderte Kind der Besuch einer Außenklasse Sinn mache. „Schwer mehrfach behinderte Kinder brauchen den überschaubaren, geschützten Raum der Fröbelschule. Für sie wäre der Besuch einer Außenklasse an einer so großen Schule nicht gut.“

Die Erfahrungen der ersten Monate mit den sieben Fröbelschülern an der RAK sind, da sind sich alle Beteiligten einig, überaus positiv. Sonderschullehrerin Brigitte Klupp konnte beobachten, wie sich ihre Schüler schon nach kurzer Zeit sicher im großen Schulhaus bewegten. „Alle haben einen unheimlichen Fortschritt in Richtung Selbstständigkeit gemacht. Ich hätte nicht erwartet, dass das so schnell geschehen würde“, sagt Klupp und sie fügt an: „Mit der neu gewonnenen Freiheit gehen unsere Schüler sehr gut um.“

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