Euro-Waisen im Visier

"Du bist nicht verlassen", lautet die Losung der Frauen des Gustav-Adolf-Werks. Gemeint sind damit konkret die Euro-Waisen - eine Vokabel, die einer Erklärung bedarf. Den Waisen jedenfalls kommt der Basar-Erlös zu.

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An die Euro-Waisen geht der Erlös aus dem Verkauf beim Basar im Kreuzberg-Gemeindehaus.  Foto: 

Tausende Kinder im Osten Europas, deren Eltern auf der Suche nach Arbeit ihre Heimat Richtung Westen verlassen haben, erleben in ihrem Alltag, dass sie ihre wichtigsten Bezugspersonen verloren haben. Sie sind bei Verwandten untergekommen oder ganz auf sich allein gestellt. Diesen jungen Menschen widmen sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig die Frauengruppen des diakonischen Gustav-Adolf-Werks - zum Beispiel mit dem Basar am Samstag im Gemeindehaus am Kreuzberg.

Bei Barbara Kreßel laufen die Fäden zusammen, die zu einem feinen Netz aus den Fähigkeiten der Gruppenmitglieder gewebt werden. Nur einmal im Jahr, eben bei diesem Basar, werden die Ergebnisse der Arbeit präsentiert und verkauft. "Unser Laden ist halt nur einmal im Jahr geöffnet", sagt Kreßel lächelnd. "Wir wollen ja nicht beliebig werden und uns überall einmischen", verdeutlicht die Gruppenleiterin. Und, zugegeben, so mitgliederstark ist der Kreis der überkonfessionell arbeitenden Gruppe auch nicht, als dass gleich mehrere Basare bestückt werden könnten. Dennoch ist die Gruppe ist enorm produktiv.

Wichtiger als der pure Verkauf im Gemeindehaus ist ihr und ihren Mitstreiterinnen ohnehin das Anliegen, die Euro-Waisen. Schließlich sei das ein quasi hausgemachtes Problem: "Wenn es in Deutschland mehr Altenpfleger gäbe, wären sicher bei uns nicht so viele Aushilfskräfte aus Osteuropa im Einsatz." Das ist in der Tat nachdenkenswert.

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