Es gibt keine absolute Sicherheit

Das Internet birgt Chancen, aber auch Gefahren - vor allem in punkto Datenschutz. Die Sensibilität für dieses Thema bei den Unternehmern zu wecken, war das Ziel beim Strategietreffen der Weltmarktführer.

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Hacker Götz Schartner (rechts) im Gespräch mit den Zuhörern - hier verdeutlicht er ein Grundproblem des Internets: Anders als beim direkten, persönlichen Kontakt lässt sich im Netz nicht immer eindeutig feststellen "wer ist wer".  Foto: 

Zum zwölften Mal trafen sich am Donnerstagabend Fach- und Führungskräfte zum Strategietreffen der Weltmarktführer. Von den knapp 30 Teilnehmern waren nicht wenige überrascht, wie schnell Hacker an ihre Daten kommen können. Klären, welche Daten schützenswert sind, die Mitarbeiter schulen und zumindest mal den Standartschutz aktualisieren - das waren Maßnahmen, die sich die Führungskräfte am Ende der Veranstaltung gleich für die kommenden Tage vorgenommen haben.

Zu verdanken waren diese Erkenntnisse vor allem dem eindrücklichen Vortrag von Götz Schartner, Geschäftsführer der "8com GmbH". In Windeseile manipulierte der Hacker - im Fachjargon Penetrationstester - die Smartphones der Anwesenden. Verfängliche Nachrichten wurden von einem Telefon zum nächsten gesendet oder die Handykamera unbemerkt aktiviert.

"So wird das Kernproblem der IT-Sicherheit deutlich: Wir können im Internet nicht mit Bestimmtheit sagen, wer wer ist", erläuterte Schartner. Immer wieder gelangen daher virenverseuchte E-Mails von scheinbar bekannten Absendern in Unternehmen. Außerdem identifizierte Schartner das Smartphone als Spionagewerkzeug Nummer Eins. Es hat bei sensiblen Besprechungen nichts zu suchen, da Spione es leicht manipulieren können, und die Gespräche dann mitnehmen und aufzeichnen können.

Und der professionelle Hacker betonte: "Wirtschaftsspionage ist ökonomisch höchst interessant." Das bestätigte Walter Opfermann, Regierungsdirektor beim Landesamt für Verfassungsschutz Baden-Württemberg. Er betonte: "Wir beobachten seit längerem die zunehmende Professionalisierung bei IT-Kriminalität." Das Landesamt verzeichnet hauptsächlich Angriffe aus China, die neben dem Ausspähen von Wehrtechnik vor allem das Ziel haben, Wissen aus deutschen Unternehmen abzugreifen und so wirtschaftliche Vorteile zu erhalten.

Firewalls und Anti-Viren-Programme sorgen für etwas Sicherheit, den absoluten Schutz gibt es aber nicht. "Allerdings lassen sich die Risiken reduzieren", betont Schartner. Hierfür empfiehlt er, die Software regelmäßig zu aktualisieren und mit professionellen IT-Partnern zusammenzuarbeiten. Außerdem müssen Mitarbeiter auf Risiken hingewiesen und zum regelmäßigen Austausch ihrer Passwörter angehalten werden. Durch "Entnetzung" lässt sich das Risiko ebenfalls eindämmen - die Daten unterschiedlicher Abteilungen sollten auch getrennt von einander gespeichert und verarbeitet werden.

In umgekehrter Richtung sei das Ausspähen von ausländischen Unternehmen übrigens wenig lukrativ. "Wir sind ja schon Weltspitze , viel ist im Ausland nicht zu holen. Was soll da Wirtschaftsspionage im Ausland bringen", zeigte sich Opfermann überzeugt.

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