Erlesenes mit Barbara Kniest

Die Theologin und Kindergärtnerin war in der Reihe „Erlesenes“ von Ursula Gmähle in der Eugen-Grimminger-Schule zu Gast. Dort stellte sie zwei Romane eines afrikanischen Autors vor.

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Katrin Berk begrüßte das große Publikum und Barbara Kniest, die wieder einmal ihre alte Schule betreten hatte. Die Schulleiterin findet es „wunderbar, dass das Tansania-Projekt an der Schule lebt“.

Ursula Gmähle empfiehlt zum ersten Mal ein Kinderbuch. Kai Pannen erzählt in „Du spinnst wohl!“ in Form eines Adventskalenders die Geschichte der Spinne Karl-Heinz und der gefangenen Fliege Bisi. „Man erlebt die tollsten Sachen mit den beiden.“

Zuvor hatten die Besucher schon Köstlichkeiten wie Tafelspitzsülze oder Poulardenbrust auf Linsensalat genossen. Waldemar Pazurek ließ sich inspirieren. „Es ist das erste Kochbuch, das ich vorschlage.“ Ursula Gmähle hält die „Schwarzwälder Tapas“ von Verena Schneidel und Manuel Wassmer hoch.

„Die Moderatorin ist toll beim Büchervorstellen.“
- Mira Lenk, Besucherin der Reihe „Erlesenes“

Die Belletristik ist mit Leon de Winter sehr prominent und mit Joseph Lloyd Carr als Wiederentdeckungsautor besetzt. Der „genial geschriebene“ Agententhriller in 32 Kapiteln spielt formal mit dem Aufbau der Goldberg-Variationen. Der niederländische Erfolgsautor fingiert einen alternativen Verlauf der Ermordung Osama bin Ladens 2015. „Ein Pageturner, neudeutsch gesagt“, schwärmt Gmähle. „Ein Monat auf dem Land“ ist „von außen unscheinbar. Ein bis dato unbekannter Autor, wie ein Geheimtipp.“ Carr lässt in dem erst jetzt ins Deutsche übersetzten, 1980 erschienenen Roman einen 25-jährigen Restaurator einen August erleben. „Eine ganz zarte, wunderschöne Geschichte, eine kleine Perle im diesjährigen Literaturbetrieb.“

Matthias Brandt legt mit „Raumpatrouille“ ein Buch vor, das bei der Buchhändlerin 2016 „ganz weit oben auf der Hitliste“ steht. In 14 Geschichten erzählt der jüngste Sohn von Ruth und Willy Brandt Episoden. Ein Kanzlerkind in der alten Bundesrepublik, mit Sicherheitshund, der bei schnellen Bewegungen anderer schon mal zubeißt; ein Junge, der Kakao trinken geht zu einem älteren Nachbarn. Der heißt Heinrich Lübke. Brandt schreibt „sehr minimalistisch, sehr schön moduliert“, findet Ursula Gmähle. Er arbeitete dabei mit dem Jazzpianisten Jens Thomas zusammen, der die CD „Memory boy“ parallel zu dem Erzählwerk herausgegeben hat. Beide regten sich gegenseitig an bei dem ungewöhnlichen Projekt.

Barbara Kniest stellt zwei Romane aus Kenia vor. „Sie spielen in der gleichen Zeit, in der ich in Tansania war.“ Der Autor Ngugi waThiong’o (Jahrgang 1936) ist zwei Jahre jünger als die Kindergärtnerin und Theologin, die ab 1958 an der kenianischen Grenze für ein Diözesangebiet „ungefähr so groß wie die DDR“ – als einzige Weiße in ihrem Dorf lebend – zuständig war. „Ich habe das alles erlebt“, sagt sie, und das gefällt ihr an „Träume in Zeiten des Krieges“ und „Im Haus des Hüters“. Es geht um die Lebensgeschichte eines Jungen, der mit 23 Geschwistern, seinem Vater und dessen vier Frauen in einer Art Familiendorf lebt. Ursula Gmähle: „Ich bin dankbar, dass Sie uns das nahegebracht haben.“

Mira Lenk ist mit dem Fotografen Roland Bauer zu „Erlesenes“ gekommen. Die Tochter des Bildhauers Thomas Lenk will das Buch von Brandt kaufen: „Matthias Brandt ist sehr nahe an meiner Biografie. Mein Vater und Willy Brandt kannten sich.“, sagt die Hallerin. „Es ist toll“, sagt sie über „Erlesenes“, „das Essen ist sehr lecker.“ Und sie findet „es schön, dass es Kultur in dieser Qualität nicht nur in Großstädten, sondern auch dem Land gibt.“

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