Erheblicher Sanierungsbedarf in der östlichen Innenstadt

Was ist im neuen Sanierungsgebiet „Östliche Innenstadt“ in Crailsheim geplant? Antworten gab die Stadtverwaltung bei einem Informationsabend.

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Wie groß das neue Sanierungsgebiet „Östliche Innenstadt“ ist, zeigt dieses Luftbild. Aus dieser Größe leitet sich seine Bedeutung für ganz Crailsheim ab.  Foto: 

Was lange währt, wird manchmal gut. In Crailsheim haben sich die Bemühungen des Rathauses, den Volksfestplatz im Rahmen eines Sanierungsgebietes herzurichten, gelohnt. Seit vergangenem Jahr gibt’s das Sanierungsgebiet „Östliche Innenstadt“, in dessen Mittelpunkt der Platz steht, den Stadtplaner Klaus Ehrmann während des Bürgerinformationsabends im Rathaus als „Parkplatzwüste“ bezeichnete.

Aus der Asphalt-Wüste soll im Lauf der nächsten Jahre ein attraktiver, vielseitig nutzbarer Platz werden, der sowohl von sanierten als auch neu gebauten Häusern eingerahmt wird – und vielleicht auch einer Stadthalle. Doch um die ging es bei dem Informationsabend nicht. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen vielmehr die Gestaltungsvorschläge der  Verwaltung und die Möglichkeiten, wie Hausbesitzer im Sanierungsgebiet finanziell unterstützt werden können. Wobei Projektleiter Peter-Uwe Blank von Wüstenrot Haus- und Städtebau (das Unternehmen wurde von der Stadt mit der Durchführung der Sanierungsmaßnahmen beauftragt) eines klarstellte: Neubauvorhaben von Privatpersonen können nicht bezuschusst werden.

Eine Million Euro vom Land

Laut Stadtplaner Daniel Orsinger hat das Sanierungsgebiet nicht nur eine „große Bedeutung“ für den Volksfestplatz, sondern für die gesamte östliche Stadt. Die Zahlen belegen das: Das Gebiet umfasst 25 Hektar, in ihm stehen rund 100 Häuser, in denen etwa 250 Menschen leben. Diese Gebäude, so Blank, sind in einem sehr unterschiedlichen Zustand. Da gibt es neue Häuser, da stehen aber auch Gebäude, deren Zustand nur noch als schlecht bezeichnet werden könne. Der Projektleiter kommt zum Ergebnis, das rund zwei Drittel aller Gebäude sanierungsbedürftig seien. Das heißt, es muss eine Menge Geld in die Hand genommen werden. Alles in allem, rechnet Blank, werden wohl 13 Millionen Euro im Sanierungsgebiet ausgegeben werden müssen. Das Land hat bislang eine Million Euro zugesagt, den Rest müssen Stadt und Private aufbringen. Wobei Blank zuversichtlich ist, dass vom Land weitere Millionen kommen. Es habe sich noch nie einer „bedarfsgerechten Aufstockung“ des Zuschusses verweigert. Dass das auch bei der neuen Landesregierung so bleibt, ist nun die Hoffnung von Rathaus und Gemeinderat.

Volksfestplatz soll nicht nur am Volksfest gut aussehen

Nicht nur wegen der hohen Kosten ist das neue Sanierungsgebiet in der Stadt eine „große Herausforderung“, wie es der scheidende Stadtplaner Ehrmann formulierte. Städtebauliches Ziel müsse es sein, dass der Volksfestplatz in einigen Jahren nicht nur an vier Tagen im September gut aussieht, sondern er müsse künftig „das ganze Jahr über eine positive Ausstrahlung haben“.

So wie es aussieht, machen viele Anlieger mit. Ein von Wüstenrot verschickter Fragebogen kam auf eine Rücklaufquote von 47 Prozent, was den Projektleiter Blank „geradezu begeistert“. Bei der Frage nach der generellen Mitwirkungsbereitschaft kam eine Quote von mehr als 40 Prozent heraus, was, so Blank, ebenfalls ein guter Wert sei. Wenn man doch noch berücksichtigt, dass 83 Prozent der Anlieger keine Umzugsabsichten haben, lasse sich aus all diesen Zahlen eine enge Verbundenheit mit dem Quartier herauslesen, so der Sanierungsexperte.

Wie geht’s nun weiter? Der Gemeinderat wird sich Anfang Juli in einer Klausursitzung mit dem Sanierungsgebiet beschäftigen. Und das Stadtparlament muss noch den Satzungsbeschluss fassen.

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