Empörung ist weiter gefragt Wettbewerb: Schüler kreieren Flugblätter

Mitmenschlichkeit, Toleranz, Völkerverständigung: Zu diesen Themen haben Hohenloher Schüler Flugblätter gestaltet. Dazu aufgerufen hatten der Arbeitskreis Weiße Rose und das Crailsheimer Stadtarchiv.

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Hinsehen. Sich verantwortlich fühlen. Für Überzeugungen eintreten. Das Vermächtnis der Geschwister Scholl ist auch 70 Jahre nach ihrer Hinrichtung nichts Vergangenes, Fernes, Abgeschlossenes. Es wirkt weiter, es ruft: Seht hin! Fühlt euch verantwortlich! Tretet für Überzeugungen ein! Und genau das war auch die Vorgabe für die Schüler, die an dem Flugblatt-Wettbewerb von Arbeitskreis Weiße Rose und Stadtarchiv teilnahmen - und jetzt bei einer kleinen Feierstunde im Spitalmuseum mit Preisen bedacht wurden.

"Wir haben Sie, liebe Schülerinnen und Schüler, aufgerufen, Verantwortung zu übernehmen und, wenn nötig, sich zu empören", sagte Ursula Mroßko, die Vorsitzende des Arbeitskreises. "Ganz konkret: Wir baten Sie, Flugblätter zu verfassen, die auf fragwürdige gesellschaftliche und politische Entwicklungen hinweisen."

Die Nazi-Herrschaft ist zwar lange vorüber, Gründe für Empörung aber gibt es auch heute genügend auf der Welt. Und so haben 35 junge Menschen ihre Arbeiten eingesandt. Die meisten kamen von Schülern der Crailsheimer Eichendorffschule und der Kirchberger Schlossschule, aber auch Schüler der Kaufmännischen Schule und der Realschule am Karlsberg nahmen am Wettbewerb teil. "Ich war begeistert von der Ausdruckskraft", bekannte Crailsheims Baubürgermeister Herbert Holl, der Oberbürgermeister Rudolf Michl vertrat. "Aus den Entwürfen spricht viel persönliches Engagement."

Ganz unterschiedlich näherten sich die Jugendlichen dem Thema. Knackige Klassiker der Flugblatt-Weltliteratur wie "Kein Mensch ist illegal" und "Kein Hunger in der Welt" durften dabei natürlich nicht fehlen. Andere Arbeiten wiederum kamen sehr viel weniger plakativ daher - wie auch das Sieger-Flugblatt. Schloss-Schülerin Maren Zanzinger aus Wallhausen hatte es gestaltet und lieferte selbst eine Erklärung: "Ein kleines Mädchen springt über seinen Schatten, es wächst zu etwas Großem heran, das Mut besitzt. Es öffnet Türen und sieht sich die Grausamkeiten dahinter an, sieht bewusst nicht weg bei Elend und Gewalt." Zanzinger ruft dazu auf, anderen eine Chance zu geben, stets offen zu sein. "Diese Arbeit ist inhaltlich überzeugend durchdacht und gestalterisch sehr differenziert", lobte Mroßko bei der Preisverleihung. Zur Belohnung gab es 300 Euro. "Ich wollte etwas zum Thema machen, in das man sich reindenken muss", sagte die Siegerin.

Auf dem zweiten Platz landete Florian Wagner. Er zeichnete Tötungsmaschinen, verbunden mit Informationen zum Waffenhandel und der klaren Botschaft "Nein danke". Die Drittplatzierten Erika Bauer und Petra Horak befassten sich in einer Fotomontage mit dem Thema Mobbing an der Schule.

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