Lehrer ist ein absoluter Lieblingsberuf

Die Crailsheimerin Anja Brückner, junge Konrektorin der Realschule zur Flügelau spricht mit dem HT über ihre Berufswahl.

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Anja Brückner spricht vom großen Glück, ein Leben leben zu dürfen, das wie gemacht ist für sie: Entsprechend kann sie den Schulalltag genießen.  Foto: 

Sie setzt sich gern in eine Ecke  und liest, ehrlich. „Ich kann auch mal Ruhe geben“, sagt sie und lacht ihr ansteckendes Lachen. Sie muss das betonen, weil sie eben meist von Menschen umgeben ist. Junge Leute, Kinder vor allem und Jugendliche, haben es ihr angetan. Sie wollte Lehrerin werden, so lange sie sich erinnern kann.

In die Wiege wurde ihr das nicht gelegt: Der Vater ist Landwirtschaftsmeister, die Mama Krankenschwester. Auf dem elterlichen Hof in Kreßberg durfte sie, wie sie es beschreibt, „Wirbelwind sein“, ganz viel Leben im Freien auskosten und von der Mama die Freude am Kochen und Backen übernehmen. Aber woher die passionierte Pädagogin ihre Lust an der Lehre hat, kann sie nur mit einer angeborenen Neigung erklären. Schon als kleines Mädchen hat sie mit den Freundinnen Schule gespielt, ob die das nun so richtig begeisternd fanden oder nicht. „Ich hatte nie ein Problem damit, vor Menschen aufzutreten, nie Angst davor, zu Klassenkameraden zu sprechen, im Gegenteil: Darauf hab ich mich immer gefreut. Das ist es, was ich machen will.“

Wahlheimat: Crailsheim

Anja Brückner ist mit jeder Faser Crailsheimerin; diese Verwurzelung ist auch etwas, das sie ausmacht. Nach Realschulabschluss und Abitur am Wirtschaftsgymnasium ging’s erstmals in die Fremde, nach Schwäbisch Gmünd an die Pädagogische Hochschule – sie hat Mathematik, Wirtschaftslehre und Mensch und Umwelt studiert –, dann nach Pfedelbach bei Öhringen zum Referendariat. An der Leonhard-­Kern-Realschule in Schwäbisch Hall war sie erstmals Klassenlehrerin, was sie wunderbar fand: „Ich wollte ran an die Schüler, hatte so richtig Lust auf die Praxis.“ Nicht zuletzt war sie in Hall auch wieder näher dran an Crailsheim, an „Daheim“.

Kochen ist kein Hexenwerk

Die Realschule zur Flügelau nennt sie ihre Wunschschule, und sie sagt „unsere Flügelau“, als habe sie nie anderes gekannt. Im letzten Schuljahr war sie dort Klassen- und Fachlehrerin, seit September ist sie Konrektorin. Eine eigene Klasse hat sie nicht mehr, was ihr ein bisschen fehlt. Aber sie ist froh an ihren Fächern, und zunehmend leidenschaftlich vermittelt sie die Ernährungslehre. Unfassbar findet sie es, wie viele Kinder nur gekauften Kuchen oder Pfannkuchen kennen, und umso schöner dann, wenn diese Kinder die Erfahrung machen, dass Selberkochen keine Hexerei ist. Oder wenn Eltern kommen, deren Kinder daheim extrem schwierige Esser sind, aber das selbst Zubereitete in der Schule mit großer Freude verputzen. Ach, sie weiß gar nicht, wo anfangen, wenn sie beschreiben soll, warum sie sich so wohlfühlt an der „Flügelau“. „Eine tolle Schule, ich komme jeden Tag gern hierher“, so bringt sie es auf den Punkt. Leicht nachzuvollziehen, dass sich auch die Kinder freuen, wenn sie ihre „Frau Brückner“ auf der Straße sehen oder dass sie nach dem Unterricht auch mal sagen, die Stunde habe Spaß gemacht. Solche kleinen und großen Zeichen der Wertschätzung machen keinen geringen Teil der Freude am Schulalltag aus.

Die junge Konrektorin, 1985 geboren, ist seit Mai mit dem Bruder einer Studienkollegin verheiratet. Sie spielt mit der ihr eigenen Begeisterungsfähigkeit in der Theatergruppe der Bühne Marktlustenau im gleichnamigen Kreßberger Ortsteil, die sich derzeit auf die nächste Premiere vorbereitet. Im Sportverein trainiert sie Step Aerobic und Zumba. „Ich bin schon meistens mit Menschen zusammen.“

Sie verrät ihren Wahlspruch: „Wenn man etwas gern mag und macht, fällt es so viel leichter.“ Diese Schule, die sie sich ausgesucht hat, macht es ihr besonders leicht. Sagt sie und lacht.

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