Ein teures Vergnügen?

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Anna Berger  Foto: 

Stefan Kinzler ist Schausteller in vierter Generation. Mit seiner Frau, seiner Tochter und deren Mann betreibt er das Fahrgeschäft „Wilde Maus“. In Crailsheim gastiert seine Familie seit 70 Jahren. Doch Stefan Kinzler bangt um die Zukunft seines Geschäftes. Grund dafür ist der Umgang Deutschlands mit einer von der EU erlassenen Norm. Eigentlich sieht die Norm vor, dass alte Fahrgeschäfte Bestandsschutz genießen und nur neue Geräte nach den Maßgaben der Norm gebaut werden müssen. In Deutschland gibt es allerdings nur für historische Fahrgeschäfte und das Kinderkarussell eine Ausnahmeregelung. „Und das, obwohl hier sehr hohe Sicherheitsstandards herrschen“, betont Lorenz Kalb, Vorsitzender des süddeutschen Schaustellerverbands. Für Stefan Kinzler bedeutet das Folgendes: Alleine die Überprüfung seines Fahrzeugs durch den TÜV kostet 120 000 Euro. Die Kosten teilt er sich mit zwei Kollegen, die eine „Wilde Maus“ aus derselben Baureihe besitzen. Doch was passiert, wenn der TÜV beschließt, dass Kinzler neue Gondeln braucht? „Das würde uns 500 000 Euro kosten“, so der Schausteller. Ob er dann den Preis für eine Fahrt mit der „Maus“ halten kann, bezweifelt er. Sein Großvater habe immer gesagt, der Rummel solle ein Vergnügen für alle sein und kein teurer Spaß. Am Ende zahlen die Besucher für die bürokratische Kurzsichtigkeit.

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