Ein Leben für die Feuerwehr

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Der ehemalige Kreisbrandmeister Otto Stimpfig ist 92 Jahre alt geworden. Archivfoto

Er war eine stattliche Erscheinung. Wenn er in seiner Uniform vor einem stand, dann spürte man schnell, dass dieser Mensch gewohnt ist, zu sagen, wos langgeht. Otto Stimpfig aus Crailsheim war ein Feuerwehrkommandant wie aus dem Bilderbuch. Seine Geradlinigkeit, seine Entscheidungsstärke und sein Verantwortungsbewusstsein machten ihn zum Vorbild für viele Feuerwehrkameraden in Stadt und Kreis.

Otto Stimpfig, der seit 2010 im Wolfgangstift gelebt hat, ist dort vor einer Woche im Alter von 92 Jahren friedlich eingeschlafen, heute wird er beerdigt. Um ihn trauern nicht nur Familie und Feuerwehrmänner und -frauen, um ihn trauern viele Menschen in der Stadt, weil er sich nicht nur für die Feuerwehr eingesetzt hat, sondern auch auf vielen anderen Gebieten ehrenamtlich engagiert war. So war er fast 40 Jahre lang Vorsitzender des Liederkranzes Roßfeld und arbeitete auch im Kirchengemeinderat der Christusgemeinde mit. Er ist Mitverfasser des Roßfelder Heimatbuches und war stets zur Stelle, wenn es in Roßfeld etwas zu tun gab. Seine großen Verdienste wurden 1980 mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes gewürdigt.

Otto Stimpfig war eine starke Persönlichkeit. Das äußerte sich schon in jungen Jahren. Als er 1950 in die Roßfelder Feuerwehr eintrat, wurde er gleich zum Kommandanten gewählt. Und seit damals nahm er nur noch Führungsfunktionen in der Feuerwehr wahr. Er war Kommandant der Crailsheimer Feuerwehr, er war Stadtbrandmeister und er war Kreisbrandmeister. Zudem leitete er den Kreisfeuerwehrverband und vertrat die Region im Landesfeuerwehrverband.

Der Roßfelder war selbstbewusst und mit dem Kommandoton hatte er keine Probleme. Trotzdem genoss er höchstes Ansehen bei den Feuerwehrleuten, weil er nie verleugnete, einer von ihnen zu sein. Wenn die Feuerwehren bei Einsätzen gefordert waren, war er stets und schnell zur Stelle. In diesen Situationen bewährte sich der Einsatzleiter Stimpfig mit seiner Kompetenz. Stimpfig nahm an vielen Lehrgängen teil, musste viel über Einsatztheorien lernen, doch er blieb stets Praktiker. Er wusste aus eigenem frühen Erleben, dass sich Feuerwehrmänner im Einsatz bewähren, besonders dann, wenns ernst oder gar dramatisch wird.

Otto Stimpfig, der gelernte Maurer und spätere Architekt, der lange Jahre Kreisbaumeister war, fand seine Erfüllung in der Tätigkeit als Kreisbrandmeister. Er hat also nicht nur die Crailsheimer Feuerwehr geprägt, sondern die Wehren im Altkreis Crailsheim. Wie groß das Ansehen von Otto Stimpfig ist, zeigt die Tatsache, dass er alle Auszeichnungen, die die Feuerwehr auf unterschiedlichen Stufen vergeben kann, erhalten hat - inklusive der Sonderstufe des Feuerwehr-Ehrenzeichens des Landes.

Seine Verdienste um die Feuerwehr bleiben unvergessen. Seine Kameraden nehmen heute Abschied vom Ehren-Stadtbrandmeister, vom Ehrenkommandanten, vom Ehren-Kreisbrandmeister und vom Ehren-Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzenden.

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