TC Buckenmaier: Ein Arbeitsleben für feine Wäsche

Helga Honig arbeitet seit 50 Jahren für TC Buckenmaier. Sie hat die Entwicklung zum Modehaus entscheidend mitgestaltet. Ende des Monats geht sie in den Ruhestand.

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Als Helga Honig am 1. August 1967 ihre Ausbildung begann, ahnte sie nicht, dass sie einmal ein wichtiger Baustein in der Geschichte des renommierten Crailsheimer Modehauses werden sollte. Denn ihr beruflicher Werdegang begann im Wäschehaus Täschner, das Edgar Buckenmaier damals gemeinsam mit seiner 1982 verstorbenen ersten Ehefrau Ingrid führte.„Sie war die erste Auszubildende, die ich eingestellt habe“, blickt Edgar Buckenmaier zurück: „Ein Glücksgriff.“ Die gelernte Einzelhandelskauffrau machte alle drei Umbauten und Erweiterungen des Wäschehauses mit. Bedienen, verkaufen, Messen besuchen – selbstständiges Arbeiten, von Edgar Buckenmaier und seiner Frau gefordert, wurde von Helga Honig auch immer geschätzt: „Man identifiziert sich mit seiner Arbeit  und dem Haus  eben ganz anders, wenn der Chef dir auf Augenhöhe begegnet“, sagt die erfahrene Wäschefachfrau.

Große Verbundenheit

Häufig wurde sie auch in wichtige Entscheidungen einbezogen, gerade auch bei der Zusammenstellung des Sortiments war sie stets eine gewichtige Ratgeberin: „Ich habe vor allem von Ingrid Buckenmaier viel gelernt, sie hat auch mein Verständnis für den Umgang mit den Kunden geprägt.“ Für die Ingersheimerin ist es auch selbstverständlich, in schwierigen Zeiten des Unternehmens „ihre Frau zu stehen“. Ende der 70er-Jahre wollten sich Ingrid und Edgar Buckenmaier ihren „gemeinsamen Traum“ vom eigenen, kompletten Modehaus erfüllen. Im Frühjahr 1982 setzte der Tod von Ingrid Buckenmaier den Plänen jäh ein Ende. „Es waren gerade Mitarbeiterinnen wie Frau Honig, die das Ganze dann am Laufen hielten“, sagt Edgar Buckenmaier im Rückblick mit spürbarer Dankbarkeit. In den Jahren 1983/84 erfolgte der Umbau und der Umzug an den heutigen Standort. Gerade auch für die Wäscheabteilung eine richtige Herausforderung: „Im Wäschehaus Täschner waren wir ebenerdig und konnten deswegen auch auf Laufkundschaft setzen“, erklärt Helga Honig: „Das war hier im dritten Stock ganz anders. Wir mussten die Kunden, Männer wie Frauen, erst wieder richtig für uns gewinnen.“

Wäschehaus integriert

Edgar Buckenmaier ist deswegen voll des Lobes: „Dass unser Konzept vom Modehaus aufging, lag auch daran, dass es Helga Honig und den Frauen in der Wäscheabteilung gelang, das Wäschehaus hier einzubinden, richtig zu integrieren und die Abteilung so zu einer wichtigen Anlaufstelle zu machen.“

Weitere fünf Umbauten sollte Helga Honig bis heute mitmachen. „Das verändert ja auch jedes Mal den Zuschnitt und die Präsentation des Sortiments,“ sagt die Fachfrau. Den generellen Erfolg des Familienunternehmens führt Helga Honig auf eine einfache Formel zurück. „Du musst dich für das, was du tust, auch begeistern“. Für die 65-Jährige eine wesentliche Voraussetzung, um im harten Wettbewerb zu bestehen. Sie denkt dabei ganz unternehmerisch: „Gerade ein Modehaus konkurriert heute besonders mit dem Internet und da müssen wir einfach besser sein.“

Besser sein, das heißt für Helga Honig vor allem Geduld, Einfühlsamkeit und den Wunsch, den Kunden zufriedenstellen zu wollen.“   Das „enorme Vertrauen“, das ihr Firmenpatriarch Edgar Buckenmaier stets entgegenbrachte, ist für die rüstige Verkäuferin  keine Selbstverständlichkeit: „Das musst du dir alles erst verdienen.“

Das Modehaus TC Ingrid Buckenmaier ging aus dem Wäschehaus Täschner in der Wilhelmstraße hervor, das Ingrid und Edgar Buckenmaier am  1. 3. 1973 übernahmen. Das „TC“ (Täschner Crailsheim) war ein Synonym für hochwertige Unterbekleidung.

Vollsortimenter Mit dem Neubau am heutigen Standort vollzog das Familienunternehmen den Wandel zum „Vollsortimenter“ mit heute insgesamt sechs Modewelten (Frauenreich, Männerschmiede, Schuhwerk, Kinderwald, Wäschewelt, Der Stall und Corporate Fashion).

Trendsetter Das mehrfach ausgezeichnete Modehaus mit seinen beiden Standorten in Crailsheim und Ansbach  gehört zweifelsfrei zu den Trendsettern am Markt, dessen Produktpräsentationen branchenweit Beachtung findet. Das Unternehmen verfolgt dabei die Philosophie „internationale Mode mit regionaler  Verbundenheit zu kombinieren.

Ausgezeichnet Die Wäscheabteilung ist heute als „Wäschewelt“ in das Gesamtkonzept integriert und wurde ebenfalls mehrfach gewürdigt und unter anderem mit dem Branchen-Oscar „Sterne der Wäsche“ ausgezeichnet.  Das Sortiment reicht von edler Spitzen-Wäsche, feinen Dessous, Sport-BHs, Funktions-BH’s über Beachwear über Nacht- und Tagwäsche bis hin zur Bademode für Männer und Frauen. Das Angebot wird verknüpft mit professioneller Beratung, Vermessung und Größenauswahl.

Familienunternehmen Der Betrieb wird heute in zweiter Generation von den Kindern der Firmengründer geführt. Sohn Ralph Buckenmaier, seine Schwester Gabriele Manthey und deren Mann Andreas Manthey bilden die Geschäftsleitung. Insgesamt beschäftigt TC Buckenmaier 189 Mitarbeiter ohne die S.Oliver Stores (Ansbach, Schwabach) und den Tommy Hilfiger Store in Erlangen.

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