Ehemaliger Crailsheimer Pfarrer und Stadtrat Rudolf Schütt gestorben

Sein Name ist mit Crailsheim eng verbunden, hat er doch hier viele Spuren hinterlassen: Pfarrer Rudolf Schütt. Soll, kann, muss man einen Nachruf auf Persönlichkeiten schreiben, die schon vor langer Zeit und unter ganz besonderen Umständen die Stadt verlassen haben?

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Pfarrer Rudolf Schütt 1977 bei seiner letzten Predigt beim ökumenischen Gottesdienst auf dem Burgberg.  Foto: 

Mit dieser Frage hat sich auch das HT beschäftigt und sich letztendlich für ein Ja entschieden. Auslöser war nicht zuletzt die Würdigung durch Oberbürgermeister Rudolf Michl in der jüngsten Gemeinderatssitzung sowie eine vom Gremium eingelegte Gedenkminute.

Schütt, der im Alter von 80 Jahren in Weil der Stadt gestorben ist, war einst mit der höchsten Stimmenzahl in den Gemeinderat gewählt worden und dort fast zwölf Jahre tätig. "Über den Tod hinaus sind wir Rudolf Schütt für sein positives Wirken zum Wohle der Bürger und der Stadt sehr dankbar", sagte Oberbürgermeister Michl. Schütt war als Mitglied der AWV-Fraktion von 1965 bis 1977 im Gemeinderat aktiv und damit in einer kommunalpolitisch sehr bewegten Zeit, die insbesondere von dem damaligen Oberbürgermeister Hellmut Zundel geprägt worden war.

Der hatte in Rudolf Schütt einen treuen Mitstreiter und Wegbegleiter, was immer wieder zu teils heftigen Auseinandersetzungen und Missstimmungen im Gemeinderat führte. Rudolf Schütt, der auch im Kreistag vertreten war, hat nicht nur auf diese Weise Spuren hinterlassen, sondern insbesondere auch durch seine Tätigkeit als Pfarrer.

17 Jahre lang wirkte er als Seelsorger, wobei er sich insbesondere den seinerzeit rasch angewachsenen Stadtteilen Roter Buck und Sauerbrunnen angenommen hat. Während seiner Tätigkeit wurden das Christusgemeindehaus, der Kindergarten sowie das Pfarrhaus und die Hausmeisterwohnung und auf dem Roten Buck das Paul-Gerhardt-Haus gebaut. Ein besonders Anliegen von Pfarrer Schütt war die Zusammenarbeit zwischen den Konfessionen, die in dem seinerzeit ins Leben gerufenen und bis heute bestehenden ökumenischen Pfingstgottesdienst auf besondere Weise zum Ausdruck kommt.

Sein Name ist bei vielen Menschen in guter Erinnerung. Und dennoch hat er auch schwarze Flecken. Im Juni 1977 leitete der Oberkirchenrat ein Disziplinarverfahren gegen Schütt ein. Der Grund: Veruntreuung von Kirchengeldern. Der beliebte und geschätzte Pfarrer wurde mit sofortiger Wirkung von seinem Amt suspendiert und verließ wenige Wochen später die Stadt. Er war mit der Verwaltung der zweiten Pfarrstelle an der Südkirche in Esslingen beauftragt worden, ließ der Oberkirchenrat seinerzeit verlauten.

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