Dienstleister reißen alle mit

Die jüngste Erhebung nährt die Zuversicht: Die Stimmung in der heimischen Wirtschaft hellt sich zunehmend weiter auf: Die Firmen bewerten die derzeitige Lage so gut wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr.

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Beim Blick in den jüngsten Wirtschaftslagebericht der IHK Heilbronn-Franken kommt richtig Freude auf. Denn die Umfrage, an der sich insgesamt 365 Firmen mit insgesamt 71 000 Mitarbeitern beteiligten, förderte die angenehme Erkenntnis zutage, dass sich die wirtschaftliche Gesamtlage in der Region Heilbronn-Franken im Frühherbst weiter deutlich verbessert hat. Allerdings fallen die Bewertungen in den einzelnen Branchen und Regionen durchaus unterschiedlich aus. So sind etwa die Angaben der Industriebetriebe aus Heilbronn, dem Raum Hohenlohe oder dem Main-Tauber-Kreis von großer Zuversicht getragen, während sich die Unternehmen aus dem Landkreis Schwäbisch Hall eher zurückhaltend geben, bei den Einschätzungen "fast schon besorgt" sind. "Man darf nicht vergessen, dass wir es in der Region mit ganz unterschiedlich strukturierten Räumen zu tun haben", erläutert der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Helmut Kessler.

In Summe ist die Sache im dritten Quartal dieses Jahres aber richtig im Lot. Schließlich fällt die Gesamtbewertung so gut aus wie zuletzt im Sommer des Jahres 2011. "Die regionale Wirtschaft bleibt auf Wachstumskurs", ist Elke Schweig, Hauptgeschäftsführerin der IHK Heilbronn-Franken deshalb auch sicher. Die gute Lage sorgt zudem auch dafür, dass wohl auch die Situation am Arbeitsmarkt weiterhin "stabil bleibt". Zumindest machen die Beschäftigungspläne der Betriebe Hoffnung. Im Ergebnis dürfte die Zahl der zusätzlichen Arbeitsplätze leicht steigen. Immerhin will fast jedes fünfte Unternehmen in nächster Zeit weitere Mitarbeiter einstellen. So er sie denn findet. Denn neben den steigenden Rohstoff- und Energiepreisen macht der Fachkräftemangel den Betrieben immer mehr zu schaffen. Neben der Industrie, wo die Aufträge zuletzt allerdings "leicht schwächer" ausfielen, ist es vor allem die Dienstleistungsbranche, die die heimische Wirtschaft im zurückliegenden Quartal "förmlich nach oben riss". Der Sektor, der zuletzt doch kräftig durchhing, erlebte zuletzt einen regelrechten Boom. Das gilt für Beratung und wirtschaftsnahe Dienstleistungen ebenso wie für Informations- und Telekommunikationsdienstleistungen. Nur noch jeder zehnte Betrieb dieses Wirtschaftszweiges ist derzeit mit den Gegebenheiten nicht zufrieden. Fast 40 Prozent berichten von steigenden Auftragszahlen. Und auch den Blick nach vorne bestimmt die Zuversicht. 43 Prozent der Unternehmen (Vorquartal nur 23 Prozent!) rechnen fest mit einer besseren Geschäftsentwicklung. Mit sehr angenehmen Folgen: Das Dienstleistungsgewerbe ist bei den Angaben zu geplanten Neueinstellungen "absoluter Spitzenreiter". Nicht weniger als 36 Prozent der Unternehmen wollen weitere Jobs anbieten.

Auch im Baugewerbe hat sich an der guten Lage wenig geändert. Über die Hälfte der Betriebe bewerten den derzeitigen Geschäftsverlauf als gut. Kein einziges Bauunternehmen meldete eine schlechte Geschäftslage. Doch gut heißt auch hier nicht durchgehend gut. Während sich im Straßen- und Tiefbau zuletzt wenig tat und fast jeder fünfte Betrieb sinkende Aufträge meldet, sieht es dagegen im gewerblichen Hochbau ganz passabel aus, und selbst im zuletzt flau laufenden Wohnungsbau war die Wende zum Besseren zu spüren.

Auch der Groß- und Einzelhandel trägt die Stimmung. Zwei von drei Unternehmen sprechen hier von einem "kauffreudigen oder " saisonüblichen Kaufverhalten der Kunden". Und so regiert hinter den Ladentheken denn auch der Optimismus. Die Einschätzungen der Händler für die nächsten Monate fallen so gut aus wie seit drei Jahren nicht mehr. Aber das sind eben nur Erwartungen.

Mehr zur konjunkturellen Entwicklung in der Region in der nächsten Ausgabe von RegioBusiness.

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