Die Schubert-Welt auf einen Klick

Der Verpackungsmaschinenhersteller Schubert gilt als Trendgeber in seiner Branche – bei Maschinen, Software und nun auch der digitalen Integration.

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Mehr als einmal präsentierte das Unternehmen in seiner 50-jährigen Geschichte Lösungen, die sich von der Norm abhoben und sich am Markt durchsetzten. Jetzt entwickelt Schubert an einem System, das die komplette Schubert-Welt vernetzt, virtualisiert und beinahe jeden Aspekt im Verpackungsmaschinenbau einfacher machen soll.

„Was wir vorhaben ist einzigartig“, sagt Ralf Schubert, Geschäftsführer des Familienunternehmens. „Im Prinzip geht es um die Frage, ob das Silicon Valley oder die Unternehmen aus Deutschland die Oberhand gewinnen“, erklärt Schubert.  Dienste drängen sich zwischen den Kunden und den Produzenten, dies sieht Schubert als Gefahr. „Wir müssen eine Plattform schaffen, die besser ist, als Google sie machen kann“. Schubert modifiziert sein aktuelles Prozessmanagementsystem GRIPS – eine Eigenentwicklung  – zur ausgewachsenen, webbasierten Plattform. Eigens dafür eröffnete das Unternehmen ein Büro in Stuttgart, um an qualifizierte Softwareentwickler zu kommen.

Peter Lech, Leiter der Softwareentwicklung bei dem Verpackungsspezialisten, und ein Team aus elf Mitarbeitern konzeptionieren nun die Plattform und programmieren die entsprechende Software. Die Aufgabe ist ambitioniert: GRIPS soll als zentrale Kommunikationsplattform dienen, zum einen zwischen den Mitarbeitern und Abteilungen bei Schubert, als auch mit den Kunden und Lieferanten. Zudem sollen auch die Maschinen über GRIPS kommunizieren und Konstrukteure sollen in der Lage sein, einfache Schubert-Maschinen innerhalb von 15 Minuten zu entwerfen und auch gleich mit der passenden Steuersoftware zu versehen. Jede Software im Haus, vom E-Mail-Dienst bis zum ERP-System, wird integriert: Egal was ein Schubert-Mitarbeiter macht, er macht es über GRIPS.

„Wir erschaffen ein virtuelles Abbild der Maschine, das mit allen relevanten Daten – Steuerungssoftware, Konstruktion, Verkauf, Service und vielem mehr – verknüpft ist“, erklärt Lech. So greifen alle Abteilungen des Verpackers über die Plattform auf einen Datensatz zu, redundante Arbeiten entfallen dadurch. Steht die Maschine dann beim Kunden in der Werkshalle, soll dieser die aktuellen Produktionsdaten über GRIPS in Echtzeit am iPad abrufen können.

Um diese Funktionalität gewährleisten zu können, ist ein gewaltiger Datenaustausch notwendig. „Wir schaffen ein eigenes Hochsicherheits-Datencenter, hier am Standort in Crailsheim, das nach deutschem Recht arbeitet“, weiß Lech. Für eine internationale Cloud seien die Daten viel zu sensibel. In der Zukunft sollen weitere Außenstellen des Centers entstehen, „wahrscheinlich in den USA und Australien“, sagt der Sofwareentwickler.

In drei bis fünf Jahren soll der Kunde seine Maschine selbst über GRIPS online konfigurieren und bestellen können. Das intelligente System kann auf die Schubert-Daten zugreifen und bei weniger komplexen Anlagen sogar die Konstruktion selbst übernehmen – ohne menschliches Zutun.  2017 wollen Schubert und Lech das virtuelle Abbild in das System integrieren, dann soll GRIPS schon echten Nutzen generieren. Das System legt Schubert so an, dass bei Bedarf auch Maschinen anderer Hersteller mit aufgenommen werden können. „Wir betreiben einen großen Aufwand, aber der Nutzen ist enorm“, ist Schubert überzeugt.

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