Der olympische Gedanke zählt

|

Kaum war das Ergebnis aus der ersten Auszählungen am Sonntagabend an die Wand des Ratssaals geworfen worden, stand es fest: Dr. Christoph Grimmer ist der große Gewinner der OB-Wahl, die übrigen elf Kandidaten gehen leer aus. Manch einem war die Enttäuschung deutlich anzumerken. Manch einer hatte wohl auf einen zweiten Wahlgang spekuliert. Und zwei Bewerber waren gar nicht erst zur Ergebnis-Verkündung erschienen.

„Ich bin natürlich ein bisschen enttäuscht“, gestand Alexander Hofmann. „Ein paar mehr Stimmen hätte ich mir schon erhofft.“ Der Vertriebsleiter ist nicht einmal in die Nähe seines Ziels gekommen: Fünf Prozent wollte Hofmann erreichen, 1,6 Prozent hat er geholt. Dass ein Kandidat aus dem großen Bewerberfeld schon im ersten Wahlgang gewinnen könnte, damit hatte er nicht gerechnet.

Frank Blumenstock dagegen hatte am Ende des Abends noch das gleiche Lächeln im Gesicht wie zu Beginn, als sich Kandidaten und Bürger noch gespannt-erwartungsvoll im Ratssaal tummelten.  „Ich freue mich über Platz 5“, sagt der Diplom-Informatiker. Obwohl er den Chefsessel im Rathaus nicht bekommen hat, ist Blumenstock mit der Kommunalpolitik in Crailsheim noch nicht fertig. „Ich habe mir vorgenommen, demnächst mal eine Gemeinderatssitzung zu besuchen – unter der Leitung des neuen Oberbürgermeisters.“

Nächstes Ziel: Gemeinderat

Für Vanessa Dreschner zählt der olympische Gedanke: „Ich bin dabei gewesen und wollte was bewegen.“ Dass es nicht geklappt hat, entmutigte sie nicht. Im Gegenteil, die Speditionskauffrau will weiter machen. „Wenn ich einmal Blut geleckt habe, höre ich nicht mehr auf. Mein nächstes Ziel ist die Gemeinderatswahl in zwei Jahren.“

Auch Evi Arnold will nach bei den nächsten Kommunalwahlen antreten. „Der Gemeinderat ruft“, sagte sie am Wahlabend. Bevor das Ergebnis feststand, hatte sie ein Ranking für sich erstellt, in dem sie deutlich besser lag. „Ich hab mich an fünfter oder sechster Stelle gesehen“, erzählt die Gastwirtin.

„Die Wähler haben eine klare Entscheidung getroffen. Alle haben sich auf einen Kandidaten konzentriert“, sagt Siegmund Lukoschek. Das habe er nicht erwartet, aber er sei ein fairer Verlierer und hadere nicht. „Bei einem solchen Ergebnis braucht man nicht über Gründe zu diskutieren.“

Der jüngste Kandidat wollte eigentlich unter die ersten vier kommen. „Das hat leider nicht geklappt“, sagte Alexander Kufner. „Ich freue mich für Herrn Grimmer und hoffe, dass er sich dem Vertrauen würdig erweist und Crailsheim nach vorne bringt.“

Kufner will nach der verlorenen OB-Wahl nun erst einmal in Ruhe seine Doktorarbeit fertig schreiben – und dann weitersehen. Vielleicht eine erneute Kandidatur? „Ich bin ja noch jung“, antwortet der 27-Jährige. „Ich kann mich in Crailsheim noch viermal aufstellen lassen.“ Die Stadt hat es ihm offensichtlich angetan.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Den Metzgerei-Chef schwer belastet

Eine frühere Filialleiterin, die 300.000 Euro veruntreut haben soll, bricht ihr Schweigen vor Gericht  – und berichtet von angeblicher Schwarzarbeit nebst Schwarzgeld und merkwürdigen Warenlieferungen. weiter lesen