Der Festumzug der Schulen durch die Stadtgeschichte sorgt ganz schön für Aufsehen

Die Crailsheimer sind sich einig: Der Volksfestumzug ist immer schön. Doch der Volksfestumzug der Schulen ist immer am schönsten.

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  • Karl-Heinz (links) und Konrad Lang testen den Kettentrick vor dem Umzug. 1/4
    Karl-Heinz (links) und Konrad Lang testen den Kettentrick vor dem Umzug. Foto: 
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    Nixen Foto: 
  • Ein wichtiges Ereignis der Stadtgeschichte hat jetzt einen eigenen Wagen: Der Reformator Adam Weiß (überzeugend dargestellt von ASG-Religionsleher Pfarrer Walter Meiser) zog alle Blicke auf sich. 3/4
    Ein wichtiges Ereignis der Stadtgeschichte hat jetzt einen eigenen Wagen: Der Reformator Adam Weiß (überzeugend dargestellt von ASG-Religionsleher Pfarrer Walter Meiser) zog alle Blicke auf sich. Foto: 
  • „Lasst mich raus“ ruft diese Schülerin aus einem mittelalterlichen Kerker. 4/4
    „Lasst mich raus“ ruft diese Schülerin aus einem mittelalterlichen Kerker. Foto: 
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Nach dem Volksfest ist vor dem Volksfest, und das beginnt für Werner Kohr und seine Kollegen vom Crailsheimer Baubetriebshof schon früh, nämlich im Juli. Denn besonders vor dem historischen Umzug der Schulen geht es auf dem Bauhof rund. Die Festwagen müssen geholt und gerichtet werden. „Wir haben sie in Einzelteilen in den Scheunen der Ortsteile gelagert“, erklärt Werner Kohr, und das Zusammenbauen dauert natürlich seine Zeit. „Denn die üblichen Dienste machen wir natürlich sowieso“, sagt er. Auch die neuen Wagen baut der Bauhof, wie zum Beispiel den aufsehenerregenden Wagen von Adam Weiß, der die Reformation in Crailsheim zum Thema hat.

Am Freitag, am Tag vor dem Umzug, ist dann alles bereit. Die Wagen stehen auf dem Bauhof und warten auf die ehrenamtlichen Helfer, die für die Einrichtung und den letzten Schmuck sorgen. Die Säcke des Ingersheimer Müllers zum Beispiel, die Steine für die Stadtbelagerung, und Werner Kohr schaut noch mal vorbei: „Alles klar?“, fragt er.

Fabian Pelzer und seine Kameraden stehen da gerade am Wagen mit den mittelalterlichen Badefreuden. Die Jungs, Kursstufe 1 im Albert-Schweitzer-Gymnasium (ASG), sind für den Blumenschmuck zuständig, für den ihre Lehrer Karl-Heinz „Charly“ Lang und Dietmar Renk die Gärten geplündert haben. „Ist doch ein cooler Strauß“, sagt Fabian Pelzer, und dann müssen sie noch den neuen Wagen mit den mittelalterlichen Leibesertüchtigungen prüfen. Kann ein Schüler die Eisenketten mit schierer Muskelkraft sprengen? Lehrer Lang, der sich schon seit Jahren um die ASG-Wagen kümmert, und sein Sohn Konrad probieren es aus. Nun, die Ketten könnten schneller springen, „doch der Wagen soll in den nächsten Jahren ja erst ausgebaut werden“, sagt Lang. Er hat den Wagen konzipiert, den der Bauhof in den vergangenen zwei Monaten gebaut hat. „Dafür werden die Spukgestalten und Dämonen ausgemustert“, sagt Lang. „Sie haben ihre Pflicht und Schuldigkeit getan.“

In diesem Jahr dürfen sie zum Abschiednehmen aber noch mal mit – und werden wie immer gehörig beklatscht, denn die Crailsheimer haben die Riesen lieb gewonnen.

Derweil ist am Festzugsrand Werner Kohr zu sehen. Er läuft vorwärts und rückwärts und hat am Schluss den Umzugsweg bestimmt mehrmals abgelaufen. Doch einer muss ja den Überblick über die Stadtgeschichte behalten, die die vielen Schülerinnen und Schülern auf dem Umzug präsentieren. Der Sturm auf die Stadtmauer zum Beispiel – gezeigt von der Eichendorffschule – ist immer wieder eine Schau, und die vielen Verwundeten, die den mittelalterlichen Kriegen folgten, ebenso.

Doch nicht nur die Stadtgeschichte ist beim Umzug Thema. Auch die Sagen der Umgebung werden vorgeführt und nein, die der Crailsheimer Bürgermeisterin ist hier nicht gemeint. Zum Volksfest lassen wir sie als „historisch“ gelten. Wir reden vielmehr vom wilden Wassermann und den hübschen Nixen aus Bronnholzheim, die die Schüler der Fröbelschule Ellrichshausen mit viel Verve darstellen. Denn die Sage geht so: Die Nixen von Bronnholzheim entwischten immer wieder nach draußen und tanzten mit den Bauernburschen so manchen lustigen Tanz. Aber ach! Einmal waren die Nixen nicht wieder pünktlich zurück (dabei war der Kirchturm mit der Uhrzeit doch auch beim Umzug immer mit dabei). Was passierte? Das Wasser des Brunnens färbte sich rot und die Nixen waren nie mehr gesehen.

Doch zum Glück ist ja nach dem Volksfest vor dem Volksfest. Und in drei Jahren, wenn auf dem Bauhof wieder die Wagen für den historischen Umzug der Schulen zusammengestellt werden, dann tanzen auch die schönen Ellrichshäuser Nixen wieder.

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