Das augenzwinkernde Gewerbe

Festzug: Übers Wetter kann man bekanntlich immer schreiben. Und wenn es um das Volksfest 2017 geht, muss man es sogar. Die meisten sind damit zufrieden.

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  • Ganz schön mutig! Fast schon wie die Krannummer beim Kulturwochenende muteten die Übungen an, die diese beiden Volksfestfreunde neben dem Hochhaus am Roll-Kran absolvierten.  1/4
    Ganz schön mutig! Fast schon wie die Krannummer beim Kulturwochenende muteten die Übungen an, die diese beiden Volksfestfreunde neben dem Hochhaus am Roll-Kran absolvierten. Foto: 
  • Für eine fliegende Hebebühne hatten die Mitarbeiter von Auto Meiser gesorgt. Wenn das die automobile Zukunft ist. . . 2/4
    Für eine fliegende Hebebühne hatten die Mitarbeiter von Auto Meiser gesorgt. Wenn das die automobile Zukunft ist. . . Foto: 
  • Schwer was los war an der ganzen Strecke des Festzugs – so wie hier bei herrlichem Sonnenschein in der unteren Wilhelmstraße. 3/4
    Schwer was los war an der ganzen Strecke des Festzugs – so wie hier bei herrlichem Sonnenschein in der unteren Wilhelmstraße. Foto: 
  • Die Augen hätten wir gern näher betrachtet.  4/4
    Die Augen hätten wir gern näher betrachtet. Foto: 
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Seit Wochen wurden verschiedenste Wetter-Apps befragt: Wie wird das Wetter? Alle waren sich einig: kalt und nass ab Samstag.

Doch denkste! Der milde Freitag bescherte dem Fest 2017 einen fulminanten Start. Denn jeder wollte noch mal Volksfestsonne genießen. Folglich kannten die Lederhosen früh schon nur noch eine Richtung, die zum Festplatz, und die Busse aus der Umgebung waren voll mit Dirndl-Mädels. Doch dann kam der Regenguss, von den Apps nicht vorhergesagt. Binnen Sekunden war die Wärme weg. Den echten Volksfestgeher schockt das nicht. Im Zelt ist es trocken, von oben wenigstens.

Die Sonne kommt und bleibt

Tags drauf der Festzug. „Hält das Wetter?“, so die bange Frage. Und wieder waren sich die Apps einig: vielleicht grad noch so. Ab Mittag werde es regnen. Und dann geschah das, was am Volksfest meist passiert: Die Sonne kam raus. Und blieb. Es war zwar nicht sehr warm, doch alle Gäste genossen trocken und begeistert einen gelungenen Umzug. Das Motto heuer: „Das Crailsheimer Gewerbe zeigt uns die Zukunft“.

In diesem Jahr hatten sich die Gewerbetreibenden besonders viel Mühe mit den Wagen gemacht. Fast alle nahmen das Motto auf, brachten menschliche und echte Roboter mit, ließen augenzwinkernd in die Zukunft blicken und waren meist ausgesprochen kreativ. Kein Wunder, dass es da ein großes Lob auch von Festzugmoderator Peter Kröper gab.

Um die Zukunft des Individual­verkehrs etwa ging es bei der Zimmerei Horst Philipp: Zu sehen gab es ein selbst gezimmertes und per Muskelkraft betriebenes Auto, garantiert abgasfrei und recycelbar. Raumausstatter Stribik überzeugte mit selbstfahrendem Polstersessel und rollendem Teppich, der am Samstag allerdings technisch noch nicht ganz ausgereift war und geschoben werden musste.

Und so ging es munter weiter mit Altpapier Feil, der alte Schachteln wieder fit macht, dem Maschinenring, der im selbst angelegten Garten „der Zukunft gewachsen“ ist. Zum Grinsen, was „Walter Munz und Volksfestfreunde Frankenhardt“ zum Besten gaben: einen veritablen Gartenzwergentanz und verkleidete Mähinstrumente. „Großmutter, warum hast du ein so großes Mähwerk“, fragte das dickbusige Rotkäppchen (mit Sonnenbrille und Bart) auf dem Rasenschlepper, ein anderer verkündete: „Ich nix mäh, ich Einhorn“. Da kam selbst der Motorfahrerclub ins Träumen und wich mit der Eröffnungsfeier seiner Motocross-Strecke auf 2057 aus.

Immer wieder war auch der Verkehr das Thema: Der Umzug wartete mit fliegenden Autos (Autohaus Meiser) auf, mit Lastern mit Tretantrieb (Roll), mit Raketentouren zum Mars (HBC Radio­matic und Stegmaier Group), auf denen dann eine „Space Wedding“ mit Juwelier Druckenmüller gefeiert werden konnte.

Auch der Stadtjugendring hatte eine Rakete auf dem Wagen. „Damit kann man später vielleicht mal auf den Mars zum Fußballspielen fliegen“, erklärte Desirée Styblo vom Stadtjugendring. Die Rakete wurde aus Pappmaché gebastelt, mit viel Kleister stabilisiert. „Das hält sogar einen Regenguss aus.“

Ob’s nun regnet oder schneit

Doch apropos Regenguss: Es gab keinen. Selbst wenn die Klarinetten der Bürgerwache schon am Samstag in Regenhüllen mitliefen. Das Wetter hielt und hielt. Die Wetter-Apps, die stetig Regen vorhersagten, hatten offenbar nicht mit dem Crailsheimer Volksfestwettergott gerechnet. Doch selbst wenn! Wenn Volksfest ist, ist die Crailsheimer Seele glücklich. Ob‘s nun regnet oder schneit. So einfach ist das.

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