Crailsheimer werben für "Plan International"

Die Crailsheimer Sektion der Kinderhilfsorganisation "Plan International" wirbt morgen zwischen 8.30 und 13 Uhr in der Langen Straße vor dem "Knaurs" für ihre gemeinnützige Arbeit.

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Nikolaus Schyra profitierte als Kind selbst von einer Patenschaft. Marion Deutschmann-Bertsch (links) und Ursula Philipp informieren morgen. Foto: Michaela Butz

"Plan International" macht sich in Entwicklungsländern in Afrika, Asien und Lateinamerika für Kinderrechte stark. Die Programmarbeit wird in erster Linie über Patenschaften finanziert. Das Ziel: "Die Mädchen und Jungen zu stärken und über langfristige Programme und Projekte ihr Lebensumfeld zu verbessern", wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Die Crailsheimer Sektion der Organisation hat derzeit nur fünf aktive Mitglieder. "Aber einige Crailsheimer und Menschen aus der Region haben Patenkinder", weiß Ursula Philipp. Sie selbst hat bereits drei Patenkinder "groß gezogen" - sprich mit einem regelmäßigen monatlichen Betrag unterstützt.

Auch Nikolaus Schyra hält viel von der Arbeit von "Plan International", war er doch selbst von 1956 bis 1961 Schützling der Organisation, beziehungsweise von deren Vorläufer "Foster Parents". Sein Vater, ein ukrainischer Lehrer, der während des zweiten Weltkriegs zwangsdeportiert wurde, starb 1955 und hinterließ seine Frau und seinen damals acht Jahre alten Sohn mittellos in Frankfurt-Unterliederbach. "Wir waren zu der Zeit nicht die einzige Familie im Stadtviertel, die Unterstützung erhielt", erinnert sich Schyra.

Zunächst erhielt die Familie Lebensmittel, später eine finanzielle Unterstützung. Monatlich mussten Briefe an den Paten, Arthur C. Nielsen, der Gründer der gleichnamigen Marketingfirma in den USA, geschrieben werden. Nielsen kam auch persönlich bei den Schyras vorbei und überzeugte sich, dass seine Unterstützung ankam und kleidete seinen Schützling neu ein. "Sozialleistungen, wie sie heute selbstverständlich sind, gab es damals nicht, durch die Patenschaft erhielten wir Unterstützung, bis meine Mutter selbst genug Geld verdiente", sagt der 65-Jährige. Dankbar sei er dafür heute noch.

"So unmittelbar läuft die Hilfe heute nicht mehr ab", ergänzt Marion Deutschmann-Bertsch. "Plan International" habe sich im Laufe der Zeit professionalisiert. Um Missbrauch zu verhindern, liefen Kontakte zwischen Paten und Patenkindern heute nur noch über die Organisation. Auch würden nicht einzelne Familien, sondern ganze Orte nachhaltig unterstützt. Eine Patenschaft verhelfe also beispielsweise nicht nur dem einzelnen Kind zu einer Schulbildung, sondern unterstütze auch die Schule am Ort. "Neid innerhalb des Dorfes soll so vermieden werden", erklärt Deutschmann-Bertsch. Einzelspenden, die in Projekte fließen, sind ebenfalls möglich. Info www.plan-deutschland.de

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