Crailsheimer sammeln Eindrücke in der Partnerstadt Worthington

Mit unvergesslichen Eindrücken sind diese 46 Crailsheimer aus den Vereinigten Staaten von Amerika zurückgekehrt - darunter auch etliche Schüler.

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    Die beiden Stadtoberhäupter Rudolf Michl und Alan Oberloh führten etliche Arbeitsgespräche. Foto: Antje Belschner
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Mit der Stadtverwaltung haben sie die vierte Bürgerreise in die Partnerstadt Worthington in Minnesota absolviert und anschließend den Südwesten mit den Staaten New Mexico, Arizona und Nevada bereist.Angeführt wurde die Gruppe von Oberbürgermeister Rudolf Michl und der Präsidentin des Worthington-Komitees, Carola Schnabl.

Die erste Überraschung erlebte die Gruppe, als ihr Bus 28 Stunden nach Reisebeginn nachts um 1 Uhr von drei Polizeiautos am Stadtrand von Worthington mit Blaulicht zum neuen städtischen Event-Center geleitet wurde. Dort warteten die Gastfamilien. Während des fünftägigen Aufenthalts bei den Gastfamilien erlebten viele Deutsche erstmals hautnah den "American way of life".

Tagsüber gab es ausreichend Gelegenheit, die Stadt und ihr Umland kennenzulernen. Fünf mitgereisten ehemaligen Crailsheimer Austauschschülern bereitete die Eingewöhnung keine Schwierigkeit. Allen anderen fielen etliche Besonderheiten auf. Ein abwechslungsreiches Programm, vorbereitet vom Crailsheimer Komitee mit Janice Berger, sorgte für Abwechslung. Die männlichen Gäste erlebten, wie täglich 21.000 Schweine beim größten Arbeitgeber der Stadt mit 2300 Beschäftigen, dem Lebensmittelkonzern JBS, geschlachtet, zerlegt, und verpackt werden. Weiter auf dem Programm standen der Besuch eines Milchbetriebs mit 1100 Kühen und Kälbern sowie eines Angus-Mastbetriebs. Der Besuch auf einer Obstplantage mit Veredelungsabteilung fehlte ebenso wenig wie der Besuch des neuen Feuerwehrmagazins mit einem Feuerwehrboot für Einsätze auf dem innenstadtnah gelegenen Okabena See.

Die Frauen besuchten eine Bäckerei, waren bei drei der über 20 Kirchengemeinden verschiedener Konfessionen eingeladen und besichtigten das unter Denkmalschutz stehende und als Museum eingerichtete Haus von George D. Dayton, eines bedeutenden Geschäftsmanns. Die Besichtigung der renovierten Stadthalle Memorial Auditorium mit ihrer allen Erfordernissen moderner Technik ausgestatteten Einrichtung war interessant.

Worthington ist erst 140 Jahre alt. Wie die einst vor allem aus Mitteleuropa übergesiedelten Menschen früher lebten, erfuhren die Crailsheimer im Freilandmuseum Pioneer Village. In der weiten Prärie rund um Worthington lebten seinerzeit noch viele Indianer. Eine Friedenspfeife bekam Rudolf Michl von seinem Kollegen Alan Oberloh zum Abschluss für alle Crailsheimer überreicht. Sie wird im Rathaus einen Ehrenplatz finden.

Vielen Crailsheimern ist Alan Oberloh wegen seines langen Bartes in Erinnerung. Er ist seit zwölf Jahren im Amt. Er und seine Ehefrau Janice waren zweimal in Crailsheim und möchten in naher Zukunft erneut kommen. Das Stadtoberhaupt liebt Oldtimer, ist im Hauptberuf Besitzer einer Autowerkstatt an der Hauptstraße in Worthington. In Worthington hat sich seit seinem Amtsantritt einiges verändert. Investiert haben nicht nur Firmen und Privatpersonen, sondern auch die öffentliche Hand: Feuerwehrmagazin, Straßen, Schulen und Hallenbad. Ein privater Investor baut eine Klinik, das Eventcenter für gehobene Veranstaltungen geht seiner Vollendung entgegen. Ein weiteres Hotel soll das Stadtbild der auf 12.500 Einwohner angewachsenen Stadt prägen.

Schwerer Eissturm fegt über Worthington

Eine seiner schwärzesten Stunden erlebte Worthington Mitte April dieses Jahres. Ein schwerer Eissturm fegte über die Stadt und das Umland, wie Bürgermeister Alan Oberloh berichtete. Ein Fünftel der Häuser wurden abgedeckt. Strommasten knickten um, es gab zwei Tage lang keinen Strom mehr. Die Aufräumarbeiten dauern noch an. Präsident Barack Obama erklärte die Landkreise im Südwesten von Minnesota zum Katastrophengebiet. Dies bedeutet, dass es vom Staat finanzielle Unterstützung gibt. Stolz ist Bürgermeister Alan Oberloh auf die Städtepartnerschaft mit Crailsheim. All seine Kollegen im weiten Umkreis beneiden ihn darum. Bodenständige und fleißige Mitarbeiter aus einem weiten Einzugsbereich sind sowohl in Worthington wie in Crailsheim die Garanten erfolgreicher Entwicklung.

Einer der Höhepunkte des Aufenthaltes in Worthington war ein festliches Essen in der Cafeteria der Worthington-Senior-High-School. Das Programm wurde musikalisch umrahmt von der Amazing City Band unter Musikdirektor Jon Loy. Es spielte auch das Great Plains String Quartett, das vor zwei Jahren in der Ingersheimer Matthäuskirche ebenfalls begeisterte. Jessica Zuehlke aus Minneapolis, sie stammt aus Worthington, stellte ihr Theaterprojekt vor, das die Verbindung zwischen Worthington und Crailsheim zum Thema hat. Am Abend darauf gab es ein Konzert des neuen Worthington Area Symphony Orchestra im Memorial Auditorium.

In wenigen Tagen wurden lange Jahre bestehende Freundschaften gefestigt und viele neue Verbindungen aufgenommen. So war es unausweichlich, dass beim Abschied Tränen flossen. Und auch das stand fest: Die Freunde aus Worthington werden sicher wieder nach Crailsheim kommen.

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