Bürgermeister sind sauer

Fehlende Planung in der regionalen Schulentwicklung bemängeln fünf Bürgermeister aus dem südlichen Altkreis in einem Brief an den Regierungspräsidenten. Massiv kritisiert wird das Staatliche Schulamt.

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Diese fünf Bürgermeister wollen eine bessere regionale Schulentwicklung (von links): Robert Fischer (Kreßberg), Matthias Strobel (Stimpfach), Martin Piott (Fichtenau), Kurt Wackler (Satteldorf) und Jörg Schmidt (Frankenhardt). Privatfoto

Die Schulpolitik der grün-roten Landesregierung bestimmt immer mehr auch die kommunalpolitischen Diskussionen landauf, landab. Im Mittelpunkt der Debatten stehen die Einführung der Gemeinschaftsschule und die damit verbundene regionale Schulentwicklung.

Da läuft vieles schief, behaupten nun die Bürgermeister von Fichtenau, Frankenhardt, Kreßberg, Stimpfach und Satteldorf in einer Art Brandbrief an den Regierungspräsidenten Dr. Johannes Schmalzl. Insbesondere das Staatliche Schulamt in Künzelsau steht im Mittelpunkt der Kritik. "Wir bedauern, dass bis zum heutigen Tag keine abgestimmte Planung und interkommunale Abstimmung durch das Schulamt stattgefunden hat", schreiben Martin Piott, Jörg Schmidt, Robert Fischer, Matthias Strobel und Kurt Wackler an den Regierungspräsidenten. Sie würden, bemängeln die Bürgermeister weiter, "kein aussagekräftiges Datenmaterial" vom Schulamt erhalten. Erschwerend zur "Unabgestimmtheit der gesamten Entwicklung" komme hinzu, dass auf dem Tempelhof (Gemeinde Kreßberg, siehe Artikel auf Seite 12) eine Privatschule eröffnet wird. Die Einweihung der "Schule für freie Entfaltung" findet am 31. Oktober statt.

Auch mit dem Verhalten der Stadt Crailsheim sind die fünf Bürgermeister nicht zufrieden. Bezüglich der Anträge auf Einrichtung von Gemeinschaftsschulen habe "keinerlei Abstimmung" stattgefunden. Wie berichtet, wollen sowohl die beiden großen Werkrealschulen in Crailsheim, die Eichendorffschule und die Leonhard-Sachs-Schule, Gemeinschaftsschule werden, als auch die Wilhelm-Sandberger-Schule in Honhardt. Werden die Crailsheimer Anträge vom Kultusministerium genehmigt, ist der der Frankenhardter Schule chancenlos. Das wissen natürlich auch die Bürgermeister. Deshalb werden sie in ihrem Schreiben auch ganz konkret: "Es geht um die Frage, ob in der Stadt Crailsheim im ersten Schritt zwei Gemeinschaftsschulen benötigt werden, oder zunächst eine Gemeinschaftsschule in Crailsheim und eine weitere in Frankenhardt eingerichtet wird." Bis zur Klärung dieser Frage wollen die Schultes nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden, und beantragen die Durchführung eines Dialog- und Beteiligungsverfahrens. Mit diesem Verfahren, so ist einem Schreiben des Regierungspräsidiums an alle Bürgermeister im Land zu entnehmen, soll die regionale Schulentwicklung betrieben werden. Es sieht vor, dass alle Betroffenen "möglichst frühzeitig" beteiligt werden.

Wie groß die Angst der Bürgermeister vor zwei Gemeinschaftsschulen in Crailsheim ist, dokumentieren die letzten Sätze in dem Schreiben an den Regierungspräsidenten: "Es kann nicht sein, dass alles auf Standorte im Bereich des Mittelzentrums Crailsheim hinausläuft und dadurch eine noch weitergehende Konzentration mit allen damit im Zusammenhang stehenden Begleiterscheinungen die Folge ist, und in einem Umkreis von bis zu 20 Kilometern die ehemaligen Hauptschul- beziehungsweise Werkrealschulräumlichkeiten leer stehen."

Diese Entwicklung müsse verhindert werden, zumal in den vergangenen Jahren in den Gemeinden um Crailsheim herum "mit erheblichen öffentlichen Mitteln" Schulräume geschaffen worden seien. Die Bürgermeister hoffen nun auf einen "gerechten Interessenausgleich" zwischen Stadt und Land.

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