Bezirkssynode Crailsheim beschließt Stelle für die Flüchtlingsarbeit

"Flüchtlinge" lautete das Thema der evangelischen Bezirkssynode am Samstag, und das rief so viele Besucher auf den Plan, dass der Saal im Johannes-Gemeindehaus fast übervoll war.

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Eine Decke aus gestrickten Quadraten ist ein Symbol für die Integration von Flüchtlingen, wie Gerlinde Mack (am Rednerpult) demonstrierte.  Foto: 

"Diese gestrickte Decke ist ein Symbol", sagte Gerlinde Mack von der Familienbildungsstätte. "Sie steht für: Gemeinsam wird es bunt. Und gemeinsam wird ein Stück draus." Die Quadrate der Wolldecke wurden im Johannes-Gemeindehaus gestrickt, und zwar von Flüchtlingen und von Deutschen, in gemütlicher Atmosphäre, bei Kaffee, Gesprächen und viel Gelächter. "Liliani soll die Decke bekommen", sagt Gerlinde Mack, denn Liliani aus Nigeria bekommt in den nächsten Tagen ihr Baby.

Liliani aus Nigeria bekommt in wenigen Tagen ihr Baby

Damit hat Gerlinde Mack ganz bildhaft gezeigt, um was es der Synode ging - um Flüchtlinge und darum, was auf die Kirchengemeinden und die Gesellschaft zukommt und was zu tun ist (wir berichten in den nächsten Tagen mehr).

Denn das war allen klar: Die Menschen sind da, politische Diskussionen hin oder her. Sie kommen mit Bussen aus den Erstaufnahmestellen und stehen im Landratsamt. "Und dann sind sie da", sagt Martina Steinecke, die zuständige Dezernentin im Landratsamt, die derzeit um ihren Job nicht zu beneiden ist, "dann spielen die Kinder im Flur, und wir müssen uns kümmern." Das bedeutet konkret, dass Decken und Betten zu organisieren sind, Verpflegung, ein Dach über dem Kopf.

Von den Landeserstaufnahmestellen geht es dann in die bedarfsorientierten Aufnahmeeinrichtungen (BEA), wie die alte Sorg-Fabrikhalle in Altenmünster eine ist. 350 Pritschen stehen da, eine neben der anderen. Demnächst wird auch die gegenüberliegende alte Fabrikhalle belegt. Wenn das geschehen ist, leben in der Gegend 700 Flüchtlinge.

"Die Betreuung schafft der Freundeskreis aus Altenmünster nicht allein", sagt Pfarrer Ulrich Wildermuth und bat die Kirchengemeinden in der gesamten Stadt um Hilfe. Er lud zu einem Informationsabend am 17. Februar, um 19 Uhr in der Friedenskirche in Altenmünster ein.

Doch auch in der BEA können die Flüchtlinge nicht ewig bleiben. Sie kommen in die Unterkünfte und müssen sich dann, sofern sie anerkannt und nicht abgeschoben werden, Wohnungen suchen. Doch das ist nicht so einfach. Bezahlbarer Wohnraum ist knapp, sagt Inge Kaiser vom Arbeitskreis Asyl in Crailsheim zu den Mitgliedern der Synode: "Wir suchen dringend Wohnungen für anerkannte Asylsuchende, zum Beispiel für Auszubildende oder für Schüler, die den Hauptschulabschluss machen."

"Die Politik ist vielleicht ein Teil des Problems", sagte der Laienvorsitzende der Synode, Dr. Konrad Wetzel, "wir als Kirche müssen zusehen, dass wir ein Teil der Lösung sind." Die Synode beschloss einstimmig, Mittel der Landeskirche in eine Personalstelle umzuwandeln, die sich um die Flüchtlingsarbeit im Kirchenbezirk kümmert.

Dekan Dalferth geht

Die Bezirkssynode am Samstag war voraussichtlich die letzte Bezirkssynode mit Dekan Dr. Winfried Dalferth. Denn Dalferth, der 2008 als Dekan nach Crailsheim gekommen war, geht im Sommer - und seinem 63. Geburtstag - in den Vorruhestand. Winfried Dalferth wird nach Öhringen ziehen. Der Termin für den Abschiedsgottesdienst ist bereits festgelegt, und zwar auf Sonntag, 17. Juli, in der Johanneskirche in Crailsheim. uts

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