Bevor’s zu spät ist für die Bahn

Der Förderverein Nebenbahn Blaufelden-Gerabronn-Langenburg macht sich um den Schienenverkehr  verdient. Derzeit droht eine Schwächung der Strecke Crailsheim-Lauda.

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  • Der Förderverein Nebenbahn Blaufelden-Gerabronn-Langenburg hat Tausende Arbeitsstunden investiert, um den Bahnhof Gerabronn wieder herzurichten, die Schienen befahrbar zu machen. Grundsätzlich aber geht es darum, „die Schiene“ zu stärken. 1/2
    Der Förderverein Nebenbahn Blaufelden-Gerabronn-Langenburg hat Tausende Arbeitsstunden investiert, um den Bahnhof Gerabronn wieder herzurichten, die Schienen befahrbar zu machen. Grundsätzlich aber geht es darum, „die Schiene“ zu stärken. Foto: 
  • Karlheinz Weber, Jörg Schürer, Hans-Joachim Feuchter und Marc Müller vom Förderverein Nebenbahn sprechen über ihre Pläne. 2/2
    Karlheinz Weber, Jörg Schürer, Hans-Joachim Feuchter und Marc Müller vom Förderverein Nebenbahn sprechen über ihre Pläne. Foto: 
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Die nächsten Schritte auf dem Weg zum „Kulturbahnhof Gerabronn“ sind eine Modellbahnausstellung der Blaufelder und ein Konzert der Schrozberger. Doch nicht deshalb sind die Mitglieder des Fördervereins Nebenbahn in dem von ihnen so mühsam restaurierten Bahnhofsgebäude zusammengekommen: Es geht um so viel mehr.

Der Bahnhof Blaufelden soll durchgeschaltet werden. Das heißt, dass dann niemand mehr da ist, der Züge dirigieren und Weichen stellen kann. Wie Rot am See und Wallhausen wäre  Blaufelden nur noch Haltepunkt auf der 25 Zugminuten dauernden Verbindung zwischen Schroz­berg und Satteldorf.

Jede Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied, und dieser eingleisige „überlange Streckenblock“ auf der Route ­Crailsheim-Lauda würde sich verheerend auswirken, sagt der Vorsitzende Marc Müller. Bereits dass Rot am See 1999 durchgeschaltet wurde, sei ein großer Fehler gewesen: „Überall dort, wo keine Zugkreuzungen mehr möglich sind, gibt es weniger Flexibilität und größere Anfälligkeit für Verspätungen oder gar Zugaus­fälle.“

Gäbe es zwischen Schrozberg und Satteldorf keine Ausweichmöglichkeit mehr, wäre Güterverkehr ebenso unmöglich wie Sonderfahrten oder Sondertransport. Wenn doch außerplanmäßige Fahrten notwendig werden, so Müller, lasse sich der Fahrplan für den Rest des Tages nicht mehr einhalten, weil zusätzlich auch noch der Zug der Gegenrichtung abgewartet werden müsse. Die Verspätungen seien schon jetzt bedenklich; mit dem Wegfall von Blaufelden werde es „dramatisch“: „Hier konnten bislang Zugkreuzungen genutzt werden, um bei größeren Störungen wenigstens die andere Verkehrsrichtung normal bedienen zu können.“

Hinzu kommt, dass die Tauberbahn mittelfristig auf den Halb-Stunden-Takt ausgerichtet und nach dem Willen der Landesregierung die Schiene grundsätzlich gestärkt werden soll. Mit dem Wegfall Blaufeldens, so Müller, könne noch nicht einmal der jetzige Fahrplan umgesetzt werden.

Das elektronische Stellwerk

Große Zukunftsmaßnahme in Hohenlohe ist die Automatisierung der Bahnstrecke mit Anschluss an das Zentralstellwerk Miltenberg, die binnen weniger Jahre abgeschlossen sein soll. In der jetzigen Übergangszeit Geld auszugeben, um mit Serviceeinbußen und verpassten Anschlusszügen weitere Kunden wegzubringen von der Schiene, sei unsinnig, so der Förderverein. Bedauert wird auch, dass man sich mit einem Vorschlag zur Sperrung der Ortsdurchfahrt Wallhausen nicht durchsetzen konnte: Hätte man in dieser Phase Rot am See wieder besetzt, wäre von früh bis spät auf der Strecke nach Crailsheim ein Halbstundentakt möglich gewesen, das hätte viel Ärger erspart und der Bahn langfristig mehr Kunden gebracht.

Auch auf das Debakel um die Rheintalbahn wird verwiesen: Jede abgebaute Nebenstrecke sei eine verlorene Chance. Und da ist der Förderverein wieder bei seinem ureigenen Anliegen. Denn eine Durchschaltung Blaufeldens mit unbesetztem Stellwerk würde zwangsläufig auch Fahrten in die Nebenbahn verhindern.

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