Besser als sein Ruf

Unternehmen machen es schon lange: Sie nutzen Fahrzeuge, statt sie zu besitzen. Leasing kann sich auch für Privatpersonen lohnen. In der Region wird jedoch eher auf andere Finanzierungsmodelle gesetzt.

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Wenn nach der vertraglich vereinbarten Laufzeit Schäden am Fahrzeug beanstandet werden, müssen Kunden eine Nachzahlung leisten. Archivfoto

Wer least, mietet ein Auto auf Zeit und fährt damit oft sorgenfrei. Bei einer Rate von durchschnittlich 300 Euro im Monat sind neben der Nutzung des Fahrzeugs in der Regel Service-Leistungen wie Versicherung und Kundendienst im Preis inbegriffen. Bei vielen Leasing-Fahrzeugen sind auch Reifen mit dabei. Das klingt nach einem "Rundum-Sorglos-Paket". Für Firmen ist Auto-Leasing besonders komfortabel: Die Kosten für Geschäftsfahrzeuge sind kalkulierbar und lassen sich obendrein noch von der Steuer absetzen. Deshalb leihen Unternehmen nicht nur Firmenfahrzeuge auf Zeit, sondern auch Transporter. "Circa 80 Prozent der Transporter werden von Unternehmen geleast", weiß etwa Dieter Förster von Hagelloch Automobile in Gaildorf. Bei Privatpersonen hat das Interesse am Leasing in den vergangenen Jahren deutlich nachgelassen. So geht bei dem VW-Händler Lademann in Bad Mergentheim gerade mal ein Prozent der Fahrzeuge an Privatpersonen. Auch im Autohaus Schümann in Schwäbisch Hall lassen sich die Privatpersonen, die sich für ein Autoleasing entscheiden, an einer Hand abzählen. Das liegt zum einen daran, dass die Fahrzeuge bei Privatkunden nicht subventioniert werden. Auto-Leasing hat aber auch an Beliebtheit verloren, weil Benutzer am Ende der Laufzeit oft draufzahlen müssen. Nachzahlungen werden dann fällig, wenn mehr Kilometer verfahren wurden als vertraglich festgelegt oder bei der Rückgabe Schäden beanstandet werden.

Dabei ist das Auto-Leasing gar nicht so schlecht wie sein Ruf, meint zumindest Martin Neber vom Autohaus Meiser in Crailsheim: "Wenn ich ein stark abgenutztes und beschädigtes Fahrzeug in Zahlung gebe, bekomme ich auch weniger Geld, als für ein gut gepflegtes Auto." Genauso ist es beim Leasing auch. Ist das Fahrzeug gut in Schuss, muss der Kunde bei der Rückgabe auch nicht draufzahlen.

Die Monatsraten für geleaste Autos variieren stark. Bei Auto Meiser gibt es einen Opel Corsa bei einer Laufzeit von 36 Monaten schon ab einer Rate von 120 Euro. Das ist dann allerdings nur der Grundbetrag. Wer Serviceleistungen im Vertrag verankert haben möchte, muss mehr bezahlen. Auch die Ausstattung ist bei der Kalkulation der monatlichen Rate von Bedeutung. Will der Kunde einen Motor mit höherer PS-Zahl oder eine Klimaanlage, steigt der Preis. Ausschlaggebend ist zudem die Kilometerzahl, die Benutzer innerhalb der Laufzeit verfahren.

Bei Privatleuten liegt die Kilometerleistung im Durchschnitt bei etwa 15 000 Kilometer pro Jahr. Sind bei der Rückgabe des Fahrzeugs mehr Kilometer auf dem Tacho, als vereinbart, wird der Kunde zur Kasse gebeten. Für Minderkilometer gibt es Geld zurück. Allerdings deutlich weniger, als für Mehrkilometer zu zahlen sind. "Es gibt jedoch auch eine Toleranz von 2500 Kilometern", erklärt Dieter Förster von Hagelloch Automobile. Außerdem kann die Kilometerleistung jederzeit hochgesetzt werden.

"Privatpersonen entscheiden sich dennoch eher für eine Langzeitfinanzierung oder eine Finanzierung mit Schlussrate", sagt Förster. Auch bei diesen Finanzierungsmodellen wird eine monatliche Rate festgelegt. Wie hoch diese ist, hängt davon ab, ob eine Anzahlung geleistet wird und über wie viele Monate sich die Laufzeit erstreckt. Der effektive Jahreszins ist bei einer Finanzierung mit Schlussrate oft sehr niedrig. Deshalb bevorzugen immer mehr Autokäufer dieses Modell. Auch in der Region ist dieser Trend erkennbar. Autohäuser locken Kunden zum Teil mit 0,9 Prozent Zinsen. Generell ist der Zinssatz aber abhängig vom Auto-Modell. So liegt der maximale Zinssatz für einen Neuwagen etwa bei Lademann bei 3,9 Prozent.

Die Langzeitfinanzierung mit und ohne Schlussrate ist vor allem bei der jüngeren Generation sehr beliebt. Moritz Mayer vom Autohaus Schümann: "Ältere Kunden wollen meistens kein Auto auf Pump und zahlen lieber bar."

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