Herber Wohnungsknappheit in Crailsheim mit Neubauten begegnen

Baugenossenschaft Crailsheim schließt Geschäftsjahr 2015 positiv ab und investiert aktuell in 43 neue Mietwohnungen im Stadtteil Türkei.

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Die Strategie der Ersatzneubauten ist aktuell und in den nächsten Jahren bei der Crailsheimer Baugenossenschaft angesagt. Den Auftakt macht derzeit die Wohnanlage in der Florian-Geyer-Straße im Stadtteil Türkei. Dort entstehen 43 Wohnungen, die den früheren Bestand von 27 Einheiten ersetzen. Im September 2017 sollen dort die ersten Mieter einziehen können, kündigte Geschäftsführer Thomas Münkle bei der Mitgliederversammlung der Baugenossenschaft in Ingersheim an. Weitere BG-Gebäude im Altbestand sollen Neubauten weichen, so etwa am Hexenbuckel.

Die Bautätigkeit beschränkt sich laut Klaus Belzner indes nicht nur aufs Bauen im Bestand. Mit Unterstützung der Stadt, so der Aufsichtsratsvorsitzende in seinem Bericht, soll auch sozialer Wohnungsbau verwirklicht werden. „Wir müssen allerdings sehr darauf achten, dass sich ein solches Projekt auch wirtschaftlich selbst trägt“, führte er aus. Vorrangig blieben eindeutig „Investitionen in den Eigenbestand“.

Die rund 850 000 Euro, die dafür im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2015 aufgewendet wurden, finden sich natürlich ebenso im Geschäftsbericht wie die Jahresbilanz. Die schloss im vergangenen Jahr mit einer Summe von 16,2 Millionen Euro in Aktiva und Passiva (Vorjahr 16,7 Mio.). Das Anlagevermögen reduzierte sich, vor allem bedingt durch den Abriss der Altgebäude in der Türkei, um knapp 500 000 Euro auf 14,1 Millionen Euro. Das Eigenkapital von 8,9 Millionen Euro (Vorjahr 8,8 Mio.) sorgt dafür, dass die BG Crailsheim im Vergleich mit anderen Wohnbaugenossenschaften überdurchschnittlich gut ausgestattet ist.

Die vom genossenschaftlichen Prüfverband bestätigte gute und saubere Arbeit von Geschäftsführung, Vorstand und Aufsichtsrat sorgte letztlich für einen Bilanzgewinn von 93 524 Euro. Davon gingen 31 676 Euro in die vierprozentige Dividende, die die 1201 Mitglieder der Genossenschaft in den nächsten Tagen ausgezahlt bekommen – in Zeiten des Niedrigzinses durchaus beachtenswert.

Verfehlte Wohnungsbaupolitik

Hart ins Gericht gingen die Verantwortlichen der „BG“ mit der aktuellen Wohnungsbaupolitik des Landes und des Bundes. Hier habe es in den letzten Jahren „enorme Versäumnisse“ gegeben, so Thomas Münkle. „Es wurde schlichtweg zu wenig gebaut.“ Das Wohnungsdefizit summiere sich inzwischen bundesweit auf einen zusätzlichen Bedarf von bis zu 140.000 Wohnungen jährlich, mithin 700.000 Wohnungen in den nächsten fünf Jahren. „Es braucht ein konzertiertes Handeln aller Akteure, um bestehende Hürden für mehr bezahlbaren Wohnungsbau aus dem Weg zu räumen“, heißt es im Geschäftsbericht in den Anmerkungen zur allgemeinen Wirtschaftslage.

Immerhin sorge die aktuelle europäische Zinspolitik nach wie vor für ein historisch niedriges Zinsniveau, was die Finanzierung von Bauinvestitionen zu ebenfalls historisch günstigen Konditionen ermögliche. Für Nachfrage nach Wohnraum sorgten in Baden-Württemberg neben den Flüchtlingen auch die steigende Zahl der Einpersonenhaushalte. Vornehmlich für ältere Menschen stünden wenig altersgerechte Immobilien zur Verfügung. Zudem ergebe die Vermietung derzeit bessere Renditen als die Anlage auf dem Kapitalmarkt.

Die Nachfrage nach Immobilien wird hoch bleiben, prognostiziert BG-Geschäftsführer Thomas Münkle. Demnach seien entsprechende Preissteigerungen zu erwarten. Weil die Zinsen für Baugeld auf sehr niedrigem Niveau bleiben dürften, könnte das vielen zwar den Einstieg ins Wohneigentum erleichtern, was gleichzeitig durch hohe Kosten konterkariert werde. els

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