Ballernder Brachial-Cop Bruce Willis überlebt auch die fünfte "Stirb langsam"-Folge

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John McClane (Bruce Willis, links), sein Sohn Jack (Jai Courtney, Mitte) und Komarov (Sebastian Koch). Foto: Twentieth Century Fox

Sechs Jahre mussten die Fans von Bruce Willis auf einen neuen Teil von "Stirb langsam" warten. Nun kommt die fünfte Folge der Action-Reihe ins Kino. Überraschende Neuigkeit: Der Held bekommt einen Partner - seinen Sohn.

"Bist du immer auf Ärger aus, oder kommt der ganz von allein?", fragt der Sohn von John McClane seinen Vater. "Nach all den Jahren stelle ich mir diese Frage auch", lautet die Antwort aus dem Mund von Bruce Willis. 25 Jahre nach seinem Debüt spielt er zum fünften Mal den New Yorker Polizisten John McClane, der nur einen ruhigen Tag haben möchte - aber dann die Welt oder zumindest eine Großstadt retten muss. Nach früheren "Stirb langsam"-Abenteuern in Los Angeles, Washington und New York schicken die Drehbuchautoren John McClane nun nach Moskau, um eine großangelegte politisch-kriminelle Verschwörung zu stoppen. Dabei ist er nicht mehr als Einzelkämpfer unterwegs, sondern bekommt mit seinem Sohn Jack (Jai Courtney) einen widerwilligen Buddy an die Seite gestellt.

Wie sich schnell herausstellt, benötigt der entfremdete Filius die Hilfe seines Vaters nicht: Er ist als CIA-Agent in einer Mission im Einsatz, die durch McClanes plötzliches Auftauchen komplett aus dem Ruder läuft.

Die Story ist genauso großspurig und hanebüchen, wie es die Genrekracher jener Jahre für gewöhnlich waren. Sebastian Koch spielt einen inhaftierten Unternehmer, der im Clinch mit der politischen Führung liegt und dessen Schicksal überdeutlich von den wahren Begebenheiten um den russischen Oligarchen Michail Chodorkowski inspiriert wurde. Darüberhinaus verbindet "Stirb langsam - Ein guter Tag zum Sterben" gewissermaßen das moderne Russland mit der Sowjetunion des Kalten Kriegs und des Super-GAUs von Tschernobyl.

Besser, man fragt da gar nicht erst nach Logik oder Sinn - hier gehts doch ohnehin nur um einen guten Vorwand für die nächste Ballerei, und dabei, das steht fest, spart der Film nicht mit Munition.

Der Aufwand zahlt sich nicht immer aus: Insbesondere die gefühlte Ewigkeiten dauernde Verfolgungsjagd quer durch die Moskauer Innenstadt ist ein trauriges Beispiel für logistische Unbedarftheit.

John Moores Inszenierung setzt dabei ausschließlich auf rasantes Tempo und größtmögliche Zerstörung. Es quietscht, kracht und scheppert in einer Tour, aber wer gerade wohin fährt, ja: wer gerade wen verfolgt, das wird mit schlampiger Achtlosigkeit nicht erzählt.

Bedeutend besser funktioniert da die Vater-Sohn-Geschichte, die voller überraschender Wendungen ist. Die Annäherung zwischen dem abwesenden, unemotionalen Patriarchen John McClane und dem frustrierten, abweisenden Sohn Jack verläuft im richtigen Tempo und in der perfekten Dosierung. Auf dieser Ebene findet die Story eine stimmige Balance zwischen Sarkasmus und Sentiment.

Wunderbar der Moment, in dem McClane Senior dem Junior eine Umarmung anbietet - beide mit einer Riesenwumme in der Hand und im Begriff, sich ins nächste explosive Scharmützel mit der russischen Nuklearwaffenmafia zu stürzen. Da ist Willis ganz der Alte: ein Actionheld voller Charisma und spitzbübischem Witz.

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