BAG Ellwangen schließt auch die Niederlassung in Kressberg

Nach zwei außerordentlichen Generalversammlungen, in denen Hiobsbotschaften verkündet wurden, konnten die Mitglieder der BAG Ellwangen bei der 89. ordentlichen Generalversammlung am Donnerstagabend wieder etwas durchatmen.

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Neben den Niederlassungen Neuler, Dewangen und Stödtlen wird zum 1. August auch die in Mariäkappel/Kressberg (Foto) geschlossen.  Foto: 

Das Unternehmen hat sich nach Finanzspritzen des genossenschaftlichen Sozialfonds und nach Volleinzahlung der Genossenschaftsanteile stabilisiert. Nur 135 der momentan rund 500 Genossenschaftsmitglieder kamen in die Stadthalle, wo Vorstandsvorsitzender Michael Reeb das Unternehmen wieder auf einem guten Weg sah. Alles sei so eingetroffen, wie man es bei der Sitzung im März versprochen hatte. Die Risiken für die BAG Hohenlohe seien beseitigt, der Weg für eine Fusion frei.

Der Präsident des Genossenschaftsverbands, Gerhard Schorr, stellte das Jahresergebnis 2012 vor. Die Zahlen sind miserabel und wurden im Wesentlichen ja bereits bei der außerordentlichen Generalversammlung am 22. März vorgestellt: zum Minus von 1,37 Millionen addiert sich der Verlust von 2011, der 1,07 Millionen Euro betrug. Insgesamt also ein Bilanzdefizit von 3,05 Millionen Euro, das als Verlustvortrag nach 2013 weiter gebucht wird. In 2013 soll mit den Zuschüssen des Hilfsfonds, Grundstücksverkäufen und den eingezahlten Geschäftsanteilen der Verlust ausgeglichen werden. Eine Rumpfbilanz zum 30. April 2013 soll Basis für die angestrebte Fusion mit der BAG Hohenlohe sein.

Interimsmanager Wolfgang Schenk ging auf die Geschäftsentwicklung 2013 ein und betonte, welche Tragweite der Beschluss der Generalversammlung hatte, die Genossenschaftsanteile voll einzuzahlen: In Summe ergab sich daraus eine Forderung von 1,077 Millionen Euro, die dem Unternehmen wichtige Liquidität verschaffte. Bis heute seien bereits 895.000 Euro, 83 Prozent der Summe, eingegangen, Schenk appellierte an die Mitglieder, auch die noch ausstehenden Beträge zu überweisen.

Dieser finanzielle Beitrag der Mitglieder habe nicht nur die Banken überzeugt, ihre Kreditlinien offen zu halten, und die Lieferanten, die BAG Ellwangen weiter zu beliefern. Auch der nationale Hilfsfonds habe einen weiteren Zuschuss von 1,5 Millionen genehmigt.

Schenk ging auch auf die Sanierungsmaßnahmen ein, die er in den wenigen Monaten seiner Tätigkeit veranlasst hatte: Neben den Niederlassungen Neuler, Dewangen und Stödtlen wird zum 1. August auch die in Mariäkappel/Kressberg geschlossen. Man habe bereits einen Mieter für das Gebäude gefunden, der dort einen Lebensmittelmarkt eröffnen will. Der Raiffeisenmarkt in Ellwangen wird zum Herbst geschlossen. Derzeit prüfe man noch Standort-Möglichkeiten für einen provisorischen Agrarmarkt.

Die Produktivität in der Werkstatt habe sich um 8 Prozent gesteigert, was in den ersten vier Monaten ein Plus von rund 40.000 Euro bringe. „Das Vertrauen der Mitglieder in unser Unternehmen ist wieder zurückgekehrt“, stellte Schenk fest und lobte an allererster Stelle die Mitarbeiter, die in der schwierigen Phase Großes geleistet hätten.

Ziel ist nun die Fusion mit der BAG Hohenlohe. Eine außerordentliche Generalversammlung der BAG Ellwangen soll noch im Juni darüber entscheiden. Parallel dazu werden auch die Mitglieder der BAG Hohenlohe darüber befinden. Geschäftsführer, Vorstand und Aufsichtsräte aus Schwäbisch Hall waren in der Stadthalle zugegen. Die Unternehmensspitze wird ihren Mitgliedern die Fusion empfehlen.

Wolfgang Schenk wird im Falle der Fusion noch bis September die Geschäfte in Ellwangen führen und so die Verschmelzung begleiten.

In einem kurzen Bericht ging Aufsichtsratsvorsitzender Eugen Manz auf die Arbeit seines Gremiums ein, das 2012 zehnmal tagte und nach Enthüllung der Manipulationen eine schwere Zeit durchzustehen hatte.

Die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat wurde auf Vorschlag von Dr. Mathias Klasen vom Genossenschaftsverband, der die Versammlung leitete, von der Tagesordnung abgesetzt. Weil ein Gutachten über die Möglichkeit von Regressforderungen noch nicht vorliege, mache eine Entlastung keinen Sinn.

Einstimmig wurden die turnusgemäß ausscheidenden Mitglieder des Vorstands (Harald Winter) und des Aufsichtsrats (Eugen Manz, Hugo Sekler, Anton Betzler, Karin Kucher) im Amt bestätigt. Alle hatten erneut kandidiert

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