Bäume mit Salz vergiftet?

Fünf abgestorbene Walnussbäume entlang des Ingersheimer Weges in Crailsheim beschäftigen derzeit Stadtverwaltung, Baubetriebshof und Polizei. Die Bäume sollen mit Salz vergiftet worden sein.

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Insgesamt zehn Walnussbäume wurden in diesem Frühjahr entlang des Ingersheimer Weges gepflanzt. "Die Bäume wurden gepflanzt als ökologische Ausgleichsmaßnahme. Das bietet sich hier entlang des städtischen Weges an", erklärt Baubürgermeister Herbert Holl bei einem Ortstermin.

Jeden Morgen fährt Holl den Ingersheimer Weg entlang zur Arbeit, und dabei ist ihm aufgefallen, dass die Hälfte der Bäume nicht gedeiht, sondern abgestorben ist. Tatsächlich ist bei Pflanzungen immer ein gewisser Anteil eingeplant, der nicht gedeiht, doch Ulrich Winnacker vom städtischen Baubetriebshof erklärt: "Normalerweise sind das vielleicht drei bis fünf von hundert Bäumen und nicht die Hälfte."

Als Folge dieser Entdeckung wurden Anfang Juli Bodenproben entnommen, um der Ursache für das Baumsterben auf den Grund zu gehen. Bei der Mischprobe, bei der von allen zehn Bäumen Erde entnommen wurde, zeigten sich deutlich erhöhte Natriumchloridwerte, weshalb in Folge Einzelproben an den kaputten Bäumen entnommen wurden.

Das Ergebnis dieser Proben erschüttert Ulrich Winnacker immer noch sichtlich: "Die Natriumchloridwerte in den Proben sind jenseits von Gut und Böse." Die Referenzprobe aus der nahen Wiese zeigte dagegen keinerlei Auffälligkeiten.

Nun drängt sich der Verdacht auf, dass die Bäume gezielt mit Salz vergiftet wurden. Weder Baubürgermeister Holl noch Ulrich Winnacker wollen einen Verdacht äußern, wer sich derart von der Bepflanzung gestört fühlen könnte, dass er sie gleich zerstört sehen möchte.

Bei der Bepflanzung wurde darauf geachtet, sämtliche Abstandsvorschriften einzuhalten. Außerdem wurde mit Walnuss eine Baumart gewählt, die als heimisches Gehölz die Bedingungen in der Jagstaue gut verträgt und auch verschiedene Tierarten anlockt. Dass es auch Menschen gibt, die die Nussbäume begrüßen, ist deutlich zu sehen an den Sonnenblumen, die Unbekannte um die Stämme gepflanzt haben, die jedoch auch nur um die nicht vergifteten Bäume gedeihen.

Doch sowohl Herbert Holl als auch Ulrich Winnacker wissen zu berichten, dass es bei vielen Bürgern an Achtung gegenüber Bäumen und Bepflanzungen im Stadtgebiet mangelt. Damit erklärt Holl auch den Schritt an die Öffentlichkeit: "Wir wollen die Leute sensibilisieren. Die Bäume und Bepflanzungen sind ja auch ein Qualitätsmerkmal unserer Stadt und entsprechend sollte man damit umgehen."

Im Fall der Walnussbäume am Ingersheimer Weg ist mittlerweile die Polizei eingeschaltet, die wegen Sachbeschädigung ermittelt und in der nächsten Zeit auch die Anwohner befragen will, ob vielleicht jemand etwas von der gezielten Manipulation bemerkt hat. Auch andere Zeugen wie Spaziergänger oder Radfahrer, die eventuell etwas gesehen haben, werden gerne angehört. Doch wer auch immer den Bäumen etwas Böses wollte, der Plan geht nicht auf. Auch wenn es einen enormen Aufwand bedeutet, weil großflächig Boden ausgetauscht werden muss, wo das Erdreich verseucht ist, kündigt Herbert Holl an: "Es ist ganz klar: "Wir pflanzen die Bäume nach."

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