Voith Turbo geht es bestens
Crailsheim. "Tue Gutes und rede darüber", lautet ein Politiker-Spruch. Dementsprechend werden den Crailsheimer Gemeinderäten die Ohren geklingelt haben, so viel Gutes gab es zu hören. Denn: Voith Turbo gehts gut!
Der Rats-Kollege Werner Pikulski, seit Jahrzehnten Voithianer, hatte die Idee - rund 25 Damen und Herren aus allen Fraktionen griffen sie bereitwillig auf. Letztlich waren sie schier überwältigt von der Informationsfülle und den Eindrücken, die sie vom Besuch bei Voith Turbo in der Voithstraße mitnahmen. "Das ist nicht nur irgendein Betrieb, das ist ein Vorzeigeunternehmen", sinnierte Baubürgermeister Herbert Holl, der sich für die Einladung der Voith-Oberen ins Werk bedankte.
Dr. Volker Middelmann, bei Voith Crailsheim zuständig für den technischen Zentralbereich, schien das Lob noch zu beflügeln. Seiner Power-Point-Präsentation über die Voith-Geschäftsstrukturen mit den Geschäftsbereichen Papier, Hydro, Turbo und Industrie-Service ließ er Gedanken folgen, die weit in seine (Wert-)Vorstellungen der technisierten Zukunft blicken ließen. Was dabei für Crailsheim herauskommen könnte, ließ sich relativ kompakt zusammenfassen: "Der Standort steht blendend da", freute er sich. Auf zukunftsorientierten Märkten verdiene der Turbo-Bereich "extrem gut" und sorge heute für den Grundstock des Erfolgs von morgen - nicht zuletzt dank Wachstums auf dem Markt der "grünen Energie".
Weil Energie ein ungemein wichtiges Thema bleiben werde, hätten die Crailsheimer mit ihrer Innovationskraft gute Aussichten, weiter an der Spitze der Bewegung zu marschieren. Umsatzsteigerungen seien hier selbst in Krisenzeiten absehbar, meinte der erste Mann der Technik im Gespräch mit dem Gemeinderat. Der Standort sei vorbereitet auf die Anforderungen der Zukunft. Nicht zuletzt der Werksentwicklungplan, der mittlerweile in weiten Teilen umgesetzt worden sei, trage mit seinen neuen Strukturen dazu bei. Rund 40 Millionen Euro wurden in den letzten Jahren investiert.
Die in Crailsheim entwickelte Vorecon-Technik biete erfolgversprechende Ansätze zur Weiterentwicklung auch in anderen Bereichen als allein in der hydrodynamisch und stufenlos geregelten Kraftübertragung, die in Bergwerken, bei Fördertechnik, in der Öl- und Gasindustrie und bei der Windkraft eingesetzt wird. Erfolgsgarant sei die Möglichkeit nachhaltiger Energieeffizienzsteigerung, meinte Middelmann.
Die nackten Zahlen beeindruckten die Gäste vom Stadtrat. So liefern Voith-Maschinen nicht nur etwa ein Drittel des weltweit produzierten Papiers, auch ein Drittel des auf dem Globus mit Wasserkraft erzeugten Stroms fließt aus Voith-Produkten. 41 000 Mitarbeiter an 280 Standorten weltweit (1100 vor Ort) beschäftigt das familiengeführte Unternehmen. Verwaltet werden 11 000 aktive Patente, ungefähr 400 neue gesellen sich Jahr für Jahr hinzu. 250 Millionen Euro jährlich gehen in die Forschung. Der Jahresumsatz lag zuletzt bei 5 Milliarden Euro. In Crailsheim erbringen die Mitarbeiter per anno 215 000 Fertigungs- und 190 000 Montagestunden. Der Forschungsaufwand hier wurde mit 25 Millionen Euro angegeben. Einen Wunsch, das erfuhren die Ratsmitglieder vor dem abschließenden geführten Werksrundgang, hatte Dr. Middelmann dann doch: Mehr Frauen als Ingenieure!
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Autor: MATHIAS BARTELS | 29.01.2010
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