An Weihnachten in der Klinik

Vor 50 Jahren brachte Irma Kranz (72) aus Spaichbühl in der Weihnachtsnacht ihre Tochter Karin zur Welt. Karin Schlipf aus Gründelhardt feiert ihren runden Geburtstag heute wie jedes Jahr - mit Familie und Freunden. Das war vielleicht eine Überraschung!

|
Vorherige Inhalte
  • Für Karin Schlipf (links) und Irma Kranz ist der 24. Dezember mehr als Heiligabend. Seit 50 Jahren feiern Mutter und Tochter - und mit ihnen die ganze Familie und viele Freunde - an diesem Tag ein doppeltes Fest. 1/2
    Für Karin Schlipf (links) und Irma Kranz ist der 24. Dezember mehr als Heiligabend. Seit 50 Jahren feiern Mutter und Tochter - und mit ihnen die ganze Familie und viele Freunde - an diesem Tag ein doppeltes Fest. Foto: 
  • 2/2
Nächste Inhalte

Vor 50 Jahren brachte Irma Kranz (72) aus Spaichbühl in der Weihnachtsnacht ihre Tochter Karin zur Welt. Karin Schlipf aus Gründelhardt feiert ihren runden Geburtstag heute wie jedes Jahr - mit Familie und Freunden.

Das war vielleicht eine Überraschung! Die Geburt unseres dritten Kindes sollte eigentlich noch drei Wochen auf sich warten lassen. Erst sollte Weihnachten gefeiert werden, dann konnte das Kind kommen - so dachte ich zumindest. Aber Karin hatte ihre eigenen Pläne.

In der Nacht zum 24. Dezember bin ich mit Wehen aufgewacht. Viel Zeit, um darüber erschreckt zu sein, blieb nicht, denn jetzt musste alles ganz schnell gehen. Ich hatte meine Tasche fürs Krankenhaus noch gar nicht gepackt. Außerdem musste für die beiden älteren Geschwister ebenfalls eine Tasche gerichtet werden. Sie sollten einige Tage bei meiner Mutter bleiben, bis ich nach der Entbindung wieder nach Hause kam. Das war schon so abgesprochen.

Mein Mann rief also meine Eltern in Unterspeltach an, dass wir die Kinder gleich vorbeibringen würden. Dann weckten wir die beiden, zogen sie an und setzten sie ins Auto. Sie waren ganz schlaftrunken und wussten gar nicht, wie ihnen geschah. Und schon ging es los - über Unterspeltach nach Crailsheim ins Krankenhaus. Wir waren noch nicht lange im Kreißsaal, da war Karin schon da. Mein Christkind", habe ich gleich gedacht.

Das Weihnachtsfest war natürlich anders geplant, als es in diesem Winter 1963 gefeiert wurde. Ich muss aber zugeben, dass es mir sogar ganz gut gefallen hat. Im Krankenhaus war es angenehm ruhig, ich wurde gut versorgt, der Posaunenchor spielte für die Patienten ein Ständchen auf dem Flur, und ein Geschenk gab es auch noch. Für mich gab es viel weniger Arbeit als zu Hause, wo Familie, Haus und Hof versorgt werden mussten. Aber natürlich wurde Weihnachten auch später nie wieder so wie vorher, denn nun hatten wir an Heiligabend ja immer auch einen Geburtstag zu feiern. Und wir feiern ihn jedes Jahr - bis heute.

Das stimmt, bestätigt Karin Schlipf, ihr Geburtstag ist noch nie ausgefallen oder verschoben worden.

Ich feiere immer am 24. Dezember. Wir haben dafür einen festen Ablauf: Tagsüber ist Geburtstag und am frühen Abend beginnt das Weihnachtsfest. Das war schon in meiner Kindheit so. Meine drei Geschwister waren früher zwar manchmal eifersüchtig, weil ich an einem einzigen Tag einen Berg Geschenke bekam - viel mehr als sie. Aber als sie älter wurden, haben sie es verstanden.

Alle haben Zeit für eine Tasse Kaffee

Heute schauen schon morgens die ersten Freunde und Verwandten zum Gratulieren vorbei. Das ist eine schöne Tradition. Jeder richtet es sich ein, für eine Tasse Kaffee Zeit zu haben. Den ganzen Tag über haben wir ein stetiges Kommen und Gehen. Wenn der letzte Gast gegangen ist wird schnell aufgeräumt - mein Mann und meine beiden Töchter helfen da tatkräftig mit - wir machen uns auf den Weg zur Kirche und das zweite Fest des Tages beginnt. Stressig ist das nicht, auch wenn es sich vielleicht so anhören mag. Wir bereiten den Tag gemeinsam sehr gut vor. Der Christbaum wird schon am vierten Advent aufgestellt und geschmückt, der Braten wird schon vorher zubereitet und der Geburtstagskuchen ist natürlich auch schon fertig gebacken.

Meine Tochter Carolin ist übrigens drei Wochen nach Weihnachten geboren - so wie es bei mir eigentlich auch vorgesehen war. Sie kam jedoch nicht zu früh auf die Welt. Dafür feiert ihre Schwiegermutter auch einen Weihnachtsgeburtstag. In unserer Familie wird also zum Jahresende immer besonders ausgiebig gefeiert.

Info Die Erinnerungen von Irma Kranz und Karin Schlipf hat Christine Hofmann aufgeschrieben.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Gericht: Rassismus auf dem Jakobimarkt

Das Amtsgericht verurteilt einen Ordner wegen ausländerfeindlichen Äußerungen. Der 57-Jährige bestreitet die Vorwürfe. weiter lesen