Alternativen zum Auto

Die Volkshochschule hat mit Verkehrsminister Winfried Hermann einen Promi-Redner aus dem Hut gezaubert. Dessen Vortrag dreht sich um Menschen, Mobilität und Lebensqualität im ländlichen Raum.

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"Nachhaltige Mobilität beginnt im Kopf": VHS-Leiter Martin Dilger (rechts) verfolgt den Vortrag des Verkehrsministers Winfried Hermann im Ratssaal.  Foto: 

Hermann und die Volkshochschule, das ist so eine Sache. Neun Jahre war er einst Fachbereichsleiter der VHS in Stuttgart. Seitdem kehrt der heute 62-Jährige immer wieder gerne zurück, um Vorträge zu halten. Und natürlich nimmt er dabei auch Anregungen für seine politische Arbeit mit. Am Mittwochabend machte der grüne Minister für Verkehr und Infrastruktur in Baden-Württemberg Station in Crailsheim. Sein Vortrag "Für Menschen, Mobilität und Lebensqualität im ländlichen Raum" mobilisierte 70 Besucher.

Martin Dilger, Leiter der VHS Crailsheim, reibt sich ob des prominenten Gastes vielleicht immer noch verwundert die Augen. Als das Angebot des Ministeriums kam, dachte Dilger zuerst an einen Referenten, "umso schöner, dass der Minister selber kommt".

Ganz ohne Auto geht es nicht

Sein Vortrag sei allerdings "nicht so angedacht, dass ich Ihnen mitteile, welchen Radweg und welche Landstraße Sie bekommen", sagte Hermann gleich zu Beginn, um keine falsche Hoffnungen zu wecken. Es handele sich vielmehr um einen "Bildungsvortrag", und deswegen holte der Minister auch etwas weiter aus. Es ging um Klimawandel, Klimaschutz, die Reduzierung von CO2-Emissionen, weniger Verbrauch, erneuerbare Energien. Hermann sagte Sätze wie "Unsere jetzige Mobilität ist nicht nachhaltig" und "Wir dürfen nicht so weitermachen wie bisher" - kaum jemand im Saal, der das nicht unterschreiben würde. "Die nachhaltige Mobilität beginnt im Kopf", sagte Hermann, und dann: "Sie sollte in andere Teile des Körpers weitergehen." Er denkt dabei an zu Fuß gehen und an Radfahren, gerade auf dem Land werde noch zu viel Auto gefahren. Aber eines wird an diesem Abend klar: Ganz ohne Auto geht es auch in Zukunft nicht - auf dem Land.

Der Weg zu nachhaltiger Mobilität führt für Hermann über folgende fünf Abschnitte: Verbessern, Verlagern, Vermeiden, Vernetzen, Vorbildfunktion. Was den öffentlichen Personennahverkehr angeht, hat er eine Vision: eine Karte, mit der man durch ganz Baden-Württemberg fahren könne. Aber leider würden 22 Verkehrsverbünde da nicht mitspielen.
 

Sechsspuriger Ausbau der A6?

"Zu viele Menschen stecken zur selben Zeit im selben Loch", so beschreibt Hermann das generelle Verkehrsproblem. Nicht nur diejenigen, die regelmäßig auf der A 6 unterwegs sind, wissen, was er meint. Was die Autobahn angeht, sprach sich der Minister für den sechsspurigen Ausbau aus. Und zur Zukunft des Bahnverkehrs gab er Folgendes zu Protokoll: "Wir wollen die Struktur in Crailsheim nutzen." Über das Wie sagte er nichts. Ein Diskussionsthema war noch die nicht vorhandene grüne Welle in der Stadt. Warum nicht auch eine für Fußgänger?, fragte sich Hermann. Statt Ampeln könne er sich gut Zebrastreifen mit Blinklicht vorstellen. Ansonsten könnten sich die Menschen glücklich schätzen, selbst wenn es ihnen vielleicht nicht bewusst ist: Crailsheim, so Hermann, sei "ein verdichteter Raum im ländlichen Raum".

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