Acanto Crailsheim: Wie ein Stück Mittelmeer

„Ein Stück Mittelmeer mitten in Crailsheim“, verspricht der griechische Wirt des Acanto seinen Gästen – und sein Konzept geht offenbar auf.

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Anastasios „Tasso“ Dimou ist mit Leib und Seele Wirt des „Acanto“.  Foto: 

Seit zwölf Jahren betreibt Anastasios „Tasso“ Dimou das Restaurant „Acanto“ in der Worthingtonstraße. Seit 30 Jahren ist Tasso Dimou (47) in Deutschland. Gekommen ist er nicht etwa der Liebe wegen, sondern weil er sich ein Auto kaufen wollte. Zwei Jahre in Deutschland arbeiten, ein Auto kaufen und zurück nach Griechenland – so war der ursprüngliche Plan.

Doch bereits nach einem Jahr merkte der junge Mann, der nur mit einem Koffer voller Kleider gekommen war, dass er nicht mehr weg möchte. Nach Crailsheim kam er schließlich 1992 ins Restaurant seines Schwagers, wo er im Service arbeitete. Nach zwei weiteren Stellenwechseln bot sich ihm die Chance, ein eigenes Restaurant zu eröffnen. „Es war mein Traum, ein eigenes Lokal aufzumachen. Es sollte ein Restaurant mit Bar sein, nicht das typisch griechische Restaurant. Gemischte Grillteller waren nie meins“, erinnert sich Dimou.

Als das Acanto, ursprünglich eine Tapasbar, einen neuen Besitzer suchte, griff Dimou zu. Den Namen behielt er bei, was er änderte, war das Speisenkonzept. „Mein Schwerpunkt liegt auf mediterraner frischer Küche ohne Schnickschnack“, beschreibt er seine Speisekarte, auf der sich Risotto ebenso findet wie Nudeln und Grillgerichte. Ganz wichtig ist ihm der frische Fisch, der fester Bestandteil der Karte ist, aber auch regelmäßig in wechselnden Variationen tagesfrisch angeboten wird. „Ich kann selbst jeden Tag Fisch essen“, gibt er schmunzelnd zu.

„Ich bin der Erste, der kommt und der Letzte, der geht“

Auf seinen Aktionstafeln im Restaurant sind vor allem saisonale Speisen zu finden, momentan Kürbis, Pilze und natürlich Muscheln. Seine Köchin regiert seit mittlerweile zehn Jahren seine Küche, und über die Zusammenarbeit äußert sich Tasso Dimou nur lobend. „Wir sind uns einig darüber, lieber ein wenig mehr in hochwertige Produkte zu investieren, um richtig schön und lecker zu kochen“, sagt er.

Im Service unterstützen ihn zwei weitere Mitarbeiter, doch Tasso Dimou sieht sich selbst als richtigen Wirt, dem persönlicher Kontakt zu seinen Gästen wichtig ist, der immer Zeit für ein Schwätzchen hat und seine Gerichte und Weine kennt. „Ich bin der Erste, der kommt und der Letzte, der geht“, so Dimou wie selbstverständlich.

Viele seiner Gäste sind Stammgäste, auch Geschäftsleute aus dem In- und Ausland, die immer wieder den Weg ins Acanto finden. „Mit Tourismus ist ja leider nicht viel los in Crailsheim“, bedauert der Wirt, doch er hat sich mittlerweile in seinem Angebot auf die Nachfrage eingestellt. So gibt es eine Mittagskarte, auf der auch ganz klassische deutsche Gerichte wie Gulasch stehen.

Das Barkonzept hat sich allerdings durch das Rauchverbot stark verändert, erzählt Dimou. „Früher kamen viele auf ein Feierabendbier und eine Zigarette an die Bar, doch seit wir ein Nichtraucherlokal sind, geht das natürlich nicht mehr“, so der Gastwirt. Lediglich wenn Leute auf einen Tisch warten oder zu sehr später Stunde ist die Bar bevölkert, und Tasso Dimou kann mit seinen Gästen über die Theke hinweg plaudern. Dort gibt es dann auch einen Ouzo für den, der das möchte, denn vor dem Essen gibt es den im Acanto nicht. „Das ist in Griechenland nicht üblich. Wir machen das nur, wenn jemand fragt“, erklärt Dimou.

Tapas gibt es übrigens nicht im Acanto. Doch das Lokal ist der lebendige Beweis dafür, dass das Internet nichts vergisst. Dort schwirren nämlich auch zwölf Jahre nach Geschäftsübernahme immer noch Bewertungen vom Lokal seines Vorgängers herum. Besonders amüsiert Dimou deshalb die verschmitzte Kritik eines Gasts, der sagt: „Tapas erwartet und griechisch gegessen.“ Mit dem Ergebnis kann das Acanto gut leben.

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