Abschied in Würde ermöglichen

Die Kreisräte Herbert Holl, Helga Hartleitner und Jens Zielesko wollen ein Hospiz für Crailsheim. Einen entsprechenden Antrag haben sie vor Kurzem in den Kreistag eingebracht.

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Wer in ein Hospiz zieht, hat oft nur noch wenige Tage zu leben. Der Tod wartet schon auf der Türschwelle. Häufig sind es Krebserkrankungen, die das Leben dieser Menschen kennzeichnen. In Hospizen soll ihnen ein würdevoller Abschied aus dem Leben ermöglicht werden.

Wenn es nach den Crailsheimer Kreisräten Herbert Holl (CDU), Helga Hartleitner (SPD) und Jens Zielosko (CDU) geht, sollen Menschen bald auch in der Stadt in einer solchen Einrichtung ihre letzten Tage verbringen können. Entstehen soll sie im Altbau des Crailsheimer Kreiskrankenhauses. "Wir sind der Ansicht, dass die räumliche Nähe zum Kreisklinikum und insbesondere zur geriatrischen Abteilung große Vorteile und Synergien mit sich bringt", heißt es in einem Antrag, den die Kreisräte eingebracht haben. Wann darüber entschieden wird, steht noch nicht fest. Einen Träger für die Einrichtung gibt es bislang noch nicht. "Erst müssen wir schauen, ob es überhaupt möglich ist, einen Teil des Klinikum-Altbaus in ein Hospiz umzubauen", erläutert Hartleitner.

In Deutschland gibt es keine verbindlichen Bedarfszahlen für den Bau eines stationären Hospizes. In der Regel wird von einem Hospizplatz pro 50000 bis 60000 Einwohner ausgegangen. So viele Einwohner hat Crailsheim nicht. Für den katholischen Pfarrer Thomas Hertlein steht dennoch fest: "Der Bedarf ist da." Der Leiter der Kirchengemeinden St. Bonifatius und Zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit empfindet es als Manko, dass es in Crailsheim keine Einrichtung für tödlich erkrankte Menschen gibt. Als dringend notwendig beurteilt auch der evangelische Dekan in Crailsheim, Dr. Winfried Dalferth, den Vorstoß der Kreisräte. Wichtig findet er, dass die örtlichen Kirchengemeinden in das Vorhaben einbezogen werden.

"Vor allem für jüngere Menschen ist ein stationäres Hospiz wichtig", sagt Christa Hampele, die stellvertretende Leiterin der ambulanten Crailsheimer Hospiz-Gruppe. Seit zehn Jahren begleitet sie Menschen beim Sterben. Deshalb weiß sie, dass Familien oft mit der Situation überfordert sind. "Die Zeit, die Pfleger einem todkranken Menschen im Hospiz geben können, die gibt es sonst nirgendwo", betont sie.

Hospiz-Finanzierung

Plan Die drei Crailsheimer Kreisräte wollen, dass es in der Großen Kreisstadt zunächst vier Betreuungsplätze geben soll, später dann acht. Die Kosten muss der Träger selbst aufbringen. Für die laufenden Kosten kommen Kranken- und Pflegekasse auf. Mindestens zehn Prozent muss der Träger allerdings selbst oder durch Spenden finanzieren. Oft gibt es auch eine Eigenbeteiligung der Hospizgäste. ab

SWP

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